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Die Welt ist kein Ozean | Rezension

3. August 2015,6 Comments
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Irgendwie kommt es mir so vor, als könnte ich durch ihn erfahren, wer ich wirklich bin. Macht das Sinn? Und was bedeute ich für ihn? Einen Lichtblick in dunkler Nacht?

Die Welt ist kein Ozean

Alexa Hennig von Lange

Verlag: cbj

Seiten: 352 | Ausgabe: 2015

ISBN: 978-3-570-16296-5

Zu kaufen bei Amazon* oder im Buchladen nebenan :)

 

Die Autorin:

Alexa Hennig von Lange wurde 1973 geboren und für sie war das Schreiben schon immer der Mittelpunkt ihres Lebens. Seit 1997 veröffentlicht sie Bücher und Theaterstücke und bekam auch bereits den Deutschen Jugendliteraturpreis. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Die Story:

Franzsika spielt für ihr Leben gerne Klavier und möchte unbedingt ein Jahr in Australien an einer Musikhochschule studieren. Doch vorher macht sie ein kurzes Praktikum in einer psychatrischen Klinik für Jugendliche und trifft dabei auf Tucker, der an totalem Mutismus leidet.

Meine Meinung:

Der offizielle Klappentext hatte mich sofort. Das klang nach einem super tollen Buch, in dem man sich auf eine leichte Art an ein kompliziertes Thema, nämlich psychische Krankheiten, herantasten kann. Und ja, es war locker und leicht, aber eben leider nicht so tiefgründig und realistisch wie ich gehofft hatte.
Aber von vorne. Franzsika ist in dem Alter, in dem häufig alles überdramatisiert wird und da ich in dem Alter ähnlich war, konnte ich es verstehen. Da ich heute aber nicht mehr so bin…. war es für mich ein bisschen schwierig, mich bei manchen Passagen vom Augen drehen abzuhalten. Aber sie ist sympathisch. Auch wenn sie, was ich persönlich ziemlich leichtsinnig und respektlos fand, völlig unvorbereitet in diese Klinik kommt und nicht einmal weiß, was eine bipolare Störung ist. Aber nun gut. Sie versteht sich trotzdem gut mit den Patienten und gibt ihr Bestes.
Tucker, der nicht spricht, war mir interessanter Weise aber deutlich sympathischer. Zwar fand ich es schade, dass er natürlich mega mega heiß sein musste (weil wie soll man sich auch in einen Trauma Patienten verlieben, der nicht der heißeste Typ unter der Sonne ist), aber sein Charakter, der durch seine Fassade leicht nach außen schimmert, hat mich sehr berührt.
Anfangs hörte es sich noch richtig gut an, aber ich hatte schon die Befürchtung, dass das ganze zu einem kitschigen Praktikantin-vollbringt-Wunderheilung-durch-Liebe wird, doch den Großteil des Buches ist das tatsächlich nicht passiert, was ich sehr gut fand. [ACHTUNG SPOILER] Und gerade als ich die Hoffnung hatte, dass es vielleicht halbwegs realistisch bleibt und zwar eine zaghafte Liebe entsteht die aber eben auch noch an der harten Realität eines Traumapatienten dran bleibt… kam die Wunderheilung. Natürlich. Nicht nur, dass er plötzlich wieder spricht (am Anfang war es ja noch richtig schön und irgendwie noch möglich), nein, er hört auch gar nicht mehr damit auf. Es gibt keinen Rückschlag in seiner Krankheit, er faselt plötzlich vor sich hin, grinst, ist frech, hat gute Laune und redet kitschiges Zeug. Ja, es mag romantisch klingen, ist aber (ich bin Laie, aber mir da ziemlich sicher) verdammt unrealistisch. Selbst wenn die Liebe die Heilung fördert, verschwindet das Trauma und der totale Mutismus nicht innerhalb von 2 Tagen völlig so als wäre er nie da gewesen.
Und die (Ex-)Freundin, die plötzlich auftaucht und genauso schnell wieder verschwindet war auch ziemlich unnötig… die kam mir mehr so vor, als hätte man sie nur eingebaut um noch ein paar Extra Seiten und ein bisschen Extra Drama einzubauen. [SPOILER ENDE]
Ich selbst kenne mich nicht aus, bin mir aber ziemlich sicher, dass Leute, die wirklich mit Trauma Patienten und totalem Mutismus zu tun haben, dieses Buch nicht sonderlich mögen werden und rate ihnen deshalb: Lest es nicht.
Für alle anderen: Trotz den unrealistischen und kitschigen Anteilen des Buches, war es doch schön zu lesen. Der Schreibstil hat mir gut gefallen und durch die große Schrift war ich nach sehr kurzer Zeit durch das Buch durch. Es ist eine leichte und lockere Geschichte, die man am Besten an einem freien Nachmittag in der Sonne liest.

Ein schönes Jugendbuch auch wenn es definitiv zu weit von der Realität entfernt ist

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Anmerkung: Dieses Buch war ein Rezensionsexemplar des cbj Verlags – vielen Dank <3

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3 Stars

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6 Kommentare

  • Antworten InaVainohullu 4. August 2015 um 13:07

    Hey Tasmin,

    Du sprichst mir aus der Seele, denn deine Kritikpunkte stimmen mit meinen doch ziemlich 1:1 überein. Ich war superneugierig auf das Buch, habe mich im Verlauf aber mehr und mehr geärgert und war sogar versucht es abzubrechen. Schade eigentlich. Mögen unsere nächsten Bücher uns deutlich mehr begeistern.

    Liebe Grüße Ina

    • Antworten Tasmetu 4. August 2015 um 16:00

      Ja wie gesagt, ich fand es während dem Lesen eigentlich ziemlich gut (deswegen 3 statt 2 Sterne) aber im Nachhinein, als ich dann drüber nachgedacht hab… mh. Nein. Einfach nur realitätsfern und grrrrr.
      Ja hoffe ich auch ^^

  • Antworten Ira6808 4. August 2015 um 13:19

    Hi, das klingt doch so, als sollte ich mir das Buch gar nicht erst holen, vielen Dank für die Warnung! :-)

    Viele Grüße,
    Ira

    • Antworten Tasmetu 4. August 2015 um 15:59

      Okay, ich hoffe es ist die richtige Entscheidung und du kaufst dir ein besseres Buch von dem Geld :)

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