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Freundschaft | #6 | Kommunikation

15. Mai 2015,3 Comments
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Ich muss zugeben, dass ich diesen Beitrag immer wieder vor mir hergeschoben habe, weil ich nicht weiß wie ich ihn beginnen soll. Zu Kommunikation gehört so viel und sie kann so individuell sein… wie soll ich dafür Worte finden?

Ohne Kommunikation kann es keine Freundschaft geben. Denn selbst das einvernehmliche Schweigen und das Nicht-Ausgesprochene sind eine Art der Kommunikation.

Letzte Woche habe ich bereits über die Relevanz des Satzes „Wie geht es dir?“ geschrieben. Und damit war schon ein großer Teil gesagt, denn er ist die Grundlage für die Kommunikation.

Dabei ist es egal um welche Art dem Kommunikation es sich handelt: Schriftlich, telefonisch, virtuell oder persönlich. Viele sagen, dass die neuen Kommunikationsmittel – wie WhatsApp, Twitter, usw – es schwieriger machen, Freundschaften zu knüpfen. Vielleicht stimmt das sogar, denn sie lassen die falschen Freunde richtig erscheinen, erschweren uns das Loslassen und sorgen für ein ständiges Mitteilungsbedürfnis bzw. den Zwang, 24/7 erreichbar zu sein. Aber gleichzeitig ist es auch eine positive Entwicklung.

Ich gehöre zu den Leuten, die ständig keine Zeit haben weil ich entweder im Stress, nicht daheim oder in einer Prüfungsphase bin. Und ich will so viel von meinen Freunden wissen, die meisten würde ich am liebsten jeden Tag treffen und stundenlang mit ihnen quatschen. Aber das geht nunmal nicht. Und dafür sind Chats usw wirklich gut.

Denn nur wer kommuniziert, wird verstanden und kann verstehen. Nur wer kommuniziert, kann kennen gelernt werden und lernt kennen. Nur wer kommuniziert, schafft das kostbare Vertrauen.

Es gibt keine richtige oder falsche Kommunikation. Für manche ist es die perfekte Kommunikation zwischen Freunden, wenn man einfach nur schweigend nebeneinander hockt und irgendwas macht (Bier trinken / Fernsehen / auf nen Fluss gucken /…). Für andere ist es ein reger Austausch bei dem sich die Worte überschlagen und es keine Sekunde Stille gibt. Und es gibt alles dazwischen. Und es ist mit jedem Menschen anders.

Aber das Wichtigste ist, dass man das Gefühl hat, dass es Kommunikation gibt. Und zwar von beiden Seiten.

Wie oft habe ich schon den Satz gehört: „Wenn er/sie sich nicht meldet, melde ich mich auch nicht“ ?
Dieser Satz ist zwar in sofern vernünftig, dass man sich nicht bei Menschen melden sollte, die sich nie (von sich aus) bei einem melden, aber meistens ist dieser Satz einfach nur Mist. Er bedeutet nämlich in 99% der Fälle: Ich melde mich von mir aus nie wieder bei ihm/ihr, wundere mich dann wieso die Kommunikation abbricht und gebe am Ende der anderen Person die Schuld daran.
Und das ist der Moment, in dem ich die Leute, die diesen Satz sagen, gerne an die Wand werfen würde.

Eine Freundschaft basiert darauf, dass Kommunikation von beiden Seiten betrieben wird. Dass beide Seiten aktiv sind, dass beide Seiten sich melden. Und dass beide fragen wie es dem anderen geht und beide daran interessiert sind sich auszutauschen und/oder zu treffen. Wenn eine Seite wegbricht, weil er/sie zu stur dafür ist oder solche Sätze sagt wie oben beschrieben, geht das nicht lange gut. Denn in den meisten Fällen meldet sich die andere Person noch eine Weile, aber irgendwann wird es ihr auch zu doof und die Kommunikation hört ganz auf.

Klar, kann man mal eine stressige Phase haben in der man sich (von sich aus) nicht meldet. Aber spätestens wenn diese Phase vorbei ist, sollte man mal wieder ein Lebenszeichen von sich geben und mal hören, was man so verpasst hat.

Wenn jemand spürt, dass er sich bei einer Person nicht mehr melden will (aus Sturheit oder warum auch immer), dann lasst es gleich. Betreibt keine Schein-Kommunikation, wenn die andere Person sich doch einmal wieder meldet, sondern kappt die Freundschaft gleich. Das erspart euch allen Zeit und Stress. Denn wenn ich keine Interesse mehr daran habe, mit der anderen Person zu kommunizieren und dafür auch ab und an den ersten Schritt zu tun, dann ist das keine Freundschaft. Dann ist das maximal eine Bekanntschaft, eher aber noch viel weniger.

Andersrum gillt das aber auch. Wenn ihr merkt, dass euch jemand nie von sich aus schreibt / euch anruft / ein Treffen ausmachen will, fragt euch: Ist diese Person wirklich mit mir befreundet? Will ich jemand in meinem Leben haben, der entweder nie an mich denkt oder einfach kein Interesse daran hat, den ersten Schritt auf michzuzugehen? Schreibt dieser Person ein paar mal, fragt nach, stellt sie zur Rede warum da nie etwas kommt. Wenn keine plausible Antwort oder so ein Spruch wie oben kommt, gillt auch hier: Freundschaft beenden. Oder sie umbenennen. Je nachdem.

Es ist doch viel schöner, wenn von beiden Seiten aufeinander zugegangen wird. Wenn ein Gleichgewicht entsteht. Wenn jeder mal den ersten Schritt macht. Wenn jeder nachfragt, wenn jeder zuhört und wenn man eine gemeinsame Art der Kommunikation findet. Sei es das Schweigen, eine Geheimsprache, unablässiges Reden oder irgendetwas anderes. Wenn man weiß, welche Art Kommunikation mit einem bestimmten Freund herrschen muss, dass es sich für beide nach einer Freundschaft anfühlt. Wenn niemand das Gefühl bekommt, vergessen worden zu sein. Oder ignoriert zu werden. Wenn man stattdessen das Gefühl bekommt und gibt, dass das hier eine gute, funktionierende Freundschaft ist.

Wann habt ihr euch das letzte Mal einfach so bei euren Freunden gemeldet?

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3 Kommentare

  • Antworten Dodo 15. Mai 2015 um 10:27

    Hefällt mir dieser Artikel!

  • Antworten Sabrina 15. Mai 2015 um 14:43

    Ich bin eigentlich immer die, die sich immer meldet. Die immer fragt, wie gehts, die auch nach Monatelanger Funkstille, eine kurze Nachricht hinterlässt.

    Ich kann nicht los lassen. Es ist schwer. Bei einer Person habe ich aber den Schlussstrich gezogen. Aber eher widerwillig. Es ist jetzt noch schwer. Seine Handy Nr ist noch gespeichert, auch wenn die Freundschaft seit 2 Jahren vorbei ist.

    Joar. Ich habe aber auch die erfahrung gemacht, das man bicht täglich kommunizieren muss um eine Freundschaft aufrecht zu erhalten. Ich habe nach der 10 Klasse meine damals bester Freundin aus den Augen verloren (sie ist mies abgerutscht und war vom erdboden verschwunden…) und nach 15 Jahren! Habe ich sie dank Facebook wieder gefunden! Wir trafen und uns es war als wäre die Zeit nie dazwischen gegangen. SO kanns auch gehen.
    Freundschaft ist eine Herzenssache, ich finde da braucht es keine Kommunikation.

    • Antworten Tasmetu 18. Mai 2015 um 10:55

      Stimmt, das sehe ich auch so: Manche Freundschaften funktionieren super, auch wenn man ewig nichts voneinander hört. Aber einseitige Kommunikation ist nie gut :/

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