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Hidden Figures | Film Review

9. Februar 2017,3 Comments
Hidden Figures

Selten habe ich mich so sehr auf einen Film gefreut wie auf „Hidden Figures“. 2017 scheint ein gutes Kinojahr zu sein und dieser Film war definitiv ein heiß erwartetes Highlight für mich. Ob er meine Erwartungen erfüllt hat? Seht selbst:

Um was geht es?

USA und Russland liefern sich einen Wettkampf – wer wird die Nation sein, die in der Raumfahrt den Kopf vorne hat? Wir alle kennen die Geschichte dieses wissenschaftlichen, faszinierenden Wettkampfes zweier Weltmächte. Wir alle kennen die Helden und Pioniere der Raumfahrt, der ersten Astronauten. Aber was wir nicht wissen, ist, dass es in den USA einige bemerkenswerte, dunkelhäutige und leider vollkommen vergessene Frauen gab, die den Erfolg der NASA erst ermöglicht haben. In einer Zeit, in der viele Frauen noch gar nicht arbeiten können und Schwarze diskriminiert werden, revolutionieren Katherine Johnson (Taraji P. Henson), Dorothy Vaughn (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Monáe) die NASA mit ihrer puren Genialität und Intelligenz. Dieser Film erzählt die wahre Geschichte dieser Frauen.

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Meine Meinung:

WAS! FÜR! EIN! FILM!

Ich hatte hohe Erwartungen, als ich ins Kino ging. Ich wollte feministische Frauenpower und eine gute Darstellung des Rassismus Problems, das ja heutzutage aktueller ist denn je. Ich wollte viel von der NASA sehen und die Intelligenz der Frauen im Fokus haben. Und halleluja, genau so war es. Und als würde die Message nicht schon reichen, waren die Schauspieler absolut genial. Ich habe selten einen so perfekt besetzten Film gesehen wie „Hidden Figures“. Selbst die Kinder! Und jeder einzelne dieser Charaktere war zum Verlieben – auf seine ganz eigene Art und Weise. Natürlich die drei Frauen, Katherine Johnson (Taraji P. Henson), Dorothy Vaughn (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Monáe), für die ich mir am liebsten einen Schrein bauen würde. Aber auch Al Harrison (Kevin Costner), der einfach nur streng aber im Herzen wirklich gut ist; Paul Stafford (Jim Parsons, der Sheldon Cooper spielt), der in diesem Film zuerst frauen- & rassenfeindlich ist, sich dann aber vor der ungeheueren Intelligenz von Katherine Johnson beugen muss; als auch Nebencharaktere. Und natürlich John Glenn (Glen Powell) – was für ein Schatz. Man will ihn aus der Leinwand greifen und fest umarmen. Geniale Besetzung für jede einzelne Rolle.

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Auch der Inhalt des Films war meiner Meinung nach mehr als gut umgesetzt. Ich konnte nichts, schlichtweg gar nichts, an dem Film aussetzen. Es war spannend, mitreißend, komplex und man kam trotzdem locker mit. Die Repräsentation von Rassismus, Frauenpower, Ungerechtigkeit, Freundschaft, Stärke, Familie, Glaube, Gemeinschaft, Beziehungen – all das ist ihnen richtig richtig gut gelungen. Nichts ist überspitzt (außer vielleicht ein gewisser Heiratsantrag, der war echt zu dick aufgetragen – aber den Charakter mochte ich sowieso nicht sonderlich), der Film zeigt ohne jede Scheu alles was schief, aber auch alles was gut läuft. Die drei Frauen sind der Mittelpunkt – und zwar nicht weil sie Frauen sind oder Familie haben oder Liebe suchen. Sondern weil sie intelligent sind, der NASA den Arsch gerettet haben und Unfassbares geleistet haben. Ich kann nicht fassen, dass diese wundervollen Frauen so unbekannt sind. Umso glücklicher bin ich über diesen Film.

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Dieser Film lehrt uns vieles. Ich glaube man sollte ihn sich am Besten gleich mehrfach ansehen, um wirklich etwas mitzunehmen. Denn beim ersten Mal ist man absolut überwältigt von diesem ganz besonderen Kinohighlight, das in meinen Augen jede Auszeichnung der Welt verdient hat. Ich saß stellenweise wirklich sprachlos im Kino – vor Fassungslosigkeit, Wut, aber auch Rührung und Glück und Ehrfurcht. Wer nach diesem Film keinen Respekt vor Frauen hat oder immer noch auch nur einen Funken Rassismus in sich spürt, hat die grundlegenden Aussagen des Filmes nicht verstanden.

Ich glaube, ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass „Hidden Figures“ mein neuer Lieblingsfilm ist. Er steckt so voller Mut und Talent und Frauenpower und Durchhaltevermögen. Er zeigt uns, dass Veränderung immer möglich ist und wie stark wir sind. Er zeigt uns, dass man niemals irgendjemanden unterschätzen sollte. Außerdem verschafft er uns einen interessanten Einblick in die NASA der 60er Jahre, was ich persönlich auch verdammt spannend fand. Er ist in meinen Augen perfekt gelungen und noch dazu sehr wichtig, gerade in diesem Jahr. Ein perfekter Film zur perfekten Zeit über wahnsinnig inspirierende und eindrucksvolle Persönlichkeiten, die durch diesen Film endlich einen Teil der Aufmerksamkeit bekommen, welche ihnen zusteht.

Ich kann diesen Film wirklich jedem von euch nur wärmstens und aus tiefstem Herzen empfehlen. 

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3 Kommentare

  • Antworten Anna 9. Februar 2017 um 16:01

    Hallo Tasmin!
    Ich stimme dir in allen Punkten zu! War gestern im Kino, um mir diesen wundervollen Film anzuschauen und war einfach nur sprachlos – bin es noch. Dieses Thema wurde so unterhaltsam und gut umgesetzt, dass man richtig mitfühlt. Und zu wissen, dass das alles auf einer wahren Begebenheit beruht, hat den Film noch besser gemacht. Er ist nominiert für 3 Oscars. Ich hoffe er bekommt jeden davon.

    Liebe Grüße,
    Anna

    • Antworten Tasmetu 9. Februar 2017 um 17:26

      Ha, dann waren wir quasi gleichzeitig. Ich war auch gestern erst im Kino :D
      Ich hoffe er bekommt 300 Oscars. Mindestens. Nein, quatsch, bleiben wir realistisch – der Film ist sooooo unfassbar genial. :) Freut mich, dass du das auch so siehst.

      • Antworten Anna 9. Februar 2017 um 19:30

        Zufälle gibt es. :D Hauptsache, er bekommt dann überhaupt einen Preis. Das ist ja manchmal komisch verteilt. Ich habe den Film auch schon allen möglichen Freunden angequatscht. Der muss einfach gesehen werden. :)

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