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Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben | Rezension

24. März 2016,6 Comments
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„Das Leben ist schwer. Es kann schön sein und wunderbar, aber es ist auch schwer. Die meisten Menschen kommen irgendwie damit zurecht, indem sie nicht zu viel darüber nachdenken. Andere können das nicht. Außerdem liegt es in der Natur des Menschen. Wir denken, also sind wir.“

Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben

Matt Haig

Übersetzt von: Sophie Zeitz

Verlag: dtv

Seiten: 304 | Ausgabe: 2016

ISBN: 978-3-423-28071-6

Zu kaufen bei Amazon* oder im Buchladen nebenan :)

Der Autor:

Matt Haig, 1975 geboren, begann 2004 seine Autorenkarriere mit dem Buch The Last Family in England, das sogleich auf den britischen Bestsellerlisten landete. Zuvor studierte er Englisch und Geschichte an der Hull University.
Er liebt den Blick aufs Meer, Norwegen und Rom, den Geruch alter Bücher und noch so einiges mehr. Er hat bereits mehrere Bücher geschrieben, darunter auch Kinderbücher, und wurde mittlerweile in 29 Sprachen übersetzt.
Er lebt mit seiner Frau Andrea Semple (ebenfalls Autorin) zusammen, mit der er auch zwei Kinder hat: Lucas and Pearl.

Die Story:

Matt Haig hat(te) Depressionen. Und nimmt uns mit diesem Buch auf eine sehr persönliche Reise, die einem sowohl das Dunkel einer solchen Krankheit, als auch das Licht am Ende des Tunnels zeigt.

Meine Meinung:

Und wieder ist es so ein Buch, bei dem ich absolut sprachlos zurückgelassen wurde. In meinem Kopf wollen sich keine Worte für diese Rezension bilden, dafür sprudelt meines Inneres vor lauter Gefühlen beinahe über.
Ich glaube ich habe mich noch nie so verstanden gefühlt. Und ich habe noch nie etwas gelesen, was diese Krankheit, an der so viele Menschen leiden, so perfekt, feinfühlig und verständlich beschreibt wie dieses kleine, dünne Buch.
Es gibt einen Grund, warum Matt Haig seit „Ich und die Menschen“ mein Lieblingsautor ist. Und dieses Buch bestätigt das einmal mehr, denn ich habe meine Einmerker für dieses Buch aufgebraucht weil ich auf diesen wenigen Seiten so verdammt viel markieren musste, was ich zitieren möchte oder was einfach nur wundervoll war.
Bücher über Depressionen liegen oft schwer im Magen. Es ist eine Krankheit der Düsternis, für Betroffene gibt es kein Licht, sondern nur Schmerz oder absolute Leere. Dieses Buch vermag es vielleicht – hoffentlich – für manche diese Leere ein wenig zu füllen und das Licht zu zeigen, was immer noch da ist auch wenn man es nicht mehr wahrnehmen kann. Es wird niemanden heilen, doch es wird hoffentlich helfen. Und Nicht-Betroffenen verständlich machen was es heißt, so eine Krankheit zu haben. Er verharmlost sie nicht, beschreibt sie in ihrer ganzen Schrecklichkeit und Realität, die für andere unsichtbar ist, und schafft es doch, dass es einen nicht runterzieht. Sondern nach vorne blicken lässt. In die Zukunft, die für Betroffene oft so unrealistisch erscheint. Und ab und zu darf man sogar schmunzeln, weil Haigs Humor einfach großartig ist.

Er ist unglaublich offen und ehrlich obwohl das Schreiben des Buches nicht einfach für ihn war. Aber ich bin ihm unendlich dankbar, dass er die Kraft gefunden hat die richtigen Worte für etwas zu finden, was keine Sprache kennt.

Egal, ob man nun selbst betroffen ist, jemand kennt der darunter leidet oder bisher noch nichts mit dieser Krankheit zu tun hatte: Lest es. Jetzt.

Ein Buch über die Dunkelheit und das Licht, das man nicht sehen kann.
Ein Buch, in dem es weniger um Depressionen als um Hoffnung geht. 

„Nimm dich in Acht vor der Lücke. Der Lücke zwischen der Stelle, an der du bist, und der Stelle, an der du gerne wärst. Allein der Gedanke an die Lücke vergrößert sie.“

lesehaseAufgrund der Aktualität und Feinfühligkeit bei so einem schwierigen Thema und der Offenheit Matt Haigs
bekommt dieses Buch den Lesehasen verliehen.

Anmerkung: Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar des dtv Verlags – vielen vielen vielen Dank! :-)

Anmerkung #2: Ich durfte Matt Haig 2014 interviewen. Hier geht es zum Interview.

Anmerkung #3: Es gibt noch andere tolle Rezensionen zu diesem Buch. Zum Beispiel von der Büchernische. Oder die von Sky.

Nächstes Buch: Throne of Glass (3) – Sarah J.Maas

5 Stars

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6 Kommentare

  • Antworten Stephie 24. März 2016 um 8:59

    Hallo Tasmin,

    eine sehr schöne Rezension, die mir richtig Lust macht dieses Buch sofort zu lesen! Ich hab bisher leider noch nichts von Matt Haig gelesen und werde das ganz ganz bald ändern müssen! :)

    Ganz liebe Grüße,
    Stephie <3

  • Antworten Mitternacht 24. März 2016 um 23:26

    Ich stimme Stephie zu, ich würde das Buch jetzt auch gerne lesen. Das Thema beschäftigt mich seit Anfang des Jahres auch ein wenig und ich fände es bestimmt, wenn du es so lobst. Mal sehen, ob ich es bald lesen werde :)
    Viele Grüße :)

    • Antworten Tasmetu 25. März 2016 um 15:02

      Es ist wirklich ein großartiges Buch und schnell gelesen. Damit kann man nichts falsch machen.

  • Antworten Die Zukunft | Rezension - Tasmetu 17. Mai 2016 um 12:30

    […] Nächstes Buch: Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben – Matt Haig […]

  • Antworten [Rezension] Matt Haig: Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben | serendipity 17. Mai 2016 um 17:35

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