Book Reviews

Die drei Sonnen | Rezension

21. August 2017,5 Comments
IMG_8422

Die drei Sonnen

Martina Hasse

Übersetzt von: Cixin Liu

Verlag: Heyne Verlag

Seiten: 592 | Ausgabe: 2016

ISBN: 9783453317161

Zu kaufen bei Amazon* oder im Buchladen nebenan :)

Der Autor:

Cixin Liu ist einer der erfolgreichsten und produktivsten chinesischen Science-Fiction-Autoren. Seine Romanen wurden bereits acht Mal mit dem Galaxy Award prämiert. Er hat lange Zeit als Ingenieur in einem Kraftwerk gearbeitet, bevor er sich ganz seiner Schriftstellerkarriere widmen konnte. Sein bekanntester Roman „Die drei Sonnen“ wurde 2015 als erster chinesischer Roman überhaupt mit dem Hugo Award ausgezeichnet und wird international als ein Meilenstein des Genres gefeiert.

Die Story:

China, Ende der 1960er-Jahre: Während im ganzen Land die Kulturrevolution tobt, beginnt eine kleine Gruppe von Astrophysikern, Politkommissaren und Ingenieuren ein streng geheimes Forschungsprojekt. Ihre Aufgabe: Signale ins All zu senden und noch vor allen anderen Nationen Kontakt mit Außerirdischen aufzunehmen.
Fünfzig Jahre später wird diese Vision Wirklichkeit – auf eine so erschreckende, umwälzende und globale Weise, dass dieser Kontakt das Schicksal der Menschheit für immer verändern wird.

Meine Meinung:

Es ist wieder mal eines dieser Bücher, bei denen ich nicht weiß, wie ich meine Rezension beginnen soll. Das Buch hat mich so sehr umgehauen, dass ich nicht so ganz weiß, wie ich das beschreiben soll.
Diese SciFi Geschichte war ganz anders, als ich es erwartet habe. Es war deutlich komplexer und wissenschaftlicher, als ich vermutet habe und ich war absolut begeistert davon.
Die Menge an komplizierten Unterhaltungen über Physik, Astronomie und Forschung war enorm, aber wer ein bisschen Grundlagen hat und davor nicht zurückschreckt, wird von Cixin Lius Beschreibungen genauso gefesselt sein wie ich. Leider bin ich nicht in der Position, um bei der Wissenschaft immer zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden, aber egal welches von beidem der Großteil der Ideen entsprungen ist, es hat mich gepackt und mich staunen lassen.
Ich habe es geschafft, diese fast 600 Seiten in 3 Tagen zu lesen, weil ich immer wissen wollte, wie es weiter ging und nicht aufhören konnte, über das Buch nachzudenken.
Was den Schreibstil / die Charaktere angeht, bin ich ein wenig skeptisch. Denn es fehlt leider komplett der zwischenmenschliche und emotionale Aspekt der Geschichte. Wang Miao, einer der Hauptcharaktere, hat zB eine Frau und einen Sohn, die werden aber nur einmal ganz kurz erwähnt. Was er für sie empfindet, ob er auch mal an sie denkt und was sich durch Wangs Erfahrungen, die er im Buch macht, in der Familie verändert, kommt überhaupt nicht vor. Auch er selbst scheint keine charakterliche Entwicklung durchzumachen. Und so war es mit allen Charakteren. Niemand hatte Emotionen, niemand veränderte sich, es gab überhaupt keinen Rückschluss auf das Zwischenmenschliche und Dialoge waren immer nur reiner Informationsaustausch und keine richtigen Gespräche. Das fand ich schade, aber aus irgendeinem Grund hat es mich gar nicht so sehr gestört. Dabei sind diese Elemente für mich eigentlich immer die wichtigsten – aber hier fehlten sie mir nicht. Ich war auch so vollkommen gebannt von der Geschichte und ihrer Komplexität.
Cixin Liu hat mit diesem ersten Buch bereits etwas so Großes geschaffen, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, was in den nächsten beiden Bänden noch kommt. Er vereint blühende Fantasie mit weitreichendem Wissen und Gesellschaftskritik zu einem Buch, dass mich mit seiner Andersartigkeit überzeugen und vollständig mitreißen konnte. Ich weiß nicht, wie ich ein Jahr auf das nächste Buch warten soll.

Komplex, wissenschaftlich und so fesselnd, dass es einen nicht mehr loslässt

IMG_8424

Anmerkung: Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar des Heyne Verlags – vielen, vielen Dank! :)

Nächstes Buch: Dschungeljahre – Doris Kügler

4 Stars

Das könnte dich auch interessieren

Wassollichlesen

IHR ENTSCHEIDET | Was soll ich lesen?

9. Dezember 2015
IMG_1006

Konfuzius im Herzen | Rezension

13. Juli 2015
IMG_1417

Loslassen | Rezension

28. März 2017

5 Kommentare

  • Antworten Sandra 21. August 2017 um 16:16

    Wie schön, dass es dir auch so gut gefallen hat. Für mich ist es ebenfalls ein Highlight der SF.

    Liebe Grüße,
    Sandra

  • Antworten Janina 23. August 2017 um 16:29

    Jetzt hab ich Lust mir das Buch auch mal anzuschauen, landet definitiv auf meiner Wunschliste. Hoffentlich gefällt es mir genauso gut und ich kann mich der Begeisterung anschließen! :)

  • Antworten Spiegel | Rezension - Tasmetu 20. November 2017 um 9:19

    […] bevor er sich ganz seiner Schriftstellerkarriere widmen konnte. Sein bekanntester Roman „Die drei Sonnen“ wurde 2015 als erster chinesischer Roman überhaupt mit dem Hugo Award ausgezeichnet und wird […]

  • Verfasse einen Kommentar