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5 gute Gründe dafür, einen Blogroman zu schreiben | Gastbeitrag

26. Juni 2015,11 Comments
Gastbeitrag_Blogroman

Hallo ihr Lieben!

Mein Name ist Kim und heute darf ich auf Tasmetu einen Beitrag veröffentlichen, während Tasmin ihren Beitrag zum Thema „Warum Autoren bloggen“ auf meinem Blog All These Special Words veröffentlicht. Passend zu ihrem Thema möchte ich euch heute ein bisschen von meinen Erfahrungen mit Blogromanen erzählen und euch dazu ermutigen, auch einen zu schreiben, wenn ihr irgendwann einmal veröffentlichen wollt.

Was ist überhaupt ein Blogroman?

Ein Blogroman, das ist ein Buchprojekt, von dem einzelne Szenen oder Kapitel in aufeinanderfolgenden Blogbeiträgen veröffentlicht werden. Eine Art Fortsetzungsroman also, der für die Leser frei zugänglich ist. Eine wichtige Eigenschaft des Blogromans ist die Kommentierbarkeit. Man bekommt zeitnahe Lesermeinungen und Vorschläge für einen weiteren Verlauf der Geschichte. Aus literaturwissenschaftlicher Sicht wird der Blogroman übrigens der Netzliteratur zugeordnet.

 

Meine Erfahrungen mit „Love, Kiss, Cliff“

Seit Anfang Januar veröffentliche ich auf meinem Blog jeden Donnerstag eine neue Folge meines Blogromans. Ein Kapitel hat bei mir immer zwischen 1200-2000 Wörtern, je nachdem, wie viel Zeit ich aufbringen kann.

Insgesamt habe ich mittlerweile fast 60.000 Wörter für dieses Projekt geschrieben. Einiges davon ist Mist (das ist dann gleich in der Tonne gelandet), aber viel davon habe ich nach einer groben Überarbeitung hochgeladen, auch wenn ich es so niemals einem Verlag schicken würde.

Durch meinen Blogroman habe ich so viel dazu gelernt, dass ich euch nur ermutigen kann, auch einen Blogroman zu schreiben und euer Geschreibsel mit der Welt zu teilen.

 

5 gute Gründe dafür, einen Blogroman zu schreiben

  1. Kontinuität

Ein Blog- oder Fortsetzungsroman ist der Garant für regelmäßiges Schreiben. Im letzten Jahr habe ich immer nur nach Lust und Laune geschrieben, aber seit ich an meinem Blogroman arbeite, schreibe ich jede Woche mindestens ein Kapitel dafür und arbeite nebenher noch an anderen Projekten.

Das regelmäßige Schreiben ist extrem motivierend und man lernt seine freien Zeiten fürs Schreiben effizient zu nutzen, weil man immer ein Ziel vor Augen hat. Ein Blogroman ist also das perfekte Instrument, um eine neue Gewohnheit zu schaffen.

 

  1. Übung

Regelmäßiges Schreiben führt dazu, dass man mehr Erfahrung sammelt und Wort für Wort, Satz für Satz immer besser wird. Ein Blogroman ist die perfekte Möglichkeit, um durch Regelmäßigkeit seinen Schreibstil zu schulen. Genauso kann man sich hier aber auch in Stil- und Plotrichtungen austoben. Man kann Szenen oder Charaktere einbringen, für die man in anderen Projekten keinen Platz hat.

Ein Blogroman ist in gewisser Weise ein Spielplatz, auf dem ihr euch austoben könnt, wie es euch gefällt.

 

  1. Perfektionismus überwinden

Einen Blogroman zu schreiben, bedeutet in den meisten Fällen, dass der Text nach einmaligem Korrektur lesen hochgeladen wird. Ich kenne sogar ein paar Blogger, die gar nicht Korrektur lesen, sondern ihre Kapitel sofort nach dem Tippen hochladen.

Es ist natürlich Ansichtssache, ob ihr diesen Blogroman als Hauptprojekt setzt oder der Fokus auf anderen Projekten liegt. Im zweiten Fall werdet ihr schnell merken, dass ein Blogroman den Perfektionismus verdrängen kann. Die Texte sind noch in der Rohfassung, aber trotzdem werden sie gelesen und gemocht.

 

  1. Feedback

Am meisten Motivation bringt übrigens das Feedback, das man ziemlich bald nach dem Hochladen bekommt. In den meisten Fällen sind Leser dankbare Kritiker – ihr werdet überrascht sein, wie viel gutes Feedback ihr für Texte bekommt, die eurer Meinung nach noch nicht gut genug sind. Dieses Feedback führt meiner Meinung nach dazu, dass man sich eher zum Schreiben aufraffen kann und mehr und mehr Spaß dabei hat.

 

  1. Angst verlieren

Man verliert auch die Angst davor, etwas zu veröffentlichen. Die Hemmschwelle sinkt. Man lernt, dass eine Veröffentlichung nicht perfekt sein muss, damit sie gemocht oder sogar geliebt wird. Ein Blogroman ist die perfekte Gelegenheit, um eine Veröffentlichung und die Reaktionen darauf im „Kleinen“ zu proben, damit man für den „Ernstfall“ gewappnet ist.

 

Der Mut, neue Wege zu gehen

Ein Blogroman bringt zwar kein Geld ein, aber das sollte auch nicht im Vordergrund stehen. Insbesondere für Menschen, die sich noch am Anfang ihrer Schriftsteller-Karriere befinden, sind die oben genannten Punkte Gold wert. Natürlich bringt ein Blogroman auch die Verpflichtung mit sich, regelmäßig Kapitel online zu stellen, aber selbst da seid ihr frei – es ist euer Spielplatz und ihr dürft entscheiden, wie die Spielregeln aussehen, mit wem ihr spielt und auf welchen Spielgeräten.

Wenn ihr euch jetzt dazu entschließt, einen Blogroman zu schreiben, oder zumindest mit dem Gedanken spielt, habe ich mein Ziel erreicht und kann euch guten Gewissens zu Tasmins Beitrag auf meinem Blog weiterleiten.

 

Alles Liebe,

Kim von All These Special Words

 

P.S.: Sagt doch Bescheid, wenn ihr einen Blogroman schreibt, dann schaue ich bestimmt mal vorbei und lese mit! ;)

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27. Juni 2015

11 Kommentare

  • Antworten Jenny Mile 26. Juni 2015 um 9:22

    Hallo,

    von Blogromanen habe ich bisher noch gar nichts gehört. Das klingt wirklich sehr interessant!
    Jetzt werde ich woll mal ein paar dieser Blogromane suchen und sie lesen.

    Liebe Grüße
    Jenny

  • Antworten alex 26. Juni 2015 um 19:18

    Hallo Kim,
    Hallo Tasmin,

    eure Beiträge machen Mut und Neugierig.

    Alex

    • Antworten Tinka 26. Juni 2015 um 22:51

      Hallo :)
      Zum Thema Blogroman muss ich mich natürlich auch melden und auch einmal „Danke“ an Kim fürs Verlinken. Meine Erfahrungen sind durchweg positiv und ich kann Kims Punkte nur bestätigen. Die ersten Male läd man die neuen Folgen mit Herzrasen hoch und erwartet zitternd die ersten Meinungen dazu. Nach und nach fallen dann die Hemmungen und man wird wirklich entspannter. Auf jeden Fall kann man eine Menge dazu lernen.

      Wenn jemand noch nach Blogromanen sucht, dieser Blog Texthase-Online (http://texthaseonline.com/blogbuchverzeichnis/) führt sogar ein Buchverzeichnis. Vielleicht werdet ihr ja dort fündig ;)

      Habt noch einen schönen Abend und ganz liebe Grüße von Tinka :)

  • Antworten Windsprite 27. Juni 2015 um 20:25

    Ich kenne eine Bloggerin die einen Blogroman schreibt, inzwischen hat sie ihn einfach in der Mitte abgebrochen, einfach weil sie in dem Blogroman viel zu viel überflüssigen Ballast angesammelt hat und sie gar nicht mehr weiterweiß. Ich überlege imer wieder, eine angefangene Geschichte endlich wieder als Blogroman fortzuführen und dabei die Handlung radikal zu ändern, damit sie nicht wieder in die Richtung schreibe, in die ich zwar sehr häufig abdrifte, die ich aber eigentlich überhaupt nicht mag. Aber aktuell passiert da gar nichts…

    • Antworten Kim 16. September 2016 um 18:11

      Ich weiß zwar nicht, ob du die Antwort überhaupt noch liest. Leider ist dein Kommentar bei mir etwas untergegangen, deswegen antworte ich aber trotzdem mal, weil das auch für andere Leser interessant sein könnte.

      Ich denke, das A und O um einen Blogroman wirklich zu einem Ende zu bringen, ist es, ein Ziel vor Augen zu haben. Geschichten sind nicht dazu da, um für immer fortgesetzt zu werden. Sie haben einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Wenn man das bei der Konstruktion seines Blogromans bedenkt, läuft man nicht unbedingt Gefahr, die Geschichte in den Sand zu setzen, weil man einfach zu viel „Ballast ansammelt“ – wie du so schön sagst.

      Manch einer wird jetzt vielleicht sagen, dass ein Blogroman ja eine Fortsetzungsgeschichte sein soll, die in erster Linie für den Autor spannend sein soll und ja, das ist auch richtig. Aber ich denke trotzdem, dass man sich als Autor keinen Gefallen damit tut, eine Geschichte auf diese Art und Weise zu schreiben, weil man so nichts dazulernt, sondern sich im schlimmsten Fall auch noch fragt, wieso man einfach keinen runden Bogen in Geschichten bekommt.

      Zu deiner Überlegung: ich weiß ja nicht, ob du es mittlerweile durchgeführt hast. Aber ich würde immer sagen, dass ein Blogroman eine gute Idee, aber auch sau viel Arbeit ist. Die Erfahrung war es auf jeden Fall wert, aber nochmal würde ich es nicht machen. :)

  • Antworten Sam 2. Juni 2016 um 13:59

    Hey Kim,
    Vielen Dank für den hilfreichen und vor allem ermutigenden Beitrag von dir, auch, wenn er schon etwas älter ist.
    Ich habe selber vor einigen Wochen einen Blogroman angefangen ( https://introspektivblog.wordpress.com/ ) und bin manchmal am überlegen, ob ich das überhaupt durchziehen sollte, weil ich nicht wirklich das Gefühl habe, dass es irgendjemanden interessiert.
    Aber vor allem mit deinen Punkten 1-3 hast du mich nochmal erinnert, dass ich so oder so was davon habe, auch, wenn ich tatsächlich kaum Leser habe. Ich bleibe dran! :)

    Sam

    • Antworten Kim 16. September 2016 um 18:16

      Hallo Sam,

      tut mir leid, dass du so lange auf eine Antwort warten musstest! Ich war fast den ganzen Sommer nicht Zuhause und bin erst jetzt wieder dazugekommen, meine ganzen Sachen auf den neusten Stand zu bringen.

      Glaub mir, das Gefühl kenne ich nur zu gut. Besonders wenn kaum jemand kommentiert, kann das manchmal sehr entmutigend sein, aber es ist auf jeden Fall so, dass ein Blogroman eine gute Übung für dich ist. Du lernst mit Deadlines umzugehen und setzt dich mit deinem Text der Öffentlichkeit aus – damit hast du schon mal einen sehr großen Vorteil anderen Autoren gegenüber. Die Leser kommen irgendwann schon von alleine, wenn du ganz viel Werbung dafür machst. Bedenke dabei auch, dass insbesondere auf Social Media Plattformen wie FB die Reichweite stark eingeschränkt wird – also sieht vielleicht auch nicht jeder deine Beiträge. Ein fester Termin für den Upload eines neues Kapitels kann auf jeden Fall dabei helfen, regelmäßige Leser auf den Blog kommen zu lassen.

      Und noch ein Tipp: Wenn du deine Kapitel mit Cliffhangern enden lässt, ist es wahrscheinlicher, dass die Leser beim nächsten Mal weiterlesen. ;)

      Ich wünsche dir ganz viel Glück mit deinem Blogroman!
      Liebe Grüße
      Kim

  • Antworten Julia Heller 7. Februar 2017 um 18:27

    Hey, ich schreibe auch gerade einen Blogroman! Zu lesen unter http://www.magicberlin.org/roman
    Wir machen dazu auch noch Fotos, Podcasts und kurze Filme :-)
    Da wir erst im Januar angefangen haben, gibt es noch wenig Feedback. Ich würde mich vor allem über Feedback zum Roman freuen!
    Liebe Grüße
    Julia

  • Antworten Sebastian A. Cirkel 31. März 2017 um 16:30

    Ich gehöre wohl auch zu den Romanbloggern und das größtenteils unbemerkt seit 2013.. Meine Erfahrungen und Gründe decken sich mit den Gründen oben.
    Was allerdings jeder Romanblogger wissen sollte, ist die Tatsache, dass Verlahe es ablehnen, wenn Texte schon vorher im Internet standen. Einen Vertrag zu bekommen ist dadurch reichlich unrealistisch.
    Ein Romanblogg sollte daher immer nur Spaß sein. Es ist ein Training für das eigene Buch und nicht das Buch selber – so lieb man seinen Blog auch immer hat.

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