Book Reviews

Kurzrezensionen | #1

2. Februar 2017,0 Comments
Kurzrezensionen

Neues Jahr, neue Formate auf meinem Blog. Wie vielleicht dem ein oder anderen aufgefallen ist, habe ich in den letzten Wochen und Monaten nicht mehr alle Bücher rezensiert, die ich so gelesen haben. Das liegt nicht daran, dass ich jetzt nur noch Rezensionsexemplare rezensiere (auf keinen Fall!), sondern schlicht daran, dass mein Blog aus mehr bestehen soll als Buchrezensionen. Deswegen hatte ich mich schon vor einer Weile entschlossen, nur noch Bücher zu rezensieren, zu denen ich wirklich etwas zu sagen habe oder die eben Rezensionsexemplare sind. Außerdem habe ich oft weder die Lust, noch die Zeit, noch die Kreativität für jedes Buch eine ausführliche Rezension zu schreiben.

Aber natürlich habe ich meistens doch eine Meinung zu den gelesenen Büchern und sei diese auch noch so kurz. Wer mir auf Goodreads folgt oder meine monatlichen Wrap-Ups auf YouTube schaut, wird zwar einen Eindruck davon bekommen, aber es ist mir trotzdem ein Bedürfnis, es auch noch einmal hier schriftlich festzuhalten. Deshalb gibt es ab jetzt das Format der Kurzrezensionen auf meinem Blog, in dem ich euch immer einige Bücher raussuche, die ich in letzter Zeit gelesen, aber nicht rezensiert habe und euch meinen Eindruck dazu schildere. :)

Blood and Earth – Kevin Bales

Ich wünschte wirklich, ein deutscher Verlag würde das übersetzen. Bales schreibt so fantastisch und bildgewaltig und überzeugt nicht nur mit Sprache, sondern auch mit Fakten. Er stellt die unglaublich interessante und beängstigende Verbindung zwischen Menschenhandel und Umweltzerstörung her und rüttelt wach, ohne einen vollkommen zu überfordern.
Große Empfehlung – vor allem wer hier ein top aktuelles Buch sucht, was auch Bezug auf Deutschland nimmt, findet hier, was er sucht.

We should all be feminists – Chimamanda Ngozi Adichie

Dieses super kurze eBook ist die Verschriftlichung (+Zusatz) eines TED Talks der Autorin. Es ist ein verdammt wichtiger Text, der schnell gelesen und für alle Frauen und auch Männer von großer Bedeutung ist. Mehr Menschen sollten dieser Stimme lauschen.

A boy called Christmas – Matt Haig

Ein Kinderbuch, welches ich auf Englisch gelesen habe (es gibt aber auch eine deutsche Übersetzung). Wie ich es von Haig gewohnt bin, war der Schreibstil mal wieder wundervoll und die Geschichte war weder anspruchslos noch zu komplex. Und sie war voller Magie, aber auch voller Realität. Sie lehrt einen, dass nichts unmöglich ist und dass man, auch wenn man trauert, wieder glücklich werden kann. Eine richtig schöne Nachricht zwischen den Zeilen, verpackt in einer wundervollen Geschichte.

Die Stadt der wilden Götter – Isabel Allende 

Was für eine Enttäuschung. Ich habe das Buch nach ungefähr einem Viertel abgebrochen. Vom Klappentext her klang es so vielversprechend, nach Abenteuer und Kultur und Mystik und es war leider einfach nicht für mich. Ich dachte, man würde hier in den Amazonas reisen und mit dem Jungen, der hier der Hauptprotagonist ist, die Kulturen kennen lernen usw, aber leider waren mir alle Charaktere unsympathisch, es ging ewig lange nichts im Plot vorwärts, der Schreibstil gefiel mir nicht und als dann auch noch ein Ethnologe ins Spiel kam, den Allende hier als unsympathisches, arrogantes, ethnozentrisches Arschloch dargestellt hat, war ich raus. Da ist unsere Berufsgruppe eh schon unterrepräsentiert und dann wird sie auch noch auf eine Weise dargestellt, wie sie niemals wäre. Ich war richtig wütend.
Außerdem dachte ich vom Cover her nicht, dass es ein Kinderbuch sein würde. Aber selbst für ein Kinderbuch fand ich es furchtbar.

Nujeen – Nujeen Mustafa

(Ich habe es als Hörbuch gehört)
Ein eindrucksvolles Buch, das meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit erfährt. Ich kannte zwar viele der hier genannten Fakten schon, aber sie alle zusammengeführt und mit Nujeens Lebensgeschichte verknüpft zu sehen, hat mir die Augen geöffnet. Es ist ein bewegendes, wichtiges und aktuelles Buch, das mir neue Einblicke in das Leben von Flüchtlingen gegeben hat und mich gelehrt hat, mehr zu verstehen.
Zudem war es mein erstes Buch über eine Frau im Rollstuhl – Es hat mich staunend zurückgelassen, v.a. in Anbetracht dessen, was sie durchgemacht hat.
Nujeen ist eine beeindruckende Person und ihre Geschichte ist nur eine von so vielen, die wir eigentlich alle hören sollten.

This Savage Song – V.E. Schwab

Ich liebe V.E. Schwab – sie macht alles richtig. Ihre Charaktere haben Tiefe, der Plot ihrer Bücher ist immer individuell und interessant und mehrschichtig, ihr Schreibstil ist düster und wunderschön und ihre Ideen sind immer gut umgesetzt. In diesem Buch ging es um die Idee, dass aus Gewalt tatsächliche Monster geboren werden. Außerdem gibt es keine Liebesgeschichte, sondern nur Freundschaft und Feindschaft.
Dieses Buch war perfekt und ich habe absolut nichts daran auszusetzen, aber irgendwas hat mir gefehlt. Ich weiß nicht, was es ist, aber es hat mich einfach nicht vollkommen von den Socken gehauen, weshalb ich auch keine eigene Rezension dazu machen konnte.

Die Physik der Schwermut – Georgi Gospodinov

Oh, was für eine Enttäuschung. Ich hatte mich so sehr auf das Buch gefreut, habe es heiß erwartet und hatte gehofft, hier ein Jahreshighlight zu finden. Leider war genau das Gegenteil der Fall. Obwohl das Buch mit unzähligen Auszeichnungen gekrönt wurde, konnte ich damit so gar nichts anfangen. Ich kam nicht in die Geschichte hinein, war den Großteil der Zeit nur verwirrt und das, obwohl die zugrunde liegende Idee eigentlich echt interessant war. Ich habe es dann nach gut der Hälfte leider abgebrochen.
Es war ein Rezensionsexemplar des dtv Verlags. Vielen, vielen Dank.

Dshamilja – Tschingis Aitmatov

Endlich habe ich etwas von Aitmatov gelesen, den bekanntesten Klassiker von ihm, um genau zu sein. Und ich muss sagen, dass es mir echt ganz gut gefallen hat. Es war mal etwas völlig anderes und man musste sich wirklich darauf einlassen, aber es hat mich auf jeden Fall überzeugt, dass ich mehr von diesem Autor lesen möchte.

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