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Der kleine König von Bombay | Rezension

1. Juni 2015,4 Comments
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Sie wird meinen Schmerz für mich mitempfinden, und meine Probleme werden sich verdoppeln.

Der kleine König von Bombay

Chandrahas Choudhury

Übersetzt von: Kathrin Razum

Verlag: dtv

Seiten: 260 | Ausgabe: 2012

ISBN: 978-3423249171

Zu kaufen bei Amazon* oder im Buchladen nebenan :)

 

Der Autor:

Chandrahas Choudhury studierte in Delhi und Cambridge und lebt in Delhi. Er ist Schriftsteller und Literaturkritiker.

Die Story:

Arzee fühlt sich in der großen Stadt Bombay oft ziemlich klein. Als er dann Wettschulden hat und auch noch sein geliebtes Kino, in dem er arbeitet, schließen soll, gerät seine Welt ins Wanken.

Meine Meinung:

Ich habe ja schon lange keine richtig schlechte Rezension mehr geschrieben, weil ich einfach weiß, dass so etwas die Autoren – die ja auch nur Menschen sind – verletzt. Aber in diesem Fall hoffe ich einfach, dass der Autor niemals Deutsch lernt oder diese Rezension einfach nie zu Gesicht bekommt.
Denn der Schreibstil war zwar okay und manche Gedankengänge waren so gut und vor allem so schön umschrieben, dass ich doch einige Zitate herausschreiben konnte. Aber der Hauptcharakter. So einen egozentrischen Waschlappen habe ich ja noch nie in einem Buch erlebt.
Abgesehen davon, dass der Plot eigentlich ziemlich… sinnlos? platt? nicht vorhanden? war und ich bei jeder Seite darauf gewartet habe, dass man nun erfährt auf was diese Geschichte jetzt hinauslaufen soll (es ist nie passiert), hätte ich den Hauptcharakter gerne angezündet.
Sein Name ist Arzee und er ist kleinwüchsig. Soweit, so gut, daraus hätte man (v.a. mit Indien/Bombay als Kulisse) richtig was machen können. Aber nein. Es geht nur darum wie uneeeeeeendliiiiich schwer er es im Leben hat – zumindestens steht das auf jeder Seite. Er bemitleidet sich eigentlich pausenlos selbst und benimmt sich dabei wie Klischee-Frauen aus Mario Barth Witzen.
Die einzigen Pausen davon sind entweder Beschreibungen vom Kino, der einzige Moment, in dem er es wirklich schwer hatte (der vermutlich ein Plot Twist sein sollte, der aber ohne jeden Kontext daher kam und vollkommen deplatziert wirkte) und – ganz wichtig – die Momente, in denen er zeilenlang schreibt, dass er jetzt ein neuer Mensch ist/wird und dass er alles hinter sich lässt und alles anders wird und sein neues Ich jetzt dran ist … und ungefähr eine halbe Seite später ist alles wieder so wie vorher: Er macht aus einem nicht vorhandenen oder sehr kleinen Problem eine Tragödie, in der die ganze Welt nur ihn, Arzee, den armen armen aaaarrrmmmen Arzee, hasst. Die ganze Welt ist nur zu ihm schlecht.
Kotz.
Und das wiederholt sich immer und immer und immer wieder. Wenn wenigstens der Plot, oder doch BITTE wenigstens der Schluss gut gewesen wäre. Aber nein.
Das Buch, dessen Klappentext sich wirklich vielversprechend angehört hat, war für mich ein absoluter Reinfall, was zu 95% an Arzees Selbstmitleid, Egoismus und Scheuklappendenken gelegen hat. Schade.

Ein Buch über einen egozentrischen Waschlappen

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Anmerkung 1: Das zweite Herz gibts nur für die schönen Zitate.
Anmerkung 2: Ich konnte das Buch auf der Webseite von dtv nicht finden.

Nächstes Buch: Der kleine Buddha-Hase – Krista Lester

2 Stars

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4 Kommentare

  • Antworten Carina 1. Juni 2015 um 9:12

    Das klingt für mich wie das Twilight unter den Indien-Büchern :P

  • Antworten Resumée Mai | Video - Tasmetu 7. Juni 2015 um 8:21

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