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Witch Hunter | Rezension

14. April 2016,3 Comments
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„Aber dann wurde mir klar, dass es nicht die Magie ist, die uns und die anderen entzweit – oder dich und mich -, sondern die Angst vor dem Unbekannten.“

Witch Hunter

Virginia Boecker

Übersetzt von: Alexandra Ernst

Verlag: dtv

Seiten: 400 | Ausgabe: 2016

ISBN: 978-3-423-76135-2

Zu kaufen bei Amazon* oder im Buchladen nebenan :)

 

Die Autorin:

Virginia Boecker kommt aus den USA, hat in Texas studiert. Sie lebte einige Jahre in London und begann sich für die englische Geschichte des Mittelalters zu interessieren. Auf diesem Wissen basiert ihr Debüt „Witch Hunter“.

Die Story:

Elizabeth ist die gefährlichste Hexenjägerin ihres Landes. Doch als sie plötzlich selbst der Hexerei bezichtigt wird und im Gefängnis beinahe ums Leben kommt, rettet sie nicht wie erwartet ihr bester Freund. Sondern ihr größter Feind: Der bekannteste Zauberer des Landes.

Meine Meinung:

Hinweis: Mein Exemplar war noch nicht fertig korrigiert. Es kann also sein, dass einige meiner Kritikpunkte in der käuflichen Version gar nicht mehr zu finden sind.
Vorweg muss ich einmal kurz loben, wie schön das Buch unterhalb des Schutzumschlags aussieht. Das ist wirklich außerordentlich gelungen!
Der Inhalt ist das leider nicht. Obwohl ich damit nicht sagen will, dass das Buch schlecht war. Es hat mich gut unterhalten, ich mochte die Charaktere und der Schreibstil hat mir (auf das ganze Buch bezogen) ebenfalls gefallen. Doch das Buch hätte an einigen Ecken und Kanten noch etwas Feinschliff bedurft.
Zum Einen haben wir die Story. Auf 400 Seiten passiert extrem wenig, der Plot ist schwach und nur mittelmäßig mitreißend. Der Schreibstil macht das zwar teilweise wieder wett, aber in manchen Momenten war ich beinahe gelangweilt, weil der Plot hinkte. Auch die historischen Hintergründe fehlten – von der „enormen Recherche“ die Boecker angeblich in das Buch gesteckt hat, merkt man aktuell herzlich wenig.
Das Worldbuilding ist quasi nicht vorhanden. Ich hatte keinerlei Orientierung, ich kann mich auch nicht mehr an die Stadt-/Landnamen erinnern (sofern sie überhaupt erwähnt wurden) und was außerhalb davon liegt ist auch unklar. Und wie sieht das Land aus? Ist die gesamte Politik nur auf Hexenverbrennung fokussiert? Wie leben die Menschen dort? Es fehlte an so viel Hintergrund Information, die vor allem in einem ersten Band von Nöten gewesen wären. Leider war es auch nicht spannend genug um das wieder gut zu machen. Erst gegen Ende wurde es mal kurz spannend (die Szene mit der Illusion fand ich sehr gelungen), aber dann ist das Buch schon wieder vorbei.
Außerdem ist das Buch leider keine Besonderheit. Es folgt dem klassischen Jugendbuch Schema, es gibt keine außergewöhnlichen Wendungen, nichts was wirklich überrascht.
Auch die Charaktere überraschen nicht. Sie sind sympathisch und man mag sie, aber sie sind nichts Besonderes. Held, Antagonist, der Verräter, der alte Weise, die neuen besten Freunde. Klassisch. Nichts neues. Man könnte es langweilig nennen. Auch sind die Charaktere nicht wirklich tiefergehend ausgearbeitet, bei näherer Betrachtung sind sie leere Hüllen. Sie werden nur sehr oberflächlich dargestellt, obwohl natürlich jeder einmal seine tragische Geschichte zum Besten geben darf.
Der Schreibstil war gut. Mehr aber auch nicht. Ständige Wiederholungen (gefühlt jedes Kapitel begann damit, dass sie aufwachte. Meistens weil sie ohnmächtig geworden ist) und dieses ständige, schnell wechselnde Auf und Ab von ruhiger Entwicklung der Geschichte zu DRAMA DRAMA DRAMA haben mich gegen Ende des Buches beinahe in den Wahnsinn getrieben. Ich kenne diese Art von Schreibstil. Genauso habe ich meine eigene erste Geschichte geschrieben. Nur war ich damals elf.
Mein letzter Kritikpunkt ist ein Faden der Geschichte, der nicht wirklich aufgegriffen wurde, obwohl er von Bedeutung ist: [SPOILER] Der König hat offenbar mit Elizabeth das Bett geteilt. Und offenbar war es von ihrer Seite aus nicht ganz freiwillig, auch wenn nie das Wort Vergewaltigung fällt. Aber es wird nicht genauer darauf eingegangen. Alles, was wir dazu wissen ist, dass es ihr peinlich ist. Wie sie deshalb zum König steht oder was das für Folgen hat wird überhaupt nicht erwähnt. [SPOILER ENDE] So ein wichtiger Aspekt, der sowohl für die Charakterentwicklung als auch den weiteren Verlauf der Geschichte von schwerwiegender Bedeutung ist und noch dazu eine starke Nachricht zwischen den Zeilen hätte vermitteln können, wurde einfach ignoriert.
Nach der langen Liste an Dingen, die mich an dem Buch gestört haben, möchte ich aber noch einmal betonen, dass ich das Buch nicht schlecht fand (3 Herzen sind auch definitiv nicht schlecht!). Es hat mich gut unterhalten, war leicht für Zwischendurch und hat für die Folgebände definitiv Potenzial nach oben. Ich bin gespannt, ob es ausgeschöpft wird.

Ein gutes, unspektakuläres Jugendbuch, das noch etwas Feinschliff gebraucht hätte.

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Anmerkung: Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar des dtv Verlags – vielen vielen Dank! :-)

Anmerkung #2: Schaut doch mal bei Kueckis Rezension zu dem Buch vorbei. :-)

Nächstes Buch: Die wundersamen Abenteuer der Galina Petrowna – Andrea Bennett

3 Stars

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