Kolumnen / Autorenleben Projekt 2016

Der Trick mit der Musik

29. Juli 2015,6 Comments
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Ich bin müde weil ich schlecht geschlafen habe. Beim Arzt versticht sich die Arzthelferin aus Angst, nachdem ich ihr gesagt habe, dass ich Blutabnahmen absolut nicht mag und ich muss mich ein zweites Mal stechen lassen. Direkt im Anschluss verpasse ich den Bus und damit meine Sbahn. Es fängt an zu regnen und ich habe weder einen Schirm noch eine Kapuze.

Klingt nach einem richtig ätzenden Montag Morgen. Doch das war es gar nicht.

Irgendwie hatte ich die ganze Zeit keine richtig miese Laune. Klar, es war kein optimaler Start in den Tag, aber der Tag war noch lang. Er hatte also noch viel Potenzial, um besser zu werden. Ich hatte noch viel Zeit, um ihn besser zu machen.

Und dann stand ich da im Regen. Und mein iPod spielte „Young Vulcanos“ von Fall Out Boy und plötzlich wollte ich nur noch tanzen. Durch den Regen tanzen. Wie in einem Film. Und das tat ich dann auch.

 

Ich habe schon vor fast 2 Jahren meinen iPod und mein iTunes radikal ausgemistet. Ich habe fast die gesamte Musik aus meinem „alten Leben“ verbannt um neu anzufangen. Natürlich sind manche Lieder geblieben, weil sie einfach großartig sind. Denn mein Fokus lag vor allem darauf, die ganze traurige und aggressive Musik zu löschen.

Musik hat mich schon immer stark beeinflusst. Es gibt nichts auf der Welt, was meine Stimmung so dirgieren kann wie Musik. Wenn ich ein richtig trauriges Lied höre, bin ich selbst am Boden zerstört und habe miese Laune. Wenn ich aggressive Musik höre, sei es nun HipHop oder Metal, bin ich selber genervt und mies gelaunt. Wenn ich aber fröhliche Musik höre, habe ich gute Laune und bekomme Lust zu tanzen.

Und weil ich das wusste, habe ich ausgemistet. Ich wollte nicht permanent traurig oder wütend sein. Ich wollte viel öfter lachen und tanzen. Natürlich kann man das nicht immer beeinflussen, aber mir hat es extrem geholfen. Hätte ich an besagtem Montag Morgen z.B. Hollywood Undead gehört, wäre ich wahrscheinlich total angepisst gewesen.

Ich will damit nicht sagen, dass bestimmte Bands oder Musikrichtungen schlecht sind – im Gegenteil, ich mag sie nach wie vor. Ich höre sie nur seltener und dann auch nur zu Hause.
Es ist mein kleiner Trick, wie ich viel öfter positiv denken kann und das beste aus Situationen mache. Gute Laune Musik gibt mir oft den Euphorie Kick, den es braucht um nicht im „Der Tag ist scheiße“-Modus zu versinken. Sie gibt mir das Gefühl, diesen Tag doch noch gut werden zu lassen. Sie hilft mir, eine optimistische Einstellung zu wahren, die ich in anderen Fällen vielleicht nicht gehabt hätte.

Was hilft euch dabei, gute Laune zu bewahren? Wie beeinflusst euch Musik?
Ich freue mich auf eure Kommentare :)

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6 Kommentare

  • Antworten wolfgang 29. Juli 2015 um 13:44

    Die gute Laune zu bewahren schafft Musik bei mir leider nicht. Musik hilft mir trotzdem durchs Leben. Ich war schließlich schon vor meiner Geburt in der Oper. Das hinterlässt Eindruck :-)
    Die schönste Musik die ich bisher selbstgemacht habe, war Singen mit meinen Kindern.
    das sollte jeder Mensch erlebt haben.

  • Antworten Frances 29. Juli 2015 um 14:01

    Hallo :)

    Ein wundervoller Post.
    Ich bin dir da anscheinend sehr ähnlich, schon die ersten Töne eines Liedes können meine Stimmung heben oder senken. Das war schon immer so und es wird auch immer so sein. Und das finde ich überhaupt nicht schlimm. xD
    Vielleicht bin ich deswegen auch selbst Vollblut-Musikerin und kann nicht einen Tag ohne Musik auskommen.
    Besonders merkt man es bei mir morgens. Ich bin absolut kein Frühaufsteher und bin dann immer dementsprechend unangenehm morgens, aber sobald das erste Lied zu Ende ist, kann man mit mir reden ohne Gefahr zu laufen angemotzt zu werden. Was dem einen die erste Tasse Kaffee am Morgen ist, ist für mich das erste Lied im neuen Tag.

    Danke für diese schöne Erinnerung daran, einfach mal etwas mehr fröhliche Musik zu hören!
    (Kleiner Tipp für super gute Laune: Phil Collins – On My Way)

    Frances

    • Antworten Tasmetu 29. Juli 2015 um 15:32

      Danke für deinen Kommentar <3
      Ein Tag ohne Musik ist gar kein Tag :D Bin leider selber total unmusikalisch, habe aber früher immer davon geträumt in einer Band zu sein ^^
      Das Lied höre ich mir mal an :)

  • Antworten Hekabe 29. Juli 2015 um 22:29

    Irgendwie ganz interessant/witzig zu lesen, wie jeweils unterschiedlich jeder von Musik beeinflusst wird. Meine Laune wird zwar auch immer von Musik beeinflusst, mir tut „aggressivere“ Musik beim Abreagieren aber eher gut, Gute Laune-Songs machen mich dann eher wahnsinnig. Ich höre z.B. immer, wenn ich traurig oder sauer bin, möglichst laut Linkin Park o.ä. in Dauerschleife.
    In jedem Fall: Wieder ein schöner Post, ich mag diese kolumnenmäßige Posts von dir immer wieder, aber das hab ich glaube ich schon ein paar mal kommentiert. 😉
    lg,
    Hekabe

    • Antworten Tasmetu 29. Juli 2015 um 22:39

      Klar, wenn ich schon richtig angepisst bin, kann ich Gute Laune Musik auch nicht ab und da muss was aggressives her. Aber wenn ich zB mir recht guter Laune in den Tag starte und dann gute Laune Musik höre, wenn was doofes passiert ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich erst gar keine schlechte Laune bekomme :)

      Dankeschön <3 Solche Kommentare motivieren mich dazu weiterzumachen <3

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