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Die Welt ist Poesie | Welttag der Poesie

21. März 2017,1 Comment
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Es ist der 21. März und das bedeutet: Heute ist der Welttag der Poesie. Allein das klingt bereits poetisch und lässt mich lächeln. Welttag – ein ganzer Tag, an dem die Welt zusammenrückt und sich zumindest mit einem kurzen Gedanken auf ein Thema besinnt: Poesie. Und mal ehrlich – gibt es etwas schöneres als Poesie? 

Als ich noch in der Schule war, fand ich „Poesie“ und „Literatur“ irgendwie langweilig und öde. Ich las recht wenig und sehr sehr langsam und Gedichte und Poesie fand ich aufgrund von Gedichtanalysen fast immer einfach nur schrecklich. Bis unser Deutschlehrer uns „Der Sandmann“ lesen lies. Jeder in meiner Klasse hasste dieses Buch, ich aber liebte es. Und nach der ersten Stunde, in der wir es besprachen kam mein Deutschlehrer zu mir, grinste mich an und sagte voller Stolz: „Ich wusste, dass es dir gefallen würde“.
Ich glaube, das war ein Wendepunkt für mich. Zu verstehen, dass es da draußen tatsächlich viel mehr Schriftliches gab, was mich faszinieren, begeistern oder überwältigen konnte.

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Irgendwann entdeckte ich dann Von Eichendorff für mich. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie hatte er mich von der ersten Zeile an. Was lustig ist, denn in meinem Leben war er der Dichter dessen Name mir immer und immer wieder begegnet war ohne dass ich je ein Gedicht von ihm gekannt hätte. Obwohl er ein Vertreter der Romantik ist (und ich eigentlich sehr unromantisch bin), liebe ich ihn. Egal ob die romantischen Gedichte oder seine Texte über das Wandern und Reisen, ich verliebe mich immer wieder neu in seine Worte. Später ging es mir bei Pablo Neruda ähnlich, der nicht mit weniger Liebe und Kitsch dichtet.

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Zur gleichen Zeit begann ich, auf Poetry Slams zu gehen und dort eine moderne, vielfältige Art der Poesie zu ergründen. Bis heute liebe Poetry Slams. Sie erfüllen mich mit so viel Kreativität und Hoffnung und Mut und Ehrfurcht, dass ich oft gar nicht mehr weiß wohin mit meinen Gefühlen.

Dazu kam noch, dass ich selbst Gedichte schrieb. Schon seit ich kapiert hatte, dass sich Worte reimten. Natürlich ist der Großteil davon wirklich schlecht, aber einige Perlen sind auch dabei. Vor allem, wenn es mir schlecht ging half mir meine eigene Poesie, das durchzustehen und weiterzumachen. Etwas schönes aus dem Schrecklichen zu erschaffen war das einzige, was ich eine Weile lang machen konnte. Und ich bin dankbar dafür.

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Heute feiern wir die Poesie. Und weil es ein Welttag ist kam ich nicht umhin die ganze Welt als ein riesiges Stück der Poesie anzusehen. All die Geschichten, die Dramen, die Komödien, die Sehnsucht, die Tränen, die Träume, Paarreime und Kreuzreime, Strukturen und gebrochene Regeln, all das ist unsere Welt. Sie ist so vielfältig und wunderschön, dass ich von dem Gedanken „Die Welt ist Poesie“ nicht mehr wegkam. Auch wenn mein „Kunstwerk“ dazu jetzt nicht ganz so gelungen ist, wie ich es mir vorgestellt habe.

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Zu diesem Post inspiriert hat mich Viking, die mir eine Überraschungskiste geschickt haben*. Eigentlich wollte ich mit dieser genialen, wunderschönen, goldenen Schreibfeder meine Lieblingsgedichte aufschreiben, aber leider sieht meine Handschrift einfach nicht schön genug aus. Stattdessen kam mir eine andere Idee. In der Box war nämlich auch ein dicker, fetter Sharpie. Und ich hatte gerade mein ohnehin kaputtes Exemplar von „Dschungelkind“ durch ein neues ausgetauscht, das alte lag noch auf dem Schreibtisch. Also versuchte ich mich zum ersten Mal an „Black Out Poetry“.

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Auf diese Art habe ich mich noch nie mit Poesie befasst, aber ich muss sagen, dass es unglaublich viel Spaß macht. Dschungelkind ist jetzt vielleicht nicht das allerbeste Buch dafür, da Sabine Kuegler viel Alltagsgeschehen und Dialoge beschreibt, aber ich habe trotzdem gleich einige schöne Sachen zusammenstellen können und habe immer noch den Großteil des Buches vor mir.

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Obwohl ich diesmal nicht mit Tinte und eigenen Worten gearbeitet habe, wie ich es eigentlich vorhatte, möchte ich an dieser Stelle noch einmal darauf eingehen, wie unglaublich schön es ist, so zu arbeiten. Gedichte, Poesie oder Geschichten zu erschaffen. Nicht nur am Laptop, sondern auch – oder vor allem – per Hand. Es hat doch immer etwas magisches, wenn man mit fließenden Handbewegungen etwas zu Papier bringt, die Tinte langsam trocknet und man in einigen Jahren auf die eigene Handschrift schaut und plötzlich wieder ganz genau weiß, wie man sich dabei gefühlt hat. Tinte speichert Emotionen besser als jeder Bildschirm, zumindest meiner Ansicht nach.

Deshalb schreibt doch heute, an diesem Welttag der Poesie etwas per Hand: Eine Postkarte, ein Gedicht, einen Brief, eine Geschichte. Erschafft Poesie oder feiert sie, wie es euch gefällt. Denn ohne sie wäre diese Welt ein verdammt hässlicher Ort.

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*dieser Beitrag ist zwar eine Kooperation, aber nicht gesponsort.

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1 Kommentar

  • Antworten Monatsrückblick | März 2017 - Tasmetu 2. April 2017 um 10:38

    […] habe ich beim Welttag der Poesie mal Black Out Poetry probiert und mich in diese Kunstform […]

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