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Sieben Minuten nach Mitternacht | A Monster Calls | Film Review

25. April 2017,0 Comments
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Die Uhr zeigt 00:07 an, Con ist noch wach. Und plötzlich verändert sich seine ganze Welt. 

Die Vorab-Premiere

Am 15. Dezember durfte ich in eine Vorab-Premiere von „Sieben Minuten nach Mitternacht“, der Verfilmung von dem v.a. im englischsprachigen Raum als Bestseller bekannten Buches „A Monster Calls“. Es war das erste Mal, dass ich zu solch einer Premiere eingeladen wurde und ich bin sehr froh, dass es für eben diesen Film war.  Denn ich hatte schon viel Gutes über das Buch gehört und war nun neugierig, wie sie es umsetzen würden.

Ihr könnt den Film übrigens ab dem 04. Mai im Kino sehen. :)

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Sieben Minuten nach Mitternacht – A Monster Calls

Der Anfang des Filmes verwirrte mich. Wenn ich nicht bereits zuvor ungefähr gewusst hätte, von was der Film handelte, hätte ich absolut gar nichts verstanden. Es gab keine Erklärungen, es gab nicht wirklich etwas, das Aufschluss bot und Traum und Wirklichkeit verschwammen zu etwas Undefinierbarem. Doch nach einer Weile kam man rein. Denn spätestens durch die fantastischen visuellen Effekte (ein großer Applaus für diejenigen, die sie erstellt haben!) konnte man nicht mehr wegsehen.
Auch die Charaktere waren gut ausgearbeitet, wenn auch ein wenig überspitzt und fast ein wenig oberflächlich.
Die Storyline war mir zwar zuvor bekannt, aber trotzdem hat mich der Film hier total gepackt. Die Sprache, die hier verwendet wird, ist immer wieder simpel, aber doch beeindruckend. Die Geschichten, die erzählt werden, strotzen nicht vor Komplexität oder Kreativität und doch sind sie einzigartig und berühren etwas tief in einem.

Aber dann gibt es ja noch ein weiteres Element: Audio. Und holy moly, die Sound Effekte in diesem Film waren absolute Perfektion. Es ist ein sehr stiller Film, aber eben diese Stille erzählt ihre eigene Geschichte und verstärkt zu dem die Aussagen und Handlungen des restlichen Films. Es war eine Stille, die man fast greifen konnte und die dafür sorgte, dass auch wirklich jede Sekunde, jedes Wort, jedes Geräusch unter die Haut ging und einen nicht mehr losließ. Auch Wochen später dachte ich immer und immer wieder an Szenen aus dem Film, die meisten davon eng verknüpft mit eben dieser Stille oder einem anderen Sound Effekt.

Conor (Lewis MacDougall) und das Monster (Liam Neeson)

Conor (Lewis MacDougall) und das Monster (Liam Neeson)

Sieben Minuten nach dem Film

Zusammen mit meinem Freund verließ ich den Kinosaal und wusste gar nicht so genau, was ich sagen sollte. Eine junge Dame fragte uns, wie wir den Film fanden und alles, was ich raus brachte, war „gut“, was es so gar nicht beschreibt. Es war zwar kein Film der mich vollkommen von den Socken gehauen hat, aber er war so viel mehr als nur „gut“. Er war etwas besonderes, eine neue Erfahrung, er erzeugte Gänsehaut und rührte mich zu Tränen. Mich, Misses Ich-weine-nicht-in-der-Öffentlichkeit. Ich habe hart gegen diese Tränen gekämpft aber bei dem Satz „Ich habe Angst“, gegen Ende des Films, war es dann für mich vorbei. Und ich war bei weitem nicht die Einzige im Saal, die Taschentücher brauchte.
Den ganzen Heimweg über redeten wir über den Film und seine Wirkung, diskutierten darüber was wir am Besten und Schlechtesten fanden und redeten immer wieder über die Sound Effekte und die Macht des Einfachen, die einem in diesem Film ins Gesicht schlägt wie Eiswasser. Und wir sprachen über Verlust und Mobbing und Schmerz und Familie und alles, was noch Thema dieses Films war – von den kleinen Details bis zum Großen Ganzen.

Conor (Lewis MacDougall) und seine Mutter (Felicity Jones)

Conor (Lewis MacDougall) und seine Mutter (Felicity Jones)

Sieben Gründe für diesen Film

  • Die unglaublichen Sound Effekte
  • Die Relevanz der Themen
  • Die Emotionen
  • Die Erkenntnis, das in uns allen ein Monster schlummert, das nicht zwangsläufig böse sein muss
  • Die Akzeptanz all dieser Monster unserer Welt, die kleinen und die großen
  • Die Geschichten, die erzählt werden
  • Die Wahrheit
Conor (Lewis MacDougall) muss bei seiner Großmutter (Sigourney Weaver) einziehen

Conor (Lewis MacDougall) muss bei seiner Großmutter (Sigourney Weaver) einziehen

Fazit

Ich muss sagen, dass ich den Film nicht perfekt fand. Gerade für Leute, die nicht bereits vorab wissen, um was es geht, ist es bestimmt (v.a. am Anfang) ein verwirrender Film. Auch ist er sicherlich nicht für jedermann, aber ich denke doch, dass man ihm eine Chance geben sollte, selbst wenn der Trailer einen noch nicht ganz überzeugen konnte. Denn in diesem Film überzeugte mich vor allem das, was ich hören konnte. Die Stille, die Worte. Das, was nicht gesagt wurde. Und ein Film, der mit so etwas überzeugen kann, ist definitiv eine Rarität und einen Besuch wert.

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