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LitBlogCon 2016

8. Juni 2016,1 Comment
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Am Wochenende war ich auf der ersten LitBlogCon in Köln. Wie es war, welche Menschen ich getroffen habe und was mir vielleicht auch nicht so gut gefallen hat, erzähle ich euch hier. 

Die LitBlogCon wurde von Bastei Lübbe, LYX, KiWi und DuMont veranstaltet und fand am Samstag, den 4. Juni, im Bastei Lübbe Hauptgebäude statt. Man konnte Tickets kaufen und ich war damals schnell genug um eines zu ergattern. Ich freute mich auf einen Tag voller Workshops, tollen Menschen und neuen Ideen.

Meine Anreise war bereits am Freitag, ich flog von München nach Köln. Aufgrund von Unwettern hatte der Flug leider 1,5 Stunden Verspätung (andere wurde sogar annuliert), weshalb ich erst um 23:30 landete – auch schön, sagen zu können, mal während des Nachtflugverbots gelandet zu sein. Positiv denken ;).

Am Samstag ging es dann zu Bastei Lübbe und nachdem ich mich ziemlich im Industriegebiet verlaufen hatte, kam ich um kurz vor Eins an und fand sogleich Deborah (Frau Wolkenweiß) und Franziska (Buechertatzen), mit denen ich den Rest des Tages verbringen sollte. Auch gesellte sich Verena (Books and Cats) zu uns, die wir bis dahin noch nicht kannten, mit der wir uns aber auf Anhieb verstanden.
Noch ehe es wirklich losging entdeckte ich auch einige andere vertraute Gesichter: David (BookTown), Sabrina (Kapitälchen), Lisa (Exlibris Lisa), Daniela (Brösels Bücherregal), Anja (Der Bücherblog) und einige andere. Es war so schön sie alle wiederzusehen. <3
Es wurden auch neue Kontakte geknüpft, aber… mein Namensgedächtnis ist ein absoluter Albtraum. Sorry. Schreibt mir gerne Kommentare wenn ich euch hier vergessen habe . :D

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Dann ging es mit dem Workshops los, die ich jetzt hier nacheinander durchgehen werde. Jeder dauerte circa 45 Minuten und es fanden immer 5 zur gleichen Zeit statt. Ich habe diese hier besucht:

Warum bin ich jetzt eigentlich Schriftstellerin? – Vea Kaiser

Mein erster „Workshop“ (alias: Vortrag und Fragerunde) war mit Vea Kaiser, der Autorin von „Blasmusikpop“ (habe ich nicht gelesen) und „Makarionissi“ (steht noch ungelesen im Regal). Ich kannte sie nicht wirklich, aber das Thema interessierte mich. Leider war es nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte. Denn Vea Kaiser war zwar sehr sympathisch, lustig und in Plauderlaune, aber ich hatte nicht das Gefühl, als würde sie mit Leidenschaft schreiben. Sie brennt nicht für das, was sie macht. Sie schreibt eigentlich eher deshalb, weil sie es kann und damit Erfolg hat und weil sie stur genug ist es durchzuziehen. So war zumindest mein Eindruck (sorry, falls ich falsch liegen sollte). Der Herr vom KiWi Verlag, Reinhold Joppich, der dabei saß und ebenfalls etwas plauderte, lobte sie so stark in den Himmel, dass man kurz versucht war die Augen zu verdrehen.
Am Ende machte sie noch ein Quiz mit Fragen zu Griechenland und Österreich, um Bücher zu verlosen. Das war eigentlich ganz witzig, auch wenn ihr Kommentar, dass sie sich die Fragen gerade total spontan ausgedacht hat [Anm.: Es war keine einfachen Fragen] etwas leicht arrogantes hatte, auch wenn sie Expertin auf dem Gebiet ist. Sie ist sehr intelligent und das ist bewundernswert, aber irgendwie ist es ihr und Joppich misslungen, sie wieder auf eine Ebene mit uns zu holen. Ich hatte das Gefühl, als würde ich dazu gezwungen zu ihrem Thron aufzusehen, obwohl sie nur 3 Stühle neben mir saß und eigentlich ungeniert aus ihrem Leben erzählt hat. Es war ein seltsames Mischmasch aus Sympathie und etwas Unangenehmen, das ich nicht ganz beschreiben kann.
Die erste Veranstaltung war also nett und lustig und Vea Kaiser eine sympathische und begabte Persönlichkeit, jedoch war es nicht ganz so lehrreich oder motivierend (ich bin ja nur eine von vielen BloggerInnen die selbst schreibt) wie ich es mir gewünscht hätte.

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Vom Self-Publishing zur Auflagemillionärin: Der große Traum vom eigenen Buch – Poppy J. Anderson

Ein ganz anderes Bild bot sich in meinem nächsten Workshop (alias: Wieder ein Vortrag mit Fragerunde). Der Bastei Lübbe Vorstand Klaus Klunge stellte die ehemalige Self-Publisherin Poppy J. Anderson vor, die ich persönlich nur vom Hörensagen kenne. Und während Vea Kaiser in den Himmel gelobt worden war, behandelte Klunge seine Autorin absolut von oben herab. Uns, das Blogger Publikum, übrigens auch. Das war ziemlich anstrengend und stellenweise zum Zähne knirschen. Ich lese Poppys Bücher zwar selbst nicht, aber nur weil jemand Erotik-Ebooks liest (oder schreibt!) bedeutet das nicht, dass dieser jemand begriffsstutzig und ungebildet ist. Man hatte allerdings den Eindruck, dass Klunge genau das dachte. Das betretene Schweigen nach seinen „Witzen“ war übrigens kein Schweigen des Unwissens, sondern des Unwohlsein. Just saying.
Als es dann um die neue Veröffentlichung von Poppy (zwei Bücher die bald bei Bastei Lübbe erscheinen) ging, wurde er aber plötzlich wieder freundlich und verwandelte diesen Workshop in einen Werbeblock. Ich muss zugeben: Die Cover sind sehr schön geworden und ich wette, viele werden sich darauf stürzen. Dennoch konnte ich über diese Inszenierung nur den Kopf schütteln.
Ganz am Schluss stellte dann Vea Kaiser, die sich den Vortrag ebenfalls angehört hatte, noch eine kritische Frage zum Thema Amazon. Alle im Raum hielten die Luft an – endlich mal eine spannende, tiefergehende Frage. Doch Klunge und Anderson taten sie mit ein paar flachen Phrasen ab und beendeten, plötzlich sehr hektisch, die Veranstaltung. Schade. Ich dachte zumindest Poppy würde einfach dazu stehen.
Was der Mehrwert dieser Fragerunden sein sollte, wusste ich nicht so ganz. Was bei mir ankam war „Das ist unser Autor XY, kauft seine Bücher.“ Dafür muss ich nicht nach Köln fliegen.

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Feel free to judge a book by its cover! – DuMont Buchverlag

Da ich die Nase voll von Autoren-Werbe-Veranstaltungen hatte, wechselte ich den Raum und besuchte eine ebenso vielversprechend klingenden Workshop zum Thema Coverfindung im Verlag. Ich bin ein riesen Fan der DuMont Cover (sie sehen alle einfach immer wundervoll aus) und war deshalb besonders neugierig, wie die Bücher zu ihren Covern kamen.
Die beiden Verlagsmitarbeiterinnen waren gut gelaunt und gingen in diesem Workshop voll und ganz auf. Sie erzählten voller Hingabe von der Zusammenarbeit mit den Coverdesignern und über die gemeinsame Entscheidung über das endgültige Cover, bei der bei DuMont übrigens ausnahmslos alle mitreden dürfen. Wir durchliefen dann selbst einmal genau diesen Prozess und diskutierten über die Coverentwürfe für „Ein Monat auf dem Land“ von J.L. Carr, „Wie der Atem in uns“ von Elizbeth Poliner und „Delphine de Vigan“ von Delphine de Vigan. Es war ein unglaublich spannendes und schönes Erlebnis, darüber zu diskutieren, Vor- und Nachteile zu besprechen und ganz nebenbei zu lernen warum ein Buch welches Cover bekommt.
Ich kann an dieser Stelle schon einmal vorweg nehmen, dass diese Veranstaltung mit Abstand meine liebste war. Ich hatte Spaß, ich habe etwas gelernt, wir haben nicht bloß zugehört sondern wirklich diskutiert und die Velagsmitarbeiterinnen sprühten so sehr vor Liebe zu ihrer Arbeit, dass sie einen damit richtig ansteckten. Wenn ich nicht in München wohnen würde, würde ich da glatt ein Praktikum machen wollen. Und sei es nur für die Cover-Diskussionen.

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Gibt es ein Rezept für Bestseller? – Frank Schätzing & Helge Malchow

Meine letzte Veranstaltung (das Autoren Speed-Dating habe ich nicht mehr besucht) war eine recht überlaufene Fragerunde mit Frank Schätzing. Ich war umgeben von Schätzing Fangirls und fand das großartig. Alle waren aufgeregt und neugierig und als er den Raum betrat entwischte einer sogar ein kurzes Aufkreischen, was ich absolut süß fand.
Auch in diesem Fall habe ich noch keines der Bücher gelesen, aber natürlich war Schätzing mir ein Begriff. Er und sein Verleger & Lektor Helge Malchow unterhielten sich über seine Arbeit und den Prozess der Ideenfindung, die ja gerade bei Schätzing immer recht mysteriös zu sein scheint. Sie analysierten den Erfolg der Bücher und plauderten ein wenig aus dem Nähkästchen. Mich und meine Schreiberei hat das zwar in keinster Weise weiter gebracht, aber es war trotzdem ein sehr angenehmes Event. Die beides waren sympathisch und bodenständig und auf einer Ebene (auch mit dem Publikum). Hier wurde nicht übertrieben gelobt oder arrogant herabgeschaut, sondern das hier war auf Augenhöhe. Das lag vielleicht unter anderem daran, dass Malchow und Schätzing nach den Jahren gemeinsamer Arbeit Freunde geworden sind. Es war eine wirklich schöne Fragerunde und ließ mich mit einem wohligen Gefühl zurück.

Fazit

Nach den Veranstaltungen gab es noch Zeit zum Quatschen und schließlich ein Buffet.
Ich muss sagen, dass mir die LitBlogCon ziemlich gut gefallen hat, auch wenn mein persönliches Highlight das Wiedersehen der anderen Blogger und Booktuber war und weniger die Workshops. Aber ich denke wenn die Verlage sich die Kritik der Besucher zu Herzen nehmen, könnte dieses Event etwas absolut wundervolles werden. Immerhin war es bereits dieses Mal großartig, wenn auch noch verbesserungswürdig. So war es zum Beispiel sehr schade, dass immer 5 Veranstaltungen gleichzeitig waren und man deshalb sehr viel verpasste. Vielleicht sollte man es nächstes Jahr auf 2 Tage ausweiten? Genügend Sponsoren scheint es ja zu geben, v.a. nachdem die Tickets ja auch Geld kosten. Ich denke, da ließe sich noch ein bisschen was rausholen. Auch hätte ich gerne mehr Kontakt mit den Verlagsmitarbeitern gehabt, aber das lag glaube ich eher an meiner Wahl der Workshops. Prinzipiell fand ich es etwas schade, dass es wenig wirklichen Austausch gab. Es gab kein Kennenlernen, keine Diskussionen mit den Bloggern (eher „stellt unseren Autoren/Mitarbeitern Fragen“) und die Verlage bekamen von den Bloggern glaube ich herzlich wenig mit, zumal es auch immer etwas hektisch war.
Oh und die Goodie Bags habe ich beinahe vergessen: Vielen Dank dafür, damit hatte ich nicht gerechnet. :)
Allem in allem war es aber ein sehr schöner Tag, den ich so sofort wiederholen würde. :)

 

Anmerkung: Zeitgleich mit diesem Artikel geht auf meinem zweiten Blog der erste Reisebericht zu meinem ROADTRIP online. Schaut dort gerne mal vorbei :)

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1 Kommentar

  • Antworten Monatsrückblick | Juni 2016 - Tasmetu 30. Juni 2016 um 8:18

    […] Monat startete mit der LitBlogCon in Köln, zu der ich geflogen bin. Die Flüge hatten aufgrund der schlimmen Gewitter der letzten […]

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