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Nacht ohne Sterne | Rezension

30. Oktober 2015,2 Comments
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Sie ging Vidar nach, aber ihre Schritte waren schwer, als hätte sich die Kälte in ihrem Bauch in Eis verwandelt, und alssie den Kopf neigte, fielen die Blütenblätter aus ihrem Haar, kristallen und glitzernd wie Tränen aus blauem Glas.

Nacht ohne Sterne

Gesa Schwartz

Verlag: cbj

Seiten: 542 | Ausgabe: 2015

ISBN: 978-3570163207

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Die Autorin:

Gesa Schwartz wurde 1980 in Deutschland geboren. Sie studierte Philologie, Philisophie und Deutsch als Fremdsprache. Für ihr Debüt („Grim“) hat sie 2011 den Deutschen Phantastik Preis erhalten.

Die Story:

Naya ist halb Mensch, halb Elfe und weiß schon ihr ganzes Leben lang nicht, wohin sie wirklich gehört. Doch eins weiß sie: Jaron ist immer an ihrer Seite. Doch als Vidar aus dem Schatten auftaucht, weiß sie nicht mehr was wahr ist und was nicht.

Meine Meinung:

Eigentlich wollte ich diesem Buch 5 Herzen geben, weil ich es von der ersten Seite an geliebt habe. Leider gab es aber einige Kleinigkeiten, die mich davon abhalten.
Schwartz Schreibstil ist fantastisch. Ein anderes Wort dafür wäre nicht passend. Sie bezaubert mit ihren Worten, lässt einen eintauchen in diese magische, fantastische Welt und hüllt uns ein mit ihrer poetischen Schreibweise.
Leider war es genau diese überschwängliche Poesie die mir die größten Stolpersteine in den Weg gelegt hat. Dadurch, dass man durch die Zeilen tanzt und auf der Erzählweise davonfliegen kann, werden leider ganz einfach Dinge (die man schlecht poetisch beschreiben kann) außer Acht gelassen. So habe ich zum Beispiel sehr oft die Orientierung verloren, weil eine Raumbeschreibung oder eine Erklärung für etwas gefehlt hat. Dies führt zu Verwirrungen. So ist der Satz „Die Farben tanzten über sein Gesicht“ zwar sehr poetisch, aber wenn in diesem doch sehr dicken Buch nirgendwo erklärt wird was mit diesen Farben, usw genau gemeint ist und wie die Magie der Träume funktioniert, ist es auf Dauer doch sehr verwirrend und das kann auch schnell mal frustrierend sein. Man liest einen unglaublich schön geschriebenen Abschnitt, lässt sich mitreißen und am Ende fragt man sich, was diese schönen Worte jetzt eigentlich bedeuten sollten, weil sie keinen klar definierten Kontext haben, was zwar für dieses fantastische und magische Lesegefühl ganz nett ist, für das gesamte Leseerlebnis an sich leider eher nicht. Ich habe auch am Ende sehr viele Dinge nicht verstanden und habe mich des Öfteren gefragt, was eigentlich gerade in dem Buch passiert oder wo ich mich gerade befinde – es las sich schön, ergab aber keinen wirklichen Sinn. Eine Karte von den verschiedenen Welten und der Grenze hätte hier z.B. sehr geholfen.
Nichtsdestotrotz war das Buch leicht und gut zu lesen und die Charaktere erstaunlich eingängig und authentisch – trotz ihren fantastischen Eigenschaften und den kryptischen Gefühlsäußerungen. Vor allem Naya schließt man schnell ins Herz und lernt sie lieben. Auch Vidar und Jaron lassen das Leserherz höher schlagen, auch wenn ich gerne noch mehr über sie erfahren hätte (v.a. über Jaron ganz am Schluss), genauso wie über Rosa oder Nayas Leben vor Beginn des Buches. Diese Geschichte hätte definitiv das Potenzial gehabt, eine fesselnde Reihe zu werden in der mehr in die Tiefe gegangen wird. Fast schon schade, dass es nur ein Buch ist – aber auch irgendwie angenehm.
Ich empfehle das Buch definitiv weiter, „warne“ aber vor dem Schreibstil, der manchen sicher zu poetisch und v.a. zu verwirrend sein wird.

Bezaubernd, düster, poetisch

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Anmerkung: Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar des cbt Verlags – vielen vielen Dank! :-)

Nächstes Buch: Throne of Glass (1) – Sarah J. Maas

4 Stars

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2 Kommentare

  • Antworten Für alle Tage die noch kommen | Rezension - Tasmetu 15. November 2015 um 14:40

    […] Nächstes Buch: Nacht ohne Sterne – Gesa Schwartz […]

  • Antworten Bücher, auf die ich mich freue [Herbst 16/17] - Tasmetu 13. September 2016 um 11:36

    […] aus Nacht und Scherben – Gesa Schwartz Da mich bereits „Nacht ohne Sterne“ überzeugt hat und ich vor allem Schwartz poetischem Schreibstil verfallen bin, bin ich nun […]

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