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Das Mädchen das eine Wolke so groß wie der Eiffelturm verschluckte | Rezension

21. Januar 2016,4 Comments
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„Ich habe gelernt, dass man einen hohen Preis zahlt, wenn man versucht Wolken zu zähmen.“

Das Mädchen das eine Wolke so groß wie der Eiffelturm verschluckte

Romain Puértolas

Übersetzt von: Maja Überle-Pfaff

Verlag: Atlantik Verlag

Seiten: 256 | Ausgabe: 2015

ISBN: 978-3455600377

Zu kaufen bei Amazon* oder im Buchladen nebenan :)

Der Autor:

1975 wird Romain Puértolas in Montpellier, Frankreich, geboren. Doch dort bleibt er nicht, er lebte auch in Spanien und England. Auch beim Beruf war er unstet. Unter anderem hat er als DJ, Übersetzer und Analyst gearbeitet. Bereits sein letztes Buch, „Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte“ war ein weltweiter Erfolg.

Die Story:

Zahera hat eine Wolke verschluckt und kann kaum atmen. Doch Providence, ihre neue Adoptionsmutter, setzt alles in Bewegung um zu ihr zu kommen. Und wenn sie dafür fliegen lernen muss.

Meine Meinung:

Nachdem ich bereits von Puértolas erstem Roman so begeistert war, hatte ich hohe Erwartungen an seine Neuerscheinung. Doch er wurde ihnen mit Bravur gerecht und gehört nun ganz offiziell zu meinen Lieblingsautoren.
In seinen Büchern, die alle lächerlich lange Titel tragen, steckt eine ganze Menge Magie. Man mag vielleicht einen lustigen Roman erwarten, wenn man den Titel liest oder hört, doch in seinen Büchern steckt so wahnsinnig viel drin, dass man es vermutlich gar nicht alles begreift, wenn man das Buch nur einmal liest.
Puértolas schreibt nicht nur mit unglaublich viel Charme und einem großartigen Humor, er schafft es auch, schwierige Themen auf den Punkt zu bringen. Seine Bücher bekommen dadurch jedoch nichts schweres, belastendes. Im Gegenteil. Das, was so vielen Autoren misslingt, gelingtPuértolas mit einer Leichtigkeit, die einen durch das Buch fliegen lässt. Das, was andere Bücher runterzieht, beflügelt seine Geschichten und er macht etwas Großartiges daraus.
Seine Charaktere sind absolut einzigartig. Es gibt keine platten Klischees und nichts, was bereits da gewesen wäre. Jeder seiner Charaktere ist verrückt, liebenswert und vor allem individuell. Er nimmt das verrückeste und beste, was man auf Planeten findet und steckt es in sein Buch. Er muss keiner Masse gerecht werden, er muss nicht den Großteil der Menschen ansprechen in dem er 0/8/15 Charaktere verwendet, sondern er beschreibt die Menschen, die im Großteil der Weltliteratur durchs Raster fallen und trifft damit jeden Leser genau ins Herz.
Noch dazu ist sein Schreibstil einfach nur sagenhaft. In seinen Zeilen steckt die Perfektion der Wortakrobatik und jeder dritte Satz ist ein wundervolles, abstruses und perfektes Zitat.
Das alles, zusammen mit einer wirklich interessanten Geschichte, machen das Buch für mich nicht nur einmalig sondern auch zu einem meiner neuen Lieblinge im Regal.
Nicht zuletzt, weil seine Bücher immer sehr aktuell sind. Und das meine ich nicht nur vom Thema her. Sondern auch kleine Anspielungen – so kam in diesem Buch z.B. eine Anspielung auf Conchita Wurst vor. Die kennt man erst seit 2014 und dieser Roman wurde 2015 publiziert. Jeder, der sich ein bisschen mit der Verlagsbranche auskennt, weiß, wie lange ein Veröffentlichungsprozess dauern kann. Und deshalb ist es sehr erstaunlich, wie viele aktuelle Anspielungen Puèrtolas einbaut und perfekt mit dem Rest seiner Geschichte verwebt.
Warum ich hier kaum etwas über den Inhalt der Geschichte schreibe? Weil man Puèrtolas Bücher am Besten in absolutem Unwissen genießt. Desto weniger man über sein Buch weiß, desto mehr wird man überrascht.
Aber hier ein paar Stichworte: Reise, Adoption, Mokuviszidose, Liebe, Marokko, Paris, Verzeihen, prägende Begegnungen, Belästigung, Verlust, Hoffnung und Knoblauch. Noch Fragen? Gut. Dann kauft euch dieses Buch!
Ich kann euch das Hörbuch übrigens nur wärmstens ans Herz legen – es macht das Leseerlebnis noch viel besser.
Ab jetzt werde ich auf jedes neue Buch von diesem Autoren hinfiebern, denn ich kenne niemanden, der so schreibt wie er.

Einmalig, skurill, absolut lesenswert

lesehase

Dieses Buch hat den Lesehasen verliehen bekommen

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Nächstes Buch: Der Wanderer – Trudi Canavan

5 Stars

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4 Kommentare

  • Antworten Franzi Schönbach 30. Januar 2016 um 19:12

    Huhu :)

    das klingt wirklich wundervoll, eine sehr sehr schöne Rezension und wie schmackhaft du einem das Buch machen kannst, ohne groß was vom Inhalt zu verraten, echt toll :). Ich hab schon das vorherige auf der WuLi und dieses ist mir auch schon öfter ins Auge gesprungen – ich sollte wohl möglichst schnell beide in mein Regal bringen :D.

    glg Franzi

    • Antworten Tasmetu 8. Februar 2016 um 22:59

      Danke dir :) Und jaaaa liiiieeeees eeeees :D

  • Antworten Lovely Bloggestöber #3 | Lovely Mix 2. Februar 2016 um 10:46

    […] der lieben Tasmetu gibt es eine wirklich zauberhafte Rezension zu „Das Mädchen, dass eine Wolke so groß wie der Eifeltrum verschluckte“ von Romain Puértolas aus dem Atlanitk Verlag. Ich hatte des Buch auch schon länger näher im […]

  • Antworten Bloggeburtstag | 3 Jahre Tasmetu | Verlosung - Tasmetu 10. Februar 2016 um 7:11

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