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Regenbogentänzer | Rezension

12. November 2015,1 Comment
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Lautlose Tränen hinter lächelnder Maske. Einsamkeit – und niemand kann sie sehen.

Regenbogentänzer

Nicole Walter

Verlag: Knaur Droemer Verlag

Seiten: 350 | Ausgabe: 2015

ISBN: 978-3-426-51550-1

Zu kaufen bei Amazon* oder im Buchladen nebenan :)

 

Die Autorin:

Nicole Walter, geboren und wohnhaft in München, war Journalistin und Werbetexterin. Heute ist sie erfolgreiche Drehbuch- und Romanautorin.

Die Story:

Milenas Leben fühlt sich an wie eine Handvoll Nichts. Ihr größter Traum, das Tanzen, und alles, für dass sie je gelebt hat, sind zerstört. Doch dann lernt sie den Menschen aus dem Regenbogenhaus, in dem Menschen mit psychischen Erkrankungen leben, kennen und lernt ganz langsam, dass es doch noch etwas gibt, wofür es sich zu leben lohnt.

Meine Meinung:

Ich durfte bei einem Lesungs Abend bei Droemer Knaur zuhören, wie die Autorin Nicole Walter über das Buch spricht und ein Kapitel, ungefähr in der Mitte des Buches, vorliest. Bereits da war ich schon gefesselt und begeistert von den Charakteren und der Geschichte. Deshalb musste ich es sofort lesen. Und wurde (fast) nicht enttäuscht.
Es war nicht so überragend, wie ich erwartet und gehofft hatte, aber es war doch immer noch verdammt gut. Walter geht feinfühlig mit dem Thema psychische Erkrankungen um, schafft den wackeligen Gang zwischen der eigenen, zerrütteten Seele, Normalität und psychischer Krankheit. Sie zeigt, dass eine psychische Krankheit normal sein kann, alltäglich sein kann, denn viele Menschen leiden unter allen möglichen Formen von psychischen Krankheiten – angefangen mit Stimmen im Kopf oder einer Panikattacke bis hin zu einer „ausgewachsenen“ Psychose. Sie nimmt den Leser an die Hand und führt ihn mithilfe von Milena langsam und einfühlsam in eine Welt, die schon lange die unsere ist, für die wir nur die meiste Zeit zu blind sind und in fast allen Fällen nicht wissen, wir wir mit ihr umgehen sollen. Egal, ob es nun uns selbst oder andere betrifft. So geht es auch Milena, die irgendwie normal und irgendwie auch nicht normal ist – die verstehen will und doch missversteht, die helfen will und doch Fehler begeht, die nicht immer das Richtige tut aber deren Fehler wichtig sind.
Alle Charaktere haben Tiefe und Eigenheiten, jeder kommt einmal mit eingängigen Sätzen zu Wort, auch wenn es sich im Wesentlichen um Milena, Phil, Christopher und Alphonse (Verzeihung! Gottlob!) dreht.
Zwischenzeitlich hatte ich Angst, dass es sich zu einer kitschigen Liebe-heilt-alles-Story wandelt aber ohne jetzt spoilern zu wollen: Diese Angst war unbegründet. Zwar habe ich das Ende (um genau zu sein die letzten 2 Sätze) nicht ganz verstanden, aber das war okay. Der Rest vom Buch hatte mich schon längst überzeugt. Und nicht nur den Charakteren, der Story und der Botschaft zwischen den Zeilen war ich zugeneigt – auch die Liebeserklärung an München, die man herauslesen kann, berührte mich und ich konnte nur lächeln dazu nicken.
Das Buch ist leicht, es liegt einem nicht schwer auf der Brust, es ist nicht bedrängend oder wertend. Es ist wie es ist. So wie die Menschen im Regenbogenhaus. Und diese Leichtigkeit, die einem erst wirklich bewusst macht, wie alltäglich psychische Erkrankungen sind und einem trotzdem den ein oder anderen Denkzettel verpasst, bewundere ich sehr. Genau sie war es, die das Buch nachhaltig wirken lässt, denn sie schiebt diese Krankheiten nicht in den dunklen, verkrampften Schatten. Im Gegenteil, sie zeigt sie in vielen (sicherlich nicht in allen) Farben und kommt der Realtität deswegen vermutlich ziemlich nahe. Auch finde ich Cover und Titel gut gewählt.

Leichtfüßig, eingängig, einprägsam – Nicole Walter findet die richtigen Worte für etwas, was weder richtig noch falsch kennt.

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Anmerkung: Ich habe dieses Buch beim Lesungsabend von Droemer Knaur bekommen – vielen Dank!

Nächstes Buch: Noch so eine Tatsache über die Welt – Brooke Davis

5 Stars

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1 Kommentar

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