Adventures Kolumnen / Autorenleben Lifestyle

Freundschaft | #8 | Bloggen

29. Mai 2015,8 Comments
IMG_0468

Der letzte Post meiner Freundschaftsreihe und er kommt in eigener Sache. Es geht nämlich um den Satz:

„Ich muss dich ja nicht fragen, wie es dir geht. Ich lese schließlich deinen Blog.“

Ich weiß wirklich nicht, wie oft ich diesen Satz mittlerweile schon gehört habe. Und jedes Mal habe ich eine Mischung aus Schüttelfrost und Würgereiz bekommen.

Denn das ist schlichtweg bullshit.

Dieser Post widmet sich denen, die diesen Satz schon einmal zu mir, oder vielleicht auch zu anderen Bloggern oder YouTubern, gesagt haben.

Mein Blog ist kein Tagebuch. Man kann hier vielleicht meine Meinung zu bestimmten Dingen (wie Freundschaft oder Büchern oder Filmen oder…) finden, doch meine Laune kann man hier nicht herauslesen. Was es in meinem Leben neues gibt, kann man hier nicht herauslesen. Ob ich glücklich bin, kann man hier nicht herauslesen.

Selbst wenn ich DailyVloggen würde (also jeden Tag meines Lebens filmen würde), ersetzt das noch lange nicht die Frage „Wie geht es dir?“. Denn auch DailyVlogs sind nur wenige Minuten, die online gehen und die nur einen kleinen Ausschnitt eines Lebens zeigen – ein Thema, das auf YouTube immer wieder diskutiert wird.

Ich könnte hier einen Post darüber schreiben, wie glücklich ich gerade bin. Und dabei bin ich es vielleicht gar nicht und versuche mich nur selbst aufzumuntern oder andere zu motivieren.

Ich könnte einen Post über Selbstzweifel schreiben, den ich aber erst 2 Monate später veröffentliche, weil ich mich zu dem Zeitpunkt nicht stark genug gefühlt habe ihn online zu stellen.

Was ich damit sagen will: Selbst wenn ich hier auf dem Blog viel über mich preisgebe, heißt das nicht, dass man damit alles über mich weiß. Denn das Bild, was ich hier präsentiere ist oft verzerrt, zeitversetzt oder eben einfach nur ein winzig kleiner Ausschnitt meines Lebens.

Und selbst wenn es anders wäre, ist die Frage „Wie geht es dir“ in einer Freundschaft schlichtweg unersetzlich – das habe ich in #5 | Wertschätzung bereits ausführlich beschrieben. Und kann es an dieser Stelle nur wiederholen und dick unterstreichen.

Ein anderer Punkt, über den ich immer wieder stolpere, ist wenn meine Freunde das Bloggen und YouTube nicht ernstnehmen oder die Arbeit dahinter nicht verstehen. Nein, ich verdiene damit kein Geld. Nein, ich mache das nicht hauptberuflich [weil ich kein Geld damit verdiene]. Ja, ich mache das freiwillig und ja, es macht mir unendlich viel Spaß. ABER es ist trotzdem Arbeit. Es kostet mich Zeit, Aufwand, Geld, Liebe, Kreativität und Geduld.
Ich betreibe Tasmetu sehr diszipliniert – 4 Posts und ein Video die Woche mindestens, immer an den gleichen Tagen und ungefähr zur gleichen Uhrzeit. Das kann schonmal stressig werden. Aber ich kämpfe mich durch, denn ICH nehme meinen Blog ernst.
Klar, ich könnte die Postanzahl verringern, YouTube an den Nagel hängen oder mir nicht mehr so viel Mühe geben. Aber das will ich nicht. „Aber es ist doch nur ein Hobby.“ Nein, es ist so viel mehr als das.
Mit meinem Blog und YouTube habe ich etwas gefunden, für das ich brenne. Etwas, das ich liebe. Und deswegen will ich mich auf diesem Gebiet immer weiter entwickeln und mir vielleicht sogar eines Tages damit oder darauf etwas aufbauen.
Und jedes Mal wenn einer meiner Freunde mir zeigt, dass er/sie das nicht ernst nimmt oder nicht einmal im Ansatz versteht oder mich belächelt, zerbricht etwas in mir. Das, was ich mir hier(mit) aufbaue ist – zusammen mit dem Wunsch Autorin zu werden – mein Traum. Und über Träume seiner Freunde lacht man nicht. Man unterstützt sie.
Zumindestens ist das das, was ich immer versuche und was eines meiner größten Bestrebungen im Leben ist: Ich will, dass die Träume meiner Freunde in Erfüllung gehen. Weil ich sie ernst nehme. Und weil ich sie liebe.

An dieser Stelle könnte ich auch noch über die Freundschaft unter Bloggern berichten, doch das wäre einen eigenen, positiveren Post wert. Und außerdem endet an dieser Stelle meine Kolumne über Freundschaft.

PS: Natürlich gibt es auch Freunde, die es verstehen und die einen unterstützen und denen danke ich von Herzen! <3


 

Wie hat euch diese Kolumnen Reihe gefallen? Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht, sie zu schreiben und eure Reaktionen zu lesen.

Habt ihr Interesse daran, dass ich öfter solche Kolumnen Reihen zu bestimmten Themen mache? Über welches Thema würdet ihr gerne etwas lesen? :)

Und zuletzt: Was bedeutet für euch FREUNDSCHAFT?

Das könnte dich auch interessieren

FSP_THE_WYLD_nefertiti2_web1

THE WYLD

28. August 2015
Ich bin gut genug

„Ich bin gut genug.“

7. Februar 2017
OppressedMajority

Must See: Oppressed Majority

12. Februar 2014

8 Kommentare

  • Antworten Hekabe 29. Mai 2015 um 9:17

    Wieder ein wunderbarer Post, vor allem, weil du Vieles von dem zumindest Anreißt, was für mich auch zu den Gründen gehört, weshalb ich meinen Blog nur sehr dosiert mit meinem Reallife teile und es mir bisher immer gut überlegt habe, wem ich davon erzähle oder den Link weitergebe. Dieser Trugschluss von wegen „Ich lese deinen Blog, also weiß ich auch wie’s dir geht“ zeigt nur, dass die Person, die das sagt nicht verstanden hat, wie Bloggen oft funktioniert.
    lg
    Hekabe

    • Antworten Tasmetu 29. Mai 2015 um 10:17

      Dankeschön :)
      Ja es ist nicht immer leicht >.< Natürlich gibt es auch Freunde, die es verstehen oder es zumindest versuchen aber die sind selten :S

  • Antworten Dodo 29. Mai 2015 um 9:51

    Wie der letzte Post der Reihe? Schade!

    • Antworten Tasmetu 29. Mai 2015 um 10:16

      Ja, man darf mir aber gerne Vorschläge für künftige Reihen hinterlassen :)

  • Antworten Carina 29. Mai 2015 um 9:59

    Liebe Tassi,
    ich lese absolut jeden deiner Blogposts und bin nur mies im Kommentieren ;)
    Klar ersetzt das Lesen eines Blogs nicht den „richtigen“ Kontakt, aber ich habe zumindest immer das Gefühl nicht zu verpassen. Wir machen zwei verschiedene Sachen; ich arbeite und du studierst. Und es ist schwieriger als damals (:P) in der Schule dass man sich regelmäßig sieht. Und wenn ich dann deine Posts lese kann ich zumindest ein bisschen mehr von dir mitbekommen zwischen unseren Treffen. „Ich lese deinen Blog also weiß wie es dir geht“ stimmt nicht hundertprozentig, aber man fühlt sich besser verbunden. Also ich zumindest.
    Liebe Grüße Carina

    • Antworten Tasmetu 29. Mai 2015 um 10:18

      Cari <3
      ich glaube du weißt, dass du damit nicht gemeint warst - es war ja nicht auf alle meine Freunde gemünzt, sondern nur auf die, die sich wie beschrieben verhalten haben :)

      Da stimme ich dir zu :) Man bekommt mehr mit, usw. Trotzdem ersetzt es ein richtiges Gespräch nicht. Aber glücklichweise tut es das bei uns ja nicht :)

  • Antworten Mareike 29. Mai 2015 um 10:31

    Ein sehr schöner Beitrag und gleichzeitig war ich jetzt sehr schockiert darüber, dass es in deiner Umgebung wirklich Menschen gibt, die denken, dass man die Gefühlswelt eines Bloggers an seinem Blog ablesen kann… tatsächlich ist mir sowas noch nicht passiert, obwohl schon einige Leute wissen, dass ich blogge. Liegt aber vielleicht auch an unserem Format mit vier Bloggerinnen und nicht jeder von uns bloggt täglich… ;)

    Ich fand deine Blogpostreihe sehr spannend! Außerdem finde ich es toll, dass du so diszipliniter ran gehst und wirklich häufig postest. Ich könnte mir bisher keinen eigenen Blog vorstellen mit dem ich alleine das so schaffen könnte, deswegen binich sehr glücklich in unserm Mädelsverbund.

    Und Freundschaft ist für mich gegenseitiges Verstehen und Interesse, Spaß zusammen und sich gegenseitig freuen. Vertrauen, Mitgefühl und Verständnis. Und Ehrlichkeit. Nichts ist blöder als Freunde, die einem nicht sagen, was sie stört. Natürlich sollte man da auf den Moment achten und nicht einfach so losmeckern, aber manchmal helfen ehrliche Wort doch viel. Und was mit den Jahren immer mehr bei mir geworden ist: beiderseitiges Kontakt halten. Gerade wenn man nicht in der Nähe wohnt, ist das umso wichtiger.

    Liebe Grüße

    • Antworten Tasmetu 29. Mai 2015 um 10:59

      Liebe Mareike,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar :)
      Ja, ich war auch schockiert… ich war vor allem darüber schockiert wie oft ich diesen Satz tatsächlich gehört habe. Dabei renne ich jetzt nicht durch meinen Freundeskreis und schreie „LEST ALLE MEINEN BLOG!“ – die meisten wissen zwar, dass ich blogge, aber sie müssen ihn nicht lesen, wenn sie nicht möchten.

      Danke für dein Kompliment :) Solche Blogs von mehreren Leuten finde ich toll und bewundere sie – ich könnte das nicht. Dafür will ich dann doch zu sehr mein eigenes Ding machen :D Das ein Blog zu viert funktioniert finde ich wirklich bewunderswert :)
      Und deine Definition von Freundschaft kann ich so nur unterschreiben :)
      Liebe Grüße

    Verfasse einen Kommentar