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Für alle Tage die noch kommen | Rezension

29. Oktober 2015,3 Comments
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Wie lange noch?

Für alle Tage die noch kommen

Teresa Driscoll

Übersetzt von: Carola Fischer

Verlag: Knaur Droemer Verlag

Seiten: 368 | Ausgabe: 2015

ISBN: 978-3-426-65371-5

Zu kaufen bei Amazon* oder im Buchladen nebenan :)

Die Autorin:

Teresa Driscoll war lange Zeit Journalistin und Moderatorin (u.a. beim BBC). Doch schon lange spukte die Idee für „Für alle Tage die noch kommen“ in ihrem Kopf herum. Jetzt ist ihr Debütroman (Originaltitel: „Recipes for Melissa“) öffentlich.

Die Story:

17 Jahre ist es her, dass Melissas Mutter starb. 17 Jahre ist es her, dass sich ihre Mutter dazu entschied, Melissa nicht zu sagen, dass sie sterben würde, sondern ihr stattdessen ein Buch zu hinterlassen, welches sie zu ihrem 25 Geburtstag unerwartet erhält.

Meine Meinung:

Mh. Irgendwie weiß ich nicht so ganz, wie ich diese Rezension beginnen soll. Ich hatte eine traurige, aber doch lebensbejahende Geschichte erwartet. Das Buch gefiel mir auf Anhieb vom Schreibstil und auch von den Charakteren, aber irgendwie war es am Ende nicht das, was ich mir gewünscht hätte.
Das lag zum einen an den Charakteren. Melissa ist eine extrem angespannte Person, die nicht sonderlich tief blicken lässt und bei der aktuell viele Sachen gleichzeitig passieren – was zwar durchaus realistisch sein kann, beim Lesen aber auch anstrengend ist. Sie hat mehrere Probleme und Dinge, über die sie nachdenken will und ist deshalb emotional sehr… durcheinander / aggressiv / impulsiv.
Melissas Vater, mit dem sie an einer Stelle eine schöne aber absolut nicht in das Buch passende Diskussion über Feminsmus/Emazipation/Sexismus führt, hat Probleme sich auf eine neue Beziehung einzulassen. In meinen Augen hatte er leider keine tragende Rolle. Er war für die Haupthandlung eigentlich nicht wichtig, füllte nur Lücken zwischen kleinen Cliffhangern und solchen die es werden wollten. Er war an sich sympathisch, aber man hatte eher Mitleid mit diesem vermutlich circa 50jährigen, der es nicht schafft seine junge Kollegin anzubaggern und mit seiner Sexbeziehung zu einer anderen Frau klarzukommen. Natürlich ist er wichtig, allerdings hätte man es entweder anders aufziehen, oder aber seine Perspektive weglassen können. So war es defintiv nicht optimal gelöst.
Eleanor, die Mutter, aus deren Perspektive auch ab und an erzählt wird, fand ich noch am schönsten. Sie war sympathisch, man war traurig, es war nicht überdramatisch oder zu abgebrüht. Sie war ein richtig guter Charakter. Allerdings, was eher der Schreibweise als der Protagonistin geschuldet ist, nervte mich die Geheimnis Krämerei irgendwann ziemlich.
Denn, und das war ein weiterer Minuspunkt, das ganze Buch über wird ein Geheimnis nicht gelüftet und dann, als es endlich rauskommt, ist man fast am Ende, es hat gar keine richtig große Bedeutung für den eigentlichen Plot und die nächsten (und letzten) 10 Seiten des Buches sind gehetzt und wie im Märchen geschrieben. [Achtung Spoiler] Nach dem ganzen geheimnisvollen Drama kommt nämlich dann ein „Und dann taten sie dies und das, dann passierte jenes, sie backte Kuchen, wurde mit ihrem spontan eröffneten Blog super erfolgreich, Melissas Einstellungen wandeln sich um 180 Grad, am Ende sind alle super glücklich verliebt und Happy End. Ende des Buches“ [Spoiler Ende] Ich persönlich hätte es viel besser gefunden, früh mit der ganzen Geschichte herauszurücken und dann die ganze Zeit danach etwas ausführlicher zu beschreiben. So war ich nicht glücklich damit.
Und, ein letzter Punkt, der mir das Leseerlebnis etwas verdorben hat: Irgendwie war die Stimmung im Buch die ganze Zeit angespannt. Und das hat sich auf mich übertragen. Ich war während dem Lesen immer selbst ganz verkrampft und angespannt, weil das das Gefühl war, was das Buch vermittelt hat.
Nichtsdestotrotz liest sich das Buch gut, der Schreibstil gefällt mir und die Grundidee und die Charaktere an sind eigentlich gelungen. Nur an der Umsetzung hapert es noch. Ich habe stark zwischen 2 und 3 Herzen geschwankt und Eleanor und diesem wunderschönen Cover zuliebe eine 3 draus werden lassen.

Nicht ganz das, was ich erwartet habe

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Anmerkung: Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar des Knaur Droemer Verlags – vielen Dank! :)

Nächstes Buch: Nacht ohne Sterne – Gesa Schwartz

3 Stars

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3 Kommentare

  • Antworten Caro 29. Oktober 2015 um 12:13

    Uiuiui, hab eine Leseprobe von dem Buch hier rumliegen und hab es noch nicht geschafft mich dran zu begeben. Ich mag es überhaupt nicht auf die Folter gespannt zu werden um dann nur einen hingeklatschten Kram zu bekommen. Nur wenige Autoren haben es drauf den Bogen unendlich weit zu spannen und dann mit einem ordentlichen Knall alles ordentlich zu beenden.
    Werde mir das Buch dann wahrscheinlich eher nicht zulegen.
    Sehr schöne Rezension! Und du hast Recht, das Cover ist wirklich toll.
    Außerdem gefallen mir deine Herzchen total gut! Ich bleib einfach mal als Leserin hier! :)

    Liebste Grüße
    Caro :)

    • Antworten Tasmetu 30. Oktober 2015 um 7:52

      Liebe Caro,

      danke dir für den Kommentar – ja ich stimme dir zu. :-)
      Und freut mich sehr, dass du als Leserin bleibst :-)

  • Antworten Harry Potter (7) | Rezension - Tasmetu 15. November 2015 um 14:41

    […] Nächstes Buch: Für alle Tage die noch kommen – Teresa Drescoll […]

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