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Auf den Spuren Dschingis Khans | Rezension

7. September 2017,0 Comments
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„Mochte das Nomadenleben auch untergegangen sein, so gab es doch Gelegenheit, sich eine neue kulturelle Identität zu schaffen. Auch wenn das altüberlieferte Brauchtum dem Chaos der Moderne entgegengestellt wurde, war es nicht weniger authentisch.“

Auf den Spuren Dschingis Khans

Drei Jahre zu Pferd von Asien nach Europa

Tim Cope

Übersetzt von: Katja Hald, Enrico Heinemann, Ursula Pesch, Werner Roller

Verlag: Malik

Seiten: 384 | Ausgabe: 2016

ISBN: 9783492406017

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Der Autor:

Tim Cope wurde 1978 in Australien geboren, ist Wildnisführer und Reisender. Bereits 1999 fuhr er mit dem Fahrrad von Russland nach Peking. 2004 begann dann er, im Alter von 24 Jahren, sein bis dahin größtes Abenteuer, indem er aufbrach um den Spuren Dschingis Khans zu folgen.

Die Story:

Eigentlich wollte er nur ein Jahr fort sein. Und eigentlich hatte Tim Cope absolut keine Ahnung von Pferden, als er losritt. Tatsächlich lebte er danach allerdings 3 Jahre im Sattel und ritt durch die Steppen und Gebirge von fünf Ländern und zwei Kontinenten. Er verfolgte die Spuren der alten Nomadenvölker und erzählt von dieser Reise, die sein ganzes Leben verändert hat.

onthetrailmapBild kopiert von Illawarra Mercury

Meine Meinung:

Bereits als ich die ersten Seiten dieses Buches las, war ich verzaubert und wollte es nicht mehr aus der Hand legen. Zwar verhinderte das Format des Buches (eng beschrieben, anstrengende Schrift und für ein Taschenbuch recht schwer), dass ich schnell voran kam, doch ich genoss jede einzelne Zeile dieses Reiseberichts.
Tim Cope ist nicht nur aus tiefstem Herzen ein Abenteurer und Reisender, sondern er hat auch Talent dafür, seine Erfahrungen mit den Lesern zu teilen. 3 Jahre als Nomade in fünf verschiedenen Ländern – in 4 von welchen das Nomadentum quasi ausgestorben oder ausgerottet ist – ist eine unglaubliche Reise. Und er erzählt sie mit unglaublichem Fingerspitzengefühl. Vor allem wenn es um die unterschiedlichen ethnischen Gruppen geht, denen er begegnet, achtet er stark auf Details, hat Hintergründe und historische Gegebenheiten recherchiert und packt all dieses Wissen in kleinen Happen in seine Geschichte.
Es wird nie langweilig, über die Menschen, die er trifft, und den Hürden, die er überwinden muss, zu lesen. Und von denen gibt es einige.
Neben all den Reiseerfahrungen, Begegnungen und Unglücken, die im Laufe der drei Jahre passieren, beschreibt Tim Cope aber auch, wie er sich selbst verändert hat. Es sind keine aktiven Beschreibungen, sondern hier und da kleine Andeutungen, die einen spüren lassen, wie sehr er an dieser Reise wächst, wie er aus Fehlern lernt, wie er von anderen geprägt wird und wie dieses Abenteuer immer mehr Teil seiner Identität wird. Er ist ein weltoffener Mensch, aber er ist in erster Linie ein Mensch und verzweifelt sehr häufig in bestimmten Situationen. Trotzdem gibt er nicht auf, reitet weiter, egal wie schwierig es wird oder wie salzig seine Tränen schmecken.
Ich glaube dieses Buch ist eine Bereicherung für jeden, denn es erzählt uns nicht nur unglaublich viel über die Kulturen und Gesellschaften in Zentralasien und Osteuropa, sondern auch über Toleranz, Mut und das Leben an sich.
Große Empfehlung!

Außergewöhnlich & absolut bezaubernd – eine Geschichte, die man nie wieder vergisst

5 Stars

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