Book Reviews

Der Ozean am Ende der Straße | Rezension

27. Juli 2015,3 Comments
IMG_0507

Erwachsene halten sich auf Wegen. Kinder gehen auf Kundschaft.

Der Ozean am Ende der Straße

Neil Gaiman

Übersetzt von: Hannes Riffel

Verlag: Eichborn

Seiten: 238 | Ausgabe: 2014

ISBN: 978-3847905790

Zu kaufen bei Amazon* oder im Buchladen nebenan :)

 

Der Autor:

Neil Gaiman ist ein allseits bekannter Autor aus England. Heute lebt er in den USA.

Die Story:

Als ein 7jähriger Junge das Mädchen Lettie Hempstock kennen lernt, ändert sich sein ganzes Leben. Denn nichts ist so wie es scheint.

Meine Meinung:

Mir wurde dieses Buch von ALLEN SEITEN empfohlen. Jeder, der dieses Buch gelesen hatte, empfahl es mir und war kurz davor mich zu zwingen dieses großartige Buch zu lesen. Ich habe bisher keine einzige schlechte Meinung dazugehört, alle platzten vor Euphorie. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Und sie wurden so bodenlos enttäuscht, dass ich gar keine Worte dafür habe.
Ich weiß nicht ob es einfach nur an mir liegt, aber ich fand das Buch schrecklich. Einfach nur grauenvoll. Ich hatte mich auf faszinierende Fantasy mit interessanten Charakteren eingestellt und auf einen Schreibstil gehofft, der mich umhaut. Nichts von alledem erwartete mich. Der Hauptprotagonist war ein 7jähriger, ziemlich seltsamer Junge (der keinen Namen hat) den ich total unsympathisch fand, der keine wirkliche Persönlichkeit hatte und der sich auch nach 3/4 des Buches noch in die Hose macht (wortwörtlich).
Der „spannende“ Aspekt des Buchs war düster, ja, aber ich hatte weder Angst noch war ich fasziniert. Der Fantasy Aspekt war einfach nur, dass es unerklärliche Phänomene gab – die nie auch nur ansatzweise erklärt wurden. Weshalb ich mich auch mit den Hempstocks, die ich noch am sympathistischen fand, nie richtig verbunden gefühlt habe.
Bei manchen Dingen, die passieren, konnte ich nur denken: Wie kann es jemandem Spaß machen das zu lesen? Münzen im Hals und Würmer im Fuß – das sind absolute Albträume und wenn sie schon in Büchern vorkommen dann bitte a) nicht bei einem 7jährigen und b) in einem besseren Kontext.
Der Schreibstil konnte auch nichts rausreißen. Er war okay. Nicht mehr und nicht weniger. Die versprochene „Poesie“ habe ich nirgendwo entdecken können.
Wenn die Sexszene nicht gewesen wäre, wäre es vielleicht noch ein – zugegeben sehr gruseliges – Kinderbuch. Aber für mich war das eindeutig nichts.
Dieses Buch ist ein perfektes Beispiel dafür, dass Bücher Geschmackssache sind – ein Buch kann von 1000 Leuten hochgelobt und gefeiert werden, es wird trotzdem Menschen geben die es schrecklich finden. Und diesmal gehöre ich zu letzteren.

Bodenlos enttäuschend

IMG_0512

Anmerkung: Die liebe Lotta hat mir das Buch gegen Porto überlassen – danke <3

Nächstes Buch: Die Welt ist kein Ozean – Alexa Hennig von Lange

1 Stars

Das könnte dich auch interessieren

IMG_0755

Heart.Beat.Love. | Rezension

6. Juli 2015
IMG_9360

Die Zeit der Feuerblüten | Rezension

23. Februar 2015
IMG_3291

Gebete für die Vermissten | Rezension

15. September 2014

3 Kommentare

  • Antworten Lesen ist Gold 27. Juli 2015 um 13:39

    Ich hab das Buch gelesen und habe doch ein paar Fragen zu deinem Text.
    Du schreibst zum Beispiel:

    „Der Hauptprotagonist war ein 7jähriger, ziemlich seltsamer Junge (der keinen Namen hat) den ich total unsympathisch fand, der keine wirkliche Persönlichkeit hatte und der sich auch nach 3/4 des Buches noch in die Hose macht (wortwörtlich).“
    Einem Charakter Persönlichkeit abzusprechenn, ohne es richtig zu begründen, finde doch etwas kurz gegriffen. Es stimmt, für sein Alter ist er ungewöhnlich, aber gerade das spricht doch für Persönlichkeit – er ist kein Sonnenschein-Kind, sondern ficht einen Kampf aus – mit sich und anderen,
    Dass sich ein Kind vor Angst in die Hose macht, ist ziemlich normal, kein Grund, darauf herumzureiten (bei einem wirklichen Kind würdest du sicher nicht so abfällig darüber sprechen) – außerdem ist das in einer Situation, in der sich auch so mancher Erwachsene einnässen würde.
    Dass du ihn nicht sympathisch findest, ist total legitim – aber ich hätte mir eine Begründung gewünscht – ist es, weil er so untypisch für ein Kind ist oder welche Gründe hat das? Sowas ist doch das Spannende an einem Verriss! :)

    „Der ’spannende‘ Aspekt des Buchs war düster, ja, aber ich hatte weder Angst noch war ich fasziniert. Der Fantasy Aspekt war einfach nur, dass es unerklärliche Phänomene gab – die nie auch nur ansatzweise erklärt wurden.“
    Aber das ist doch gerade Fantasy und Phantastik – unerklärliche Phänomene; Bedrohungen, die kaum greifbar sind; Magie, die für Kinder selbstverständlich, für Erwachsene aber fremd ist.

    „Der Schreibstil konnte auch nichts rausreißen. Er war okay. Nicht mehr und nicht weniger. Die versprochene „Poesie“ habe ich nirgendwo entdecken können.“
    Ich finde ja, die Poesie in Gaimans Sprache liegt in der Stille zwischen den Worten und dem unverstellten Blick auf das Wesentliche. Das mag nicht jedermanns Sache sein; mich würde interessieren, was du von Ray Bradburys Stil hältst. Ich habe übrigens die deutsche Übersetzung des Buches nicht gelesen, aber „American Gods“ war ziemlich schlecht übersetzt – sowas kann viel ausmachen.

    Liebe Grüße,
    Sarah

    • Antworten Tasmetu 27. Juli 2015 um 14:03

      Hallo Sarah,

      ich habe leider keine tiefgehende Begründung für dich, weil ich nicht explizit analysieren kann warum genau ich ihn nicht mochte. Ja, ich kann allgemein mit Kinder Protagonisten nicht viel anfangen, warum er mir aber noch dazu unsympathisch war, kann ich dir hier nicht in Details darlegen weil ich es selber nicht weiß – ich mochte ihn einfach nicht, konnte keine Verbindung zu ihm aufbauen und fand, dass er keine Persönlichkeit hatte. Bzw nur wenig Persönlichkeit – ich weiß, dass das Buch von vielen geliebt wird und dass diese Leute natürlich auch Persönlichkeit in dem Jungen gesehen haben. Ich fand ihn aber einfach nur apathisch und hatte nicht das Gefühl, dass er eine eigene Stimme oder hervorragende Charakterzüge hat. Es lag nicht daran, dass er ungewöhnlich war. Teo (von TEO von Lorenza Gentile) ist z.B. auch ungewöhnlich und 8 und den fand ich großartig. Ich spreche sie damit ja nicht allen 7jährigen Jungen ab – es war einfach nur mein Empfinden beim Lesen. Ihn deshalb mit einem realen Jungen zu vergleichen ist deshalb nicht ganz fair – es ist ja nur meine Meinung zu diesem fiktiven Buch.
      Ich liebe Fantasy und weiß sie sehr zu schätzen, ich schreibe immerhin auch selbst in dem Genre, aber in diesem Fall waren mir die Fantasy Elemente nicht fundiert genug und konnten mich eben einfach nicht fesseln.
      Ray Bradbury kenne ich ehrlich gesagt nicht und es war auch mein erstes Neil Gaiman Buch… wenn du einen Tipp für mich hast, sehe ich ihn mir gerne mal an :)

  • Antworten Legend (2) | Rezension - Tasmetu 26. August 2015 um 8:57

    […] Nächstes Buch: Der Ozean am Ende der Straße – Neil Gaiman […]

  • Verfasse einen Kommentar