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Das Licht der letzten Tage | Rezension

14. Januar 2016,5 Comments
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„Die Hölle ist die Abwesenheit von Menschen, nach denen man sich sehnt.“

Das Licht der letzten Tage

Emily St John Mandel

Übersetzt von: Wibke Kuhn

Verlag: Piper Verlag

Seiten: 416 | Ausgabe: 2015

ISBN: 978-3-492-06022-6

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Die Autorin:

Emily St. John Mandel, 1979 in Kanada geboren, studierte zeitgenössischen Tanz und lebt derzeit in New York. „Das Licht der letzten Tage“ (Station Eleven) stand auf der Shortlist des renommiertesten Literaturpreises der USA.

Die Story:

Wenn eine Grippeepidemie 99% der Menschheit dahinrafft, bleibt nicht mehr viel. Doch unter den Überlebenden gibt es auch Hoffnung. Ausgedrückt in Zusammenhalt, Kunst und Erinnerungen.

Meine Meinung:

„Das Licht der letzten Tage“ wurde überall hoch gelobt, gefeiert, gehyped. Als ich das Buch damals in der Vorschau gesehen hatte, war ich vollkommen verliebt. Vom Konzept, vom Klappentext und natürlich von diesem unfassbar wunderschönen Cover. Doch der Schein trügte. Zumindest mich.

Man muss vielleicht dazu sagen, dass ich ziemlich lange für dieses Buch gebraucht habe und es ab einem gewissen Zeitpunkt als Hörbuch gehört habe – und das Hörbuch ist leider sehr gekürzt und da ich parallel teilweise immer noch im Buch mitgelesen habe, weiß ich, dass viele schöne Stellen nicht vorgelesen wurden, was ich sehr schade fand.

Es war kein schlechtes Buch. Wirklich nicht. Ich kann verstehen, was andere an diesem Buch so perfekt und einmalig fanden. Ich habe die Schönheit des Buches gesehen, doch sie konnte mich nicht berühren. Der tiefgehende, poetische Kern des Buches erreichte mich einfach nicht. Vielleicht lag es an mir und meiner derzeitig Stimmung, vielleicht habe ich zu lange zum Lesen gebraucht, vielleicht habe ich das Buch zum falschen Zeitpunkt gelesen oder vielleicht war es einfach nicht mein Fall. Aber für mich war der Hype um das Buch leider nicht gerechtfertigt.

Wer keine Weltuntergangs-Bücher mag, sollte sich nicht abschrecken lassen, denn dieser Roman ist im Vergleich zu anderen Büchern mit dieser Thematik sehr ruhig und vor allem sehr realistisch. Ich fand das Szenerio und auch die Stimmung gut gewählt und kann mir durchaus vorstellen, dass es eines Tages wirklich so kommt. Es gibt keine Action Szenen, keine übertriebene Gewalt, stattdessen gibt es Theater, Musik und das vorsichtige Herantasten an neue Wege. Wer Shakespeare mag, wird dieses Buch lieben. Da ich kein Shakespeare Fan bin, konnte ich nichts mit den Zitaten und der Liebe zum Theater anfangen. Auch Arthur mochte ich nicht, seine Passagen fand ich irgendwie sehr unnötig auch wenn ich durchaus verstanden habe, inwieweit alles miteinander verwoben war. Clarke mochte ich dagegen sehr und fast alle anderen auch. Außer natürlich den Propheten, aber wen wundert das? Niemand mag religiöse Fanatiker und Menschen, die sich für etwas besseres halten, und doch sind sie leider ein recht alltägliches Phänomen. Trotzdem kann man ihn nicht wirklich hassen, denn nach einem Weltuntergang geht jeder anders mit der Situation um.

Der Schreibstil von St. John Mandel ist filigran und leichtfüßig, doch mich konnte er leider nicht mit sich reißen. Ich fand das Buch schön und würde es weiterempfehlen, obwohl es mich nicht überzeugen konnte und ich meine Probleme mit der seichten, unspektakulären Handlung, sowie dem Gesamteindruck des Buches hatte.

In diesem Buch steckt sehr viel Schönheit – auf vielen unterschiedlichen Ebenen

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Anmerkung: Dieses Buch war ein Rezensionexemplar des Piper Verlags – vielen vielen Dank! 

Nächstes Buch: Das Mädchen das eine Wolke so groß wie der Eiffelturm verschluckte – Romain Puértolas

3 Stars

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5 Kommentare

  • Antworten FrauPixel 14. Januar 2016 um 11:50

    Yaaay du hast es fertig geschafft. ;-) Schade dass es dich nicht so ganz mitreißen konnte. Ich gehöre wie du weißt zu denen, die es gehypt haben. Ich bin halt großer Theaterfan und fand die Passagen toll. Geht es dir auch so: Ich möchte die Comics von Miranda gern lesen.

    • Antworten Tasmetu 14. Januar 2016 um 12:23

      Ja das weiß ich und wie gesagt, ich verstehe es auch :)

      Ja die würde ich tatsächlich sehr sehr gerne lesen :)

  • Antworten Die Rote Königin | Rezension - Tasmetu 27. Februar 2016 um 11:39

    […] Nächstes Buch: Das Licht der letzten Tage – Emily St John Mandel […]

  • Antworten Alexandra 15. März 2016 um 15:06

    Hallo Tasmin,

    ich habe das Buch vor kurzem auch aufgrund seines Hypes gelesen (und weil es zusätzlich noch ein wunderschönes Cover hat) und war ebenfalls enttäuscht. Die Charaktere und auch die Story waren mir zu schwach und der Schreibstil schön, aber eben nicht mitreißend. Ich habe das Buch ständig zur Seite gelegt, weil mich nichts gepackt hat.
    Gut zu wissen, dass ich nicht die einzige bin, die nicht ganz so überwältigt ist, wie manch anderer.

    Liebe Grüße,
    Alexandra (Worttänzer)

    • Antworten Tasmetu 20. März 2016 um 12:36

      Liebe Alexandra,

      da bin ich aber auch froh, dass ich nicht die Einzige bin :)

      Liebe Grüße
      Tasmin

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