Buchstabensalat

Die Sache mit den besonderen Ausgaben

16. Februar 2016,8 Comments
2016-01-26-22.25.31

„Ich würde mir niemals ein Buch zweimal kaufen, nur weil das neuere schöner aufgemacht ist. Was will ich denn mit 2 gleichen Büchern?“

So klang ich noch vor circa zwei Jahren, und jetzt… 

naja. Jetzt sage ich das theoretisch immer noch. Aber leider eben nur theoretisch. Denn ich versuche meine Trudi Canavan Bücher in einheitlichen Ausgaben neu zu kaufen und auch meine Tolkien Bücher hätte ich gerne in wundervollen und illustrierten Ausgaben. Auch „Die Stimme des Zwielichts“ von Ulli Olvedi, das ein scheußliches Cover mit wundervollem Inhalt hat, kommt nun neu heraus und ich will es haben.

Ich habe die Einstellung, mehrere Ausgaben ein und desselben Buches zu besitzen sei unnötig, nicht abgelegt. Und doch…

Die Lieblingsbücher müssen sich schön machen

Ich behalte die meisten meiner gelesenen Bücher nicht. Ich habe fast keine gelesenen Bücher zu Hause und die, die ich noch besitze, sind absolute Lieblingsbücher und oder Teile einer Reihe. Deshalb verzeihe ich es mir selbst, wenn ich bei diesen Lieblingsbüchern lieber die schöneren Ausgaben im Regal stehen hätte. Und doch kann ich mich nicht ganz überwinden, sie zu kaufen. Wieso noch einmal (mehr) Geld ausgeben, für eine Geschichte, die ich schon im Regal habe? Ich habe ohnehin so wenig Platz. Und so wenig Geld. Und bei Büchern geht es doch um den Inhalt, nicht um das optische.

Und doch wissen wir alle, dass wir uns von schönen Covern beeinflussen lassen. Sehr sogar. Ich bin da keine Ausnahme. Und wenn es nunmal zu einem hässlichen Buch, dass ich geliebt habe, eine tolle neue Ausgabe gibt… dann sollte ich mir das doch gönnen. Oder?

Ich habe Glück, dass ich weder die Harry Potter Bände noch Klassiker wie die Alice im Wunderland zu besagten Lieblingsbüchern zähle, denn sonst könnte ich mich zwischen den ganzen wundervollen Ausgaben nicht entscheiden. Ich will nicht 10 Ausgaben des gleichen Buches im Regal haben, auch wenn sie noch so schön sind. Einmal reicht mir. Nur kann ich mich nicht ganz entscheiden, ob dieses eine Mal nun die schöne, neue Ausgabe oder die alte, mit viel Liebe zerlesene Ausgabe sein soll.

Als ich die weißen Taschenbuchbände von Canavans „Die Gilde der schwarzen Magier“ Reihe nachkaufte sagte ich mir, dass ich die alten Ausgaben wegtun würde. Ich hätte dann die schönen, neuen, die farblich zur Sonea Reihe passten und viel schöner aussahen. Das war vor einem Jahr. Aktuell habe ich immer noch die Rebellin in der alten Ausgabe (weil ich zu geizig bin um mir die neue zu kaufen) und die beiden Folgebände in 2 Ausgaben, weil ich mich nicht von den alten trennen kann.

Wegschmeißen oder festhalten?

In Deutschland schmeißt man keine Bücher weg. Bücher sind Prestige Objekte und es ist einfach ein Unding, Bücher in den Müll zu werfen. Aber das habe ich auch nicht vor. Ich will die Bücher nur abgeben. Aber es fällt mir so schwer.

Ich habe in vielerlei Hinsicht gelernt, dass es wichtig ist, sich von alten Sachen zu trennen, wenn man sie nicht mehr braucht. Auch wenn sie emotionalen Wert haben ist es in vielen Fällen das Beste, sie irgendwie zu entsorgen, damit man nicht voller Melancholie an der Vergangenheit festklebt. Natürlich sind meine alten Ausgaben voller wundervoller Erinnerungen. Aber ist nicht genau der Grund, der mich daran hindert neue Ausgaben zu kaufen, der gleiche Grund, warum ich die alten Bände endlich weggeben sollte? Es ist die gleiche Geschichte. Nicht die Ausgabe hat mich damals geprägt, sondern der Inhalt. Und der ist auch in der neuen Ausgabe identisch.

Zu schön zum Lesen

Und dann gibt es noch die Special Ausgaben. Meist sind sie illustriert und schön aufgemacht. Ich besitze glücklicherweise hier keine Dopplungen aber ich weiß auch so, dass es mir hier noch schwerer fallen würde, die alten Ausgaben abzugeben. Denn die neue Ausgabe war viel zu schön und vielleicht auch zu teuer um sie jetzt zu lesen. Ist das nicht ein Paradox? Bücher haben zu wollen, die man nie lesen wird?

Ich mache mir immer mal wieder Gedanken zu diesem Thema und komme doch nicht weiter. Finde ich besondere Ausgaben nun toll oder unnötig? Geht es nur um den Inhalt oder soll es auch gut aussehen?

Wie steht ihr dazu? Sammelt ihr tolle Ausgaben oder reicht euch eine einfache Ausführung im Regal?

Das könnte dich auch interessieren

Neuerscheinungen_Herbst17

Bücher, auf die ich mich freue | Herbst 2017

18. Mai 2017
GoodieBagsUnboxing

Goodie Bags und Unboxing

1. November 2014
IMG_6733

Berliner Buchhandlungen

16. September 2015

8 Kommentare

  • Antworten Jen 16. Februar 2016 um 10:16

    Hallo! Ich kenne das Problem nur zu gut und bin auch immer hin- und hergerissen was ich tun soll. Ich besitze (bis jetzt) keine Bücher doppelt, weil ich mich meist dann doch von der alten Ausgabe getrennt habe, wenn ich mich wirklich mal dafür entschieden habe, mir eine neue zu gönnen. Aber es fällt schon schwer. Besonders bei Büchern, die es gleich in mehreren tollen Ausgaben gibt. Wie soll man sich denn da entscheiden können? Obwohl mir fällt gerade ein, dass ich Herr der Ringe theoretisch doppelt besitze, allerdings einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch. Das ist zwar auch nicht viel besser, aber zumindest nicht ganz gleich. Jedenfalls… Bücher, die mir gefallen haben, behalte ich in der Regel auch. Wieso also nicht eine schöne Ausgabe im Regal stehen haben? Verschönert ja irgendwie auch die Wohnung :) Aber leider sind gerade Special-Ausgaben oft auch nicht gerade billig. Die stehen dann meist Weihnachten bei mir auf der Wunschliste, weil ich sie mir selbst dann doch nicht leiste. Ich denke mir dann eher, wie viele neue Bücher ich mir damit schon kaufen könnte, die ich noch nicht gelesen habe.
    Liebe Grüße, Jen

    • Antworten Tasmetu 17. Februar 2016 um 20:02

      Ich stimme dir zu – die schönen Ausgaben von Lieblingsbüchern lohnen sich sicherlich. Ich kann mich nur so schlecht von den alten Ausgaben trennen :D

      Was hast du so für besondere Ausgaben?

  • Antworten arne 16. Februar 2016 um 16:18

    Ich gehöre zu den Leuten, die unterschiedliche Ausgaben eines Buches besitzen. Z.B. erst das Taschenbuch zum Lesen und dann später das deutlich schönere Hardcover nachgekauft.

    Und ich finde da nichts verwerfliches dran, denn meiner Meinung nach sind Bücher eben deutlich mehr als nur der reine Inhalt.

    „Und bei Büchern geht es doch um den Inhalt, nicht um das optische.“

    Das ist Quatsch. Gedruckte Bücher sind doch gerade so toll, weil sie nicht nur den Inhalt transportieren, sondern durch Format, Papier, Schrift, Aufmachen etc. dem eigentlichen Text einen besonderen Rahmen und eine Form geben.

    • Antworten Tasmetu 17. Februar 2016 um 20:05

      Nein, etwas verwerfliches finde ich daran auch nicht. Jedem das seine. :) Ich bin kann mich nur für mich persönlich nicht so ganz entscheiden wie ich dazu stehen soll :)

  • Antworten Susanne 17. Februar 2016 um 19:53

    Hallöchen :)
    Ich liebe Sonderausgaben und mach es zum Teil so, dass die Bücher bei meiner Mum stehen und ich sie mir in der schöneren Variante für mein WG-Zimmer kaufe und ich verkaufe auch vieles bei Momox…nur das ich zum Teil echt aufpassen muss Reziexemplare sind und was nicht :D

    Liebe Grüße
    Susanne

    • Antworten Tasmetu 17. Februar 2016 um 20:07

      Das ist natürlich auch eine Variante :D
      Jaja, die guten Reziexemplare :D

  • Antworten Top 5 Februar – Wer hat mir Hack auf den Kopf gemacht? - aKerlin Gebrauchsgrafik 3. März 2016 um 17:15

    […] anders sieht Tasmin von Tasmetu das Ganze. In ihrem Beitrag „Die Sache mit den besonderen Ausgaben“ schreibt […]

  • Antworten Lovely Bloggestöber #4 | Lovely Mix 9. März 2016 um 7:51

    […] schreibt über „Die Sache mit den besonderen Ausgaben“. Sie macht sich Gedanken darüber, ob schöne Ausgaben von Büchern gut sind, oder unnötig. Ich […]

  • Verfasse einen Kommentar