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Maresi – Das Lied der Insel | Rezension

9. Mai 2016,6 Comments
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„Ich konnte nicht widerstehen. Dem Tod kann niemand widerstehen.“

Maresi

Das Lied der Insel

Maria Turtschaninoff

Übersetzt von: Hedwig M. Binder

Verlag: Heyne Verlag

Seiten: 240 | Ausgabe: 2016

ISBN: 9783453316997

Zu kaufen bei Amazon* oder im Buchladen nebenan :)

Die Autorin:

Maria Turtschaninoff kommt aus Finnland und wurde 1977 geboren. Bevor sie Autorin wurde, studierte sie Humanökologie. Für ihre zauberhaften Geschichten wurde sie in ihrer Heimat bereits mehrfach ausgezeichnet.

Die Story:

In einer Welt voller Ungerechtigkeit wirkt die Insel Menos wie ein Paradies: Nur Frauen leben hier im Roten Kloster, sammeln Wissen und dienen der Göttin. Eine von ihnen ist Maresi. Doch sie ist weit mehr als eine einfache Novizin.

Meine Meinung:

Zu den Äußerlichkeiten: Das Cover ist wirklich gut gelungen und wunderschön. Außerdem ist das Buch deutlich dünner, als ich dachte. Vor allem für ein Fantasy Buch sind 240 Seiten sehr wenig und ich hatte Sorge, dass das Worldbuilding und die Story darunter leiden könnten. Doch das Gegenteil war der Fall.

Dieses Buch ist reich an beiläufigen Beschreibungen, die die Figuren und auch das Setting absolut lebendig machen. Die Welt außerhalb der Insel ist immer präsent, beeinflusst sie, doch es wirkt auch immer etwas verschwommen und distanziert, was perfekt passte. Denn genau so leben die Frauen auf der Insel: Mitten im Jetzt und doch weit weg vom Jetzt der anderen. Jede bringt ihre Vergangenheit mit, die sie prägt und manchmal auch einholt, doch sie sind alle fokussiert auf ihr neues, einfaches Leben im Kloster und ihre Aufgaben.

Trotz des scheinbar unspektakulären Lebens der (allesamt sympathischen) Novizinnen und Klosterschwestern, ist die Geschichte nicht langweilig. Sie ist trotz ihrer Einfachheit kurzweilig und spannend, denn es gibt viele Geheimnisse, vieles was nicht ausgesprochen wird, viele Bedeutungen die wir gar nicht voll erfassen können. Die Geschichte und die ganze Insel haben etwas märchenhaftes, doch die harte Realität ist immer da. Manchmal unterschwellig, manchmal direkt. Das Gleiche gilt für die fantastischen Elemente. Die Frauen sind keine Magierinnen, doch sie sind mächtig und können übernatürliches vollbringen wenn es nötig ist. Ihr Glaube ist stark und sie sind es ebenfalls. Man möchte gerne zu ihnen gehören, man möchte gerne auf dieser Insel bleiben, zwischen den Seiten versinken. Und doch wird man am Ende das Buch zuklappen und sich ruhelos fühlen. Ruhelos und glücklich.

Denn zwischen den Zeilen gibt es einige versteckte Botschaften. Problemfelder, die auch für uns alltäglich sind, werden angesprochen und wundervoll umgesetzt. Das Thema von Unterdrückung, Gewalt gegen Frauen und das Fehlen von Rechten spielt eine zentrale Rolle, aber auch andere Themen werden angeschnitten. So ist das Thema ‚mit kleinen Schritten die Welt zu verändern‘ etwas, was einem nach der Lektüre im Kopf bleibt und worüber man daraufhin unaufhörlich nachdenkt. Das selbe gilt für den Tod und wie wir mit ihm umgehen.
Ein weiterer zentraler Aspekt, der Turtschaninoff sehr gut gelungen ist, ist das Thema Freundschaft und Familie. Das Gefühl von tief verwurzelter Liebe für Freunde und Familie geht einem unter die Haut und hinterlässt ein warmes, angenehmes Gefühl. Liebe ist ihre ganz eigene Art von Magie.
In diesem Buch steckt so viel Magie – auf allen erdenklichen Ebenen. Genau das betont die Wahrheit die zwischen den Zeilen steckt. Eine Wahrheit, so klar wie das Leben oder der Tod.

Ob es eine Fortsetzung gibt, weiß ich leider nicht genau. Die Geschichte ist eigentlich in sich abgeschlossen, auf Goodreads heißt es jedoch, dass es der erste Band der „Red Abbey Chronicles“ sei, einen zweiten Band scheint es aber bisher auch auf Finnisch noch nicht zu geben. Ich würde sie aber auf jeden Fall lesen.

Eine absolut bezaubernde Geschichte voller Wahrheit, Freundschaft und Magie

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Anmerkung: Dieses Buch war ein Rezensionsexemplar des Heyne Verlags – vielen vielen Dank! :)

Nächstes Buch: Das Mädchen, das Geschichten fängt – Victoria Schwab

5 Stars

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6 Kommentare

  • Antworten Bücher, auf die ich mich freue [Frühjahr 2016] - Tasmetu 9. Mai 2016 um 12:49

    […] seine brutalen Verfolger. Nun ist es an Maresi, sich, ihre Liebe und ihre Heimat zu beschützen. Hier gehts zu meiner Rezension! Mehr zum Buch Erscheinungsdatum: 9. Mai […]

  • Antworten Henrik 14. Mai 2016 um 15:46

    Hallo Tasmin!

    Super rezension, hast es mir gleich mal Schmackhaft gemacht! :-) Landet also dank dir auf meiner kürzlich aufgeräumten Wunschliste.
    Vielleicht ist dieses Buch ein ähnliches Beispiel wie „Der Hobbit“, der auch in einem kleinen Format mit nicht so vielen Seiten prima überzeugen konnte? Ich werde es bestimmt mal herausfinden.

    Liebe Grüße
    Henrik

    • Antworten Tasmetu 17. Mai 2016 um 12:18

      Danke :) Ich hoffe es enttäuscht dich nicht, Eona hat dir ja damals nicht gefallen obwohl ich es großartig fand.Es ist auf jeden Fall nicht so fantastisch / fantasievoll wie die Tolkienwerke, es ist eher schlicht aber in meinen Augen dennoch überzeugend :) Bin gespannt auf dein Urteil!

      • Antworten Henrik 23. Mai 2016 um 19:02

        Ich glaube aber, dass Eona durchaus anders zu betrachten ist, wie dieses Buch. Hätte ich es so auf der Verlagsseite gesehen, hätte es mir sehr wahrscheinlich genauso angesprochen und wäre auf meiner Liste gelandet. Aber deine Rezension dazu ist dann doch ein besseres Argument! :)

        Ich werde es sehen! Und wenn ich es gelesen habe und etwas darüber schreiben kann, sieht man es auf meinem Blog. :D

  • Antworten Zorn und Morgenröte | Rezension - Tasmetu 17. Mai 2016 um 12:26

    […] Nächstes Buch: Maresi – Maria Turtschaninoff […]

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