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Spiegel | Rezension

20. November 2017,1 Comment
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„Es wird eine Zeit ohne Dunkel sein, eine Zeit, in der das Licht der Sonne noch in den letzten Winkel dringt und in der die menschliche Gesellschaft so rein wie ein Kristall ist.“

Spiegel

Novelle

Cixin Liu

Übersetzt von: Marc Hermann

Verlag: Heyne Verlag

Seiten: 198 | Ausgabe: 2017

ISBN: 978-3-453-31912-7

Zu kaufen bei Amazon* oder im Buchladen nebenan :)

Der Autor:

Cixin Liu ist einer der erfolgreichsten und produktivsten chinesischen Science-Fiction-Autoren. Seine Romanen wurden bereits acht Mal mit dem Galaxy Award prämiert. Er hat lange Zeit als Ingenieur in einem Kraftwerk gearbeitet, bevor er sich ganz seiner Schriftstellerkarriere widmen konnte. Sein bekanntester Roman „Die drei Sonnen“ wurde 2015 als erster chinesischer Roman überhaupt mit dem Hugo Award ausgezeichnet und wird international als ein Meilenstein des Genres gefeiert.

Die Story:

China in der nahen Zukunft. Der junge, ehrgeizige Beamte Song Cheng stößt auf einen gewaltigen Korruptionsskandal. Doch plötzlich wird er selbst ins Gefängnis geworfen. Dort taucht ein geheimnisvoller Mann mit einem Supercomputer auf, der ebenfalls verfolgt wird – weil er alles weiß. Einfach alles. Wie kann das sein? Und welche Konsequenzen hat das?

(kopiert von der RandomHouse Website)

Meine Meinung:

Nach dem ich von „Die drei Sonnen“ so begeistert war, konnte ich natürlich nicht widerstehen und musste diese kurze und ebenfalls mit dem Galaxy Award ausgezeichnete Novelle von Cixin Liu ebenfalls lesen. Allerdings war auch skeptisch, da ich Novellen nicht so gerne lese und ich mir nicht sicher war, in wie weit eine SciFi Geschichte in so wenige Seiten passen sollte.
Tatsächlich hat sie nämlich nur etwas mehr als 100 Seiten (der Rest des Buches ist Anhang). Wie wollte er da komplexe Ideen hineinpacken? Alles verständlich halten, Spannung aufbauen und alles zu einem guten Schluss führen? Ich konnte es mir nicht wirklich vorstellen.
Doch Cixin Liu hat es natürlich doch geschafft. Ich muss zugeben, dass der Plot ein bisschen nachlässig aufgebaut war (die Beziehungen der Charaktere zueinander wurden mir zB nie ganz klar) und auch die Hintergründe und Charakterprofile ließen zu wünschen übrig. Allerdings vermute ich, dass das tatsächlich so gewollt war. Denn es lässt mehr Raum für die Gedankenspiele, die aus dem großen Konflikt dieser Geschichte erwachsen. Ich möchte hier nicht spoilern, weshalb ich darauf nicht viel eingehen werde, aber ich sage so viel: Es mal wieder komplex und wissenschaftlich, aber vor allem beängstigend. Ich hatte Gänsehaut beim Lesen des letzten Kapitels.
Der Autor spielt wieder einmal mit Möglichkeiten, die zwar unrealistisch erscheinen, aber doch nicht ganz abseits der Realität liegen. Eine Gradwanderung, die ich bewundere und die mich ehrfürchtig den Buchdeckel schließen lässt. Wie Cixin Liu auf diese Ideen kommt und wie wunderbar feinfühlig er sie dann in eine fiktive Geschichte einbaut, finde ich faszinierend. Sein Schreibstil mag ein klein wenig gewöhnungsbedürftig sein und Plot und Charaktere waren – wie gesagt – keine Glanzleistung (außerdem gab es keine einzige Frau in diesem Buch, was zwar im Setting Sinn gemacht hat, ich aber trotzdem unangenehm fand), aber er hat es wieder einmal geschafft, mich schwer zu beeindrucken.

Selbst in einer Novelle gelingt es Cixin Liu, am eignen Weltbild zu rütteln

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Anmerkung: Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar des Heyne Verlags – vielen, vielen Dank! :)

4 Stars

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