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Must See: Eine persönliche Bitte

20. März 2015,1 Comment
PersönlicheBitte

Dieses Must See ist in jeder Hinsicht etwas Neues: Denn sie hat nichts mit Tierrechten oder Feminismus oder spannenden Videos zu tun. Es ist etwas sehr persönliches.

Die Probleme der Menschen die dir nahe stehen, sind auch deine Probleme. Oder zumindestens würdest du wirklich gerne eine Lösung dafür finden. Und das versuche ich hiermit.

Diabetes Typ I ist eine chronische Blutzuckererkrankung, die mit dem allgemein bekannten Diabetes Typ II (auch Altersdiabetes genannt) nicht viel gemein hat. Sie wird nicht durch Übergewicht oder Alter ausgelöst – sie wird vererbt oder entsteht einfach so. Deshalb gibt es auch keine Heilmethoden.

Um kurz einfach zu erklären, was diese Krankheit eigentlich ist: Der Körper produziert kein eigenes Insulin mehr. Dieses Hormon braucht der Mensch jedoch um Zucker vom Essen in den Körper aufzunehmen. Deswegen muss der Blutzuckerspiegel überwacht und ggf. Insulin gespritzt oder etwas gegessen werden. Tut man das nicht, kann es lebensgefährlich werden. Mit anderen Worten: Ohne die heutigen Hilfsmittel würden die Erkrankten nach einiger Zeit an einem Unterzucker oder einem zu hohen Zuckerspiegel sterben.
Außerdem gibt es sehr viele Folgeerkrankungen, die ebenfalls chronisch werden können und in manchen Fällen ebenfalls lebensbedrohlich sind.

Die Hilfsmittel gehen von Testgeräten und verschiedenen Spritzen und Pens über Überwachungsgeräte die den Blutzuckerspiegel messen bis hin zu Pumpen, die den Großteil der „Arbeit“ machen – sie messen und spritzen automatisch. Natürlich ist man damit aber nicht „geheilt“ oder muss nicht mehr auf sich achten – denn die Technik kann sich auch irren. Dennoch ist sie hilfreich und lebenswichtig.

Mit diesem Must See möchte ich zwei Sachen erreichen:

1. Auf diese Krankheit aufmerksam machen. Zwar ist Diabetes Typ II mittlerweile recht bekannt, die wenigsten Menschen wissen jedoch wirklich, was es bedeutet, diese Krankheit zu haben und noch weniger Menschen kennen Typ I – selbst Ärzte kennen oft die gravierenden Unterschiede zwischen den beiden Typen nicht.
Ich möchte an dieser Stelle keinen wissenschaftlichen Vortrag halten, dafür weiß ich selbst zu wenig. Doch ich weiß, dass es zwei völlig verschiedene Krankheiten sind und dass vor allem Typ I mehr Aufmerksamkeit braucht.
Ich betone auch hiermit noch einmal, dass ich hier AUSSCHLIEßLICH über Typ I spreche.

2. Möchte ich auf eine Petition aufmerksam machen.
Eines der angesprochenen Hilfsmittel ist das Gerät zur permanenten Überwachung des Blutzuckerspiegels. Es dient als eine Art Frühwarnsystem: Stimmt etwas mit den Werten nicht, schlägt es Alarm. Das ist vor allem für Leute hilfreich, die diese Krankheit schon sehr lange haben und deren „Warnsysteme“ des eigenen Körpers abschwächen. Oder für alle, die Folgeerkrankungen vorbeugen möchten – desto weniger extreme Werte man hat, desto seltener bekommt man Folgeerkrankungen. Für diese Überwachung braucht es ein Gerät und Sensoren, die mit einer Nadel den Blutzuckerspiegel im Körper dauerhaft messen.
Soweit, sogut. Wozu braucht man da eine Petition?
Weil die Krankenkassen es nur in Ausnahmefällen bezahlen. Oder nur teilweise zahlen. Oder nur das Gerät und nicht die Sensoren zahlen. Oder sie zahlen zuerst, ändern dann jedoch ihre Meinung und zahlen es nicht mehr. Oder oder oder. Und ein normaler Mensch, jemand wie du und ich, kann sich das einfach nicht leisten, dafür ist es viel zu teuer. Allein die Sensoren kosten über 200 Euro im Monat. Wäre dieses Überwachungssystem jedoch im sogenannten „Hilfsmittelverzeichnis“ erfasst, würde es nicht mehr zu Ablehnungen, Teilzahlungen oder ähnlichem kommen. Und das möchte die Petition erreichen.
Link zur Petition
Link zum Diabetikerbund Bayern (für mehr Informationen)

Ich weiß. Das alles geht dich wahrscheinlich absolut nichts an und ggf. habe ich dich mit den Ausführungen über eine Krankheit, mit der du nie etwas zu tun haben wirst, gerade zu Tode gelangweilt.
Aber mir ist dieses Thema sehr sehr wichtig und wenn ich auch nur einen von euch dazu bewegen konnte, die Petition zu unterschreiben oder ich auch nur einen von euch informieren konnte, dass es Diabetes Typ I überhaupt gibt und wie lebenseinschränkend und lebensgefährend diese Krankheit sein kann, ist mein Ziel erreicht.

Stellt euch vor, ein guter Freund / eine gute Freundin / euer Partner / ein Familienangehöriger hat plötzlich diese Krankheit. Oder ihr habt ein Kind und das bekommt diese Krankheit ganz unerwartet (ja, auch kleine Kinder können diese Krankheit bereits haben). Ihr möchtet den Blutzuckerspiegel permanent überwachen um Extremwerten, die lebensgefährlich werden können, vorzubeugen und / oder die Wahrscheinlichkeit für Folgeerkrankungen einzudämmen.
Doch die Kasse sagt „Nö. Zahlt doch selber.“ oder „Okay, das Gerät zahlen wir. Wie ihr die Sensoren finanziert, ist uns ziemlich schnuppe.“
Ihr legt Widerspruch ein, kämpft euch stundenlang durch Bürokratie, geht zu Ärzten und lasst euch Empfehlungen schreiben aber die Kasse sagt immernoch: „Achsoooo, das würde deinen Alltag verbessern? Dein Leben erleichtern? Es vielleicht sogar retten? Oder zumindestens Folgeerkrankungen seltener machen, was uns ja auch noch Geld sparen würde? Naja, irgendwie interessiert uns das immernoch nicht.“
Und dann kommt ihr eines Tages nach Hause, euer Kind (oder jemand anders, der euch Nahe steht) hatte einen Unterzucker – weil es vielleicht selbst noch nicht messen kann, nicht dran gedacht oder es einfach nicht gemerkt hat – und liegt tot auf dem Boden.

Natürlich bewahrt eine permanente Überwachung einen nicht vor jedem extremen Zuckerwert und jeder Folgeerkrankung, auch die Pumpe tut das nicht. Denn wie gesagt: Auch Technik kann sich irren. Deshalb ist weiterhin Forschung nötig – aber so lange es Mittel und Wege gibt, die das Leben eines Diabetikers lebenswerter machen, sollten sie auch genutzt werden. Und deshalb spreche ich mich definitiv für die Petition aus.
Wenn ihr also einen kleinen positiven Effekt in der Welt leisten möchtet – und sei es nur, mir eine Freude zu bereiten – unterschreibt. Das tut euch nicht weh, hilft aber so vielen und rettet einigen vielleicht sogar das Leben.

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1 Kommentar

  • Antworten Wise Man 23. März 2015 um 8:54

    Moin moin,

    schon passiert :-)
    Und in dem Zusammenhang habe ich mich gleich mal für eine Studie zu Typ 2 angemeldet. Ich finde da sollte man überall dabeisein und mitwirken/helfen.

    Have a nice day
    Wise Man

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