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Ich bin Malala | Rezension

5. Dezember 2015,5 Comments
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„Ich bin Malala – meine Welt hat sich verändert, aber ich mich nicht.“

Ich bin Malala

Christina Lamb, Malala Yousafzai

Verlag: Knaur Droemer Verlag

Seiten: 400 | Ausgabe: 2013

ISBN: 978-3426276297

Zu kaufen bei Amazon* oder im Buchladen nebenan :)

Die Autorin:

Malala Yousafzai, die man aus den Medien kennt, hat zusammen mit Christian Lamb ihre Biographie geschrieben. Sie wurde 1997 in Pakistan geboren und ist heute Aktivistin und Friedensnobelpreisträgerin.

Die Story:

Jeder kennt Malalas Geschichte. Das Mädchen, das von den Taliban beschossen wurde und überlebte. Das Mädchen, das sich so stark für die Schulbildung von Mädchen einsetzt. Das Mädchen, das tiefgründige Reden hält und den Friedensnobelpreis erhalten hat. Dieses Buch erzählt ihre Geschichte.

Meine Meinung:

Woah. Woah. Woah.

Dieses Buch! Es war so viel mehr als das, was ich erwartet habe. Und es lässt mich tief berührt und nachdenklich zurück.
Es ist keine selbstgerechte Biographie darüber, wie tapfer sie war und wie toll sie ist, wie man das von so einem Mädchen erwarten könnte, da sie so schnell so viel mediale und gesellschaftliche Aufmerksamkeit bekommen hat.
Es ist die Geschichte des Swat Lands, es ist die Geschichte der Taliban, des Islams, es ist die Geschichte ihres Dorfes, ihrer Eltern, ihrer Freunde, ihrer Heimat. Ihr eigenes Schicksal, das in den Medien so breitgetreten wurde, spielt eine deutlich kleinere Rolle. Sie erzählt eher, wie ihr Leben vor den Taliban war und wie es sich durch diese veränderte.
Malala ist eine unglaublich inspirierende Person, zu der man nur aufsehen kann. Schon in jungen Jahren, lange vor dem Angriff, setzte sie sich für mehr Gerechtigkeit ein und ging einfach ihren Weg, was vor allem in den Umständen, in denen sie lebte, wirklich mutig und selten war. Dasselbe gilt für ihre Eltern. Auch deren Geschichte ist inspirierend.
Sie ist sehr sympathisch. Ihre Ziele sind edel und alles Themen, übe die wir uns alle Gedanken machen sollten.
Sie ist bescheiden, ehrgeizig und eigentlich einfach ganz normal. Sie mag Auszeichnungen, aber nur wenn sie sie wirklich verdient hat. Sie ist ehrlich, direkt, dankbar und voller Liebe und Zuversicht. Ich habe hohen Respekt vor ihr.
Vor allem im Hinblick auf ISIS und die Flüchtlingskrise ist dieses Buch eingängig und unfassbar wichtig. Es hilft uns, zu verstehen. Diese geflüchteten Menschen zu verstehen, den Unterschied zwischen Moslems und Extremisten zu verstehen, die Gründe für Flucht zu verstehen, die aktuelle Lage zu verstehen.
Malala prangert an, sie erklärt und bringt einem das alles näher. Wer dieses Buch gelesen hat, ist der Toleranz einen großen Schritt näher. Es ist ein wundervolles Buch. Lest es!

Viel mehr als man erwarten würde – einfach großartig

Nächstes Buch: Nur einen Horizont entfernt – Lori Nelson Spielman

lesehase

Aufgrund der Aktualität und des guten Aufbaus des Buches erhält es von mir den Lesehasen verliehen

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5 Kommentare

  • Antworten Jalieza 26. November 2015 um 21:58

    Hallo Tasmetu :)

    Ich habe schon lange überlegt ob ich mir Malalas Biografie kaufen sollte, aber da ich eigentlich keine Autobiografien lese hab ich es bisher gelassen. Aber es scheint keine gewöhnliche Biografie zu sein, wahrscheinlich werde ich es doch einmal lesen :)
    Der Lesehase ist übrigens sehr niedlich ♡

    Übrigens: oben in dem Zitat ist ein kleiner Tippfehler, das steht „meien“ statt „meine“ :)

    LGs Jalieza

  • Antworten Cora 5. Dezember 2015 um 10:55

    Oh, ich liebe dieses Buch! Ich habe es mir mindestens fünf Mal aus der Bibliothek ausgeliehen, bevor ich es letzten oder vorletzten Monat bei einem Gewinnspiel gewonnen habe: Mein erster Gewinn aller Zeiten, und gleich eines meiner Lieblingsbücher! Ich finde, Malala hat einen sehr „festen“, bestimmten Schreib- und Erzählstil, der ihrer Persönlichkeit, wie sie im Buch porträtiert wird, entspricht: Zielgerichtet. Selbstbewusst. Stark und mutig, ja. Selbstgerecht, nein. Die Art wie sie von ihrer Heimat berichtet, ist mir ins Herz gegangen, denn so selten bekommen wir hier solch einen Bericht über ein „böses, islamisches Land“ zu sehen / hören / lesen. Mit Nachdruck hat das Buch festgestellt: Nicht der Islam an sich ist das Problem – etwas, das wir uns gerade heutzutage echt öfter klarmachen müssen. Ich habe im Sommer für Flüchtlinge Deutschunterricht gegeben und wie sie von ihrer Heimat sprachen, hat mich oft an Malala erinnert. Sie sprachen von einem Afghanistan, einem Iran und einem Syrien, das wir hier gar nicht kennen, und auch wohl nur durch Berichte jemals kennenlernen werden. Und man kann jedem und jeder, der/die behauptet, viele Flüchtlinge hätten keine Verfolgung zu fürchten und kämen einfach nur hier her, weil es hier so toll sei, nur sagen: Viele dieser Leute lieben ihre Heimat; ihr Herz zerbricht, wenn sie daran denken, was andere Menschen daraus gemacht haben, und dass sie vielleicht nie wieder zurückkehren können. Sie würden euch liebend gerne den Gefallen tun und „zuhause“ bleiben – wenn ihr Herkunftsland noch irgendwie dem Zuhause entsprechen würde, das sich in ihr Herz gebrannt hat…

    • Antworten Tasmetu 8. Dezember 2015 um 21:28

      Malala ist großartig! Es hat mich richtig umgehauen und ich stimme dir beim Schreibstil zu, das beschreibst du echt gut.
      Hast du vor mal einen Beitrag über diese Gespräche zu schreiben? Die paar Zeilen die du getippt hast haben mich bereits sehr beeindruckt und ich würde wirklich gerne mehr darüber lesen :)

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