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Dark Matter | Rezension

2. Mai 2017,0 Comments
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„Bist du glücklich?“

Dark Matter

Der Zeitenläufer

Blake Crouch

Übersetzt von: Klaus Berr

Verlag: Goldmann

Seiten: 416 | Ausgabe: 2017

ISBN: 9783442205127

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Der Autor:

Blake Crouch wurde 1978 in North Carolina geboren. Er ist bereits erfolgreicher Autor und lebt mit seiner Familie in Colorado.

Die Story:

„Bist du glücklich?“
Das sind die letzten Worte, die Jason Dessen hört, bevor ihn ein maskierter Mann niederschlägt. Als er wieder zu sich kommt, begrüßt ihn ein Fremder mit den Worten: „Willkommen zurück, alter Freund.“ Denn Jason ist in der Tat zurückgekehrt – doch nicht in sein eigenes Leben, sondern in eines, das es hätte sein können. Und in diesem Leben hat er seine Frau nie geheiratet, sein Sohn wurde nie geboren. Und Jason ist kein einfacher College-Professor, sondern ein gefeierter Wissenschaftler. Doch ist diese Welt real? Oder ist es die vergangene Welt? Wer ist sein geheimnisvoller Entführer? Und vor die Wahl gestellt – was will er wirklich vom Leben: Familie oder Karriere? Auf der Suche nach einer Antwort begibt Jason sich auf eine ebenso gefährliche wie atemberaubende Reise durch Zeit und Raum. Eine Reise, die ihn am Ende auch mit den dunklen Abgründen seiner eigenen Seele konfrontieren wird …

(kopiert von der Verlagsseite)

Meine Meinung:

Eigentlich hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben, dass mich irgendein Buch in  der nächsten Zeit aus der Leseflaute ziehen würde. Doch dann kam „Dark Matter“ und ich inhalierte dieses unfassbare Buch. So etwas habe ich noch nie gelesen. Vielleicht liegt es an meiner geringen Erfahrung mit Science Fiction und Thrillern, aber für mich war diese Geschichte einzigartig und von so einer Intensität, dass ich es beim Lesen kaum aushielt. Ich musste zur nächsten Seite blättern und zur nächsten und zur nächsten. Es war eins dieser Bücher, bei denen man nicht möchte, dass sie aufhören, gleichzeitig aber gar nicht schnell genug weiter lesen kann.
Ich habe lange überlegt und finde tatsächlich fast gar nichts, was ich an diesem Buch aussetzen kann. Ja, die Diversität hätte man noch erhöhen können und Jasons Verliebtheit grenzt an manchen Stellen fast schon an Besessenheit (was allerdings in Anbetracht der Umstände tatsächlich irgendwie angemessen war). Auch das Cover – so hochwertig der Umschlag auch sein mag – finde ich etwas zu unaufällig, aber das war es dann auch schon mit meiner Kritik.
Crouch schreibt rasant. Er hält sich nicht auf mit langen Beschreibungen und Schachtelsätzen auf. Er schreibt direkt und mitreißend. Aber nicht ohne Gefühl. Ich konnte jede Emotion, die Jason (aber auch die Nebencharaktere) spüren, nachempfinden. Mein Herz raste beim Lesen, mein ganzer Körper war unruhig, wenn es mal wieder spannend wurde (also quasi fast die ganze Zeit). Die Charaktere hatten Ecken und Kanten, waren authentisch und mit Persönlichkeit. Manche waren sympathisch, andere nicht, aber keiner von ihnen war nur flach oder oberflächlich dargestellt.
Doch das Buch ist mehr als pure Spannung. Es ist Science Fiction, in einer unglaublich genialen Form. Ich kann, wenn ich nicht spoilern möchte, nicht viel zum Inhalt sagen, außer, dass er mich irgendwo zwischen Glück, Faszination und Angst zurück gelassen hat. Denn das Szenario, das er beschreibt, wäre rein theoretisch nicht unmöglich. Und ich rede hier nicht von „In 100 Jahren könnte das passieren“. Sondern hier, jetzt, heute. In dieser Sekunde.
In dieser Geschichte steckt ein Kern, der eventuell wahr sein könnte, eingebettet in ein normales Familienleben, das durch ein Verbrechen und jede Menge Quantenphysik vollkommen aus unserer Realität gerissen wird. Es ist ein cleveres Buch, das mich nicht mehr los lässt. Mein Gehirn spinnt die Theorien, die Crouch hier in eine fiktive Realität umsetzt, weiter. Ich kann nicht aufhören an all die Wendungen und Möglichkeiten zu denken und an all das, was unser menschliches Gehirn gar nicht so ganz begreifen kann, obwohl Crouch es hier alles schlüssig darlegt. Vor allem der „Plottwist“ im letzten Drittel, der eigentlich nur eine logische Schlussfolgerung ist, lässt mich gar nicht mehr los. Ich frage mich seit dem immer wieder „Was wäre, wenn es wahr wäre?“
Die „Was wäre, wenn…“ Frage ist ein zentrales Element des Buches und erfüllt neben fesselnder, prägender und sehr intelligenter Unterhaltung, noch einen anderen Zweck: Crouch lehrt uns, dankbar für das Leben zu sein, das wir führen. So alltäglich und „langweilig“ es vielleicht auch scheinen mag, ist es doch ein Geschenk. Und jede Entscheidung, die wir treffen, ist von unglaublicher Bedeutung.
Dieses Buch hat mich zutiefst beeindruckt und erschüttert. Es gehört jetzt schon zu meinen liebsten Büchern aller Zeiten, denn ich bin an diesem Buch nicht nur als Mensch gewachsen und habe so über meinen Tellerrand geblickt, wie ich es sonst nie getan hätte, sondern war auch atemlos, weil es mich beim Lesen vollkommen begeistert hat. Ich war und bin süchtig nach diesem Buch.

Ein Buch wie im Rausch. Atemberaubend!

lesehase

Aufgrund seiner Unglaublichkeit bekommt dieses Buch den Lesehasen verliehen.

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Anmerkung: Dieses Buch war ein Rezensionsexemplar des Goldmann Verlags / des Bloggerportals. Vielen, vielen Dank :)

Nächstes Buch: Noch ungewiss

5 Stars

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