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Das Kapital bin ich | Rezension

1. Dezember 2014,9 Comments
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Mein Ich ist unteilbar geblieben, aber teilweise digital geworden.

Das Kapital bin ich

Schluss mit der digitalen Leibeigenschaft

Hannes Grassegger

Verlag: Kein & Aber

Seiten: 78 | Ausgabe: 2014

ISBN: 978-3-0369-5698-5

Zu kaufen bei Amazon* oder im Buchladen nebenan :)

Der Autor:

In den 1980ern geborene Hannes Grassegger studierte in Berlin und Zürich und arbeitete als Finanzindustrie. Er schreibt für SZ, den NZZ und das Zeit-Magazin.

Die Story:

Jeden Tag teilen, posten und liken wir im Internet – Facebook, Google, Twitter, all die sozialen Netzwerke und Internet-Giganten beherrschen uns. Ohne das wir es merken. Und verdienen damit Milliarden Euro und Dollar.

Meine Meinung:

Bevor ich zu meinen eigenen Gedanken zu diesem Essay komme, möchte ich kurz zur äußeren Form etwas schreiben. Zu allererst möchte ich das Layout loben, das fand ich von vorne bis hinten gelungen – vor allem die Seitenzahlen.
Leider gab es in dem Buch viele Wiederholungen von Sätzen, was auf den wenigen Seiten wirklich nicht notwendig gewesen wäre und mich ein wenig genervt hat. Was mich noch mehr genervt hat war, dass in diesem Buch – in dem alle zwei Zeilen ein neues englisches Fachwort lauert, dauernd „AGBs“ steht. Es heißt AGB. Man sagt schließlich nicht „Allgemeine GeschäftsbedingungenS“.

Während ich den Essay gelesen habe, gingen mir so unglaublich viele Gedanken durch den Kopf, ich wusste gar nicht, wie ich sie jemals ordnen sollte. Ich stimme Grassegger in vielen Punkten durchaus zu, aber seine Schlussidee – auf die der Essay hinaus lief –  konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Jedoch ließ es mich nachdenken, sehr intensiv nachdenken sogar. Denn ich habe großen Respekt vor Facebook oder generell all den zukünftigen Entwicklungen, die schneller Realität werden als wir es uns vorstellen können. Ich will keine Drohnen, keine Smart Cities, keine Smart Autos, keine Smart Heizung. Ein Smartphone ist mir schon genug. Aber andererseits bin ich Bloggerin. Und YouTuberin. Womit ich wohl die Stufe erreicht habe, bei der ich von allen Internetnutzern am meisten Daten in den Rachen des Internets, bzw im Falle von YouTube, Google werfe. Und ich persönlich sehe auch keine wirklich Lösung für das Problem, denn wir können nicht alle Grasseggers Lösungsvorschlag anwenden, das ist schier unmöglich.
Als ich das Buch beendet habe, habe ich mich machtlos gefühlt. Ich musste das Internet und meinen Laptop ausmachen und habe für eine gefühlte Ewigkeiten ein Buch in meinem Regal angestarrt. „Corpus Delicti“ von Juli Zeh. Denn das Gefühl, dass der Essay hinterlassen hatte, war Angst. Erst als ich diese wieder geschickt unterdrückt hatte, konnte ich wieder an meinen Laptop gehen um diese Rezension zu schreiben. Doch nicht, ohne ein flauen Gefühl im Magen.

Wichtig

PS: Das Buch habe ich auf der FBM vom Kein und Aber Verlag bekommen – vielen Dank! :)

Nächstes Buch: Not that kind of girl – Lena Dunham

1 Stars

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9 Kommentare

  • Antworten korbinian 1. Dezember 2014 um 10:52

    „… Es heißt AGB. Man sagt schließlich nicht “Allgemeine GeschäftsbedingungenS”…“
    Danke! :D

  • Antworten Henni 8. Dezember 2014 um 1:18

    Ich hab immer noch keine positive Meinung zu dem Buch, sehe es ähnlich wie du und mir ging es auch ähnlich. Nur, dass ich meinen PC erst recht angeschaltet habe und erst mal den Autor gesucht habe… Der hat auch Internet. ;)

    • Antworten Tasmetu 8. Dezember 2014 um 9:22

      Also hält er sich ja selbst nicht dran… das macht das Buch also auch noch unglaubwürdig… super :D

      • Antworten Ledux 11. Mai 2015 um 11:12

        Du hast das Buch nicht gelesen, oder? Er will im Internet sein, auf seiner Visitenkarte steht nur sein Name, die Kontaktdaten findet man Internet.

        Was ihn stört ist, dass wir die Daten verschenken. Er schlägt Zwischenhändler vor, denen wir unsere persönlichen Daten anvertrauen. Wir könnten diesen Databroker erlauben, gewisse Informationen über uns zu vermarkten (z.B. welche Musik wir mögen oder wo wir einkaufen). Alle anderen Informationen würden aber zurückgehalten und könnten nicht frei gehandelt werden (z.B. die Religionszugehörigkeit oder politische Gesinnung).

        Er schlägt in keinster Weise digitale Abstinenz vor, das ist für die wenigsten von uns noch praktikabel. Aber die Hoheit über unsere persönlichen Daten müssen wir wieder zurück gewinnen. Das ist alles, was er fordert.

      • Antworten Ledux 11. Mai 2015 um 11:15

        Ups, du hast den Artikel verfasst. Bitte entschuldige mich für meinen ersten Satz. Den würde ich gerne zurücknehmen. Sorry

  • Antworten Das Feuer von Konstantinopel | Rezension - Tasmetu 9. Dezember 2014 um 18:09

    […] Nächstes Buch: Das Kapital bin ich – Hannes Grassegger […]

  • Antworten Nissi Mendes 11. Dezember 2014 um 21:35

    Cooler Blog! Gefällt mir sehr gut.
    Du hast sowas von Recht :-) in der Schweiz sagen wir auch immer „die AGBs“ obwohl es völlig falsch ist.. :-)

  • Antworten Resumée November - Tasmetu 26. Februar 2015 um 10:15

    […] Begabte – Trudi Canavan Das Feuer von Konstantinopel – Ingmar Gregorzewski Das Kapital bin ich – Hannes Grassegger Not that kind of girl – Lena Dunham Finding Sky – Joss Stirling Die Bienen – […]

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