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Swan Lake Reloaded

12. August 2014,2 Comments
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Wer kennt es nicht? Die Geschichte von Schwanensee? Oh richtig, ich. Da ich mich für Ballett und Kitsch nicht wirklich begeistern kann kam es mir sehr gelegen als ein guter Freund mir vorschlug in „Swan Lake Reloaded“ zu gehen, eine Aufführung bei der die typische Geschichte modern und mit viel Streetdance dargestellt wurde.

Das ganze fand im Prinzregententheater in München statt, die Karten waren für mich nicht ganz erschwinglich aber dadurch dass es zur Hälfte ein Geburtstagsgeschenk war ging es dann doch. Wir hatten Karten für die letzte Reihe, bekamen aber – weil der Saal nicht komplett ausverkauft war – dann doch Plätze in der 7.Reihe zugewiesen von der aus wir einen perfekten Blick auf die Bühne hatten.

Das Stück selber war tatsächlich sehr modern insziniert. Es wurde mit digitalen Elementen gespielt, mit Lichteffekten und – was ich jetzt nicht ganz so toll fand – mit Drogen und Sex. Leider kannte ich die Grundstory vorher nicht woraufhin es mir sehr schwer fiel die Handlung vollkommen zu verstehen, verzeiht mir also wenn sich irgendetwas nicht ganz schlüssig anhört.

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Die vier weißen Schwäne die vorkamen waren drogenabhängige Prostituierte die für den Bösen gearbeitet haben. Der „Prinz“ war soweit ich das verstanden habe einfach ein reicher Mann der verkuppelt werden sollte, aber keine der Frauen richtig toll findet, die ihm in Katy Perry Outfits präsentiert werden. Seine beiden – offensichtlich auf schwul getrimmten – Kumpels, die wir zunächst lustig, dann nur noch klischeehaft fanden, nehmen ihn dann mit ins Rotlichtviertel wo er sich in seine „Prinzessin“ – eine der drogenabhängigen Prosituierten – verliebt. Der Böse, alias Drogendealer und „Sugar Daddy“, findet das heraus und wird wütend. Als dann die „Brautmodenschau“ – die übrigens ziemlich cool insziniert war, daran sollten sich richtige Modenschauen mal ein Beispiel nehmen – ansteht scheint der Prinz blind und verwechselt einen vom Bösen geschickten schwarzen Schwan mit seiner Geliebten und heiratet sie vom Fleck weg. Doch das Stück ist noch nicht – so wie in der Originalgeschichte – vorbei, sondern der Fehler fliegt auf und eine wilde Jagd über die Bühne beginnt. Am Ende gibt es den zu erwartenden tragischen Tod, der jedoch nicht durch den falschen Liebesschwur sondern durch eine Vergewaltigung ausgelöst wird (zumindestens sah es so aus, vielleicht erschießt er sie auch aus Versehen, wir waren zu verwirrt von der Vergewaltigungsszene).

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Und genau diese letzte Szene hat mir das Stück ein wenig versaut, der Freund mit dem ich dort war, stimmt mir da zu. Denn durch die ganzen modernen Elemente, sei es Musik, bunte Haare, die vielen symbolischen Darstellungen usw war es wunderbar anzusehen, mit den drogenabhängigen Prositutierten konnte ich auch irgendwie noch leben, mit der Vergewaltigung (die alles andere als nur symbolisch dargestellt wurde sondern sehr deutlich als solche erkennbar war) nicht. Es waren Kinder unter den Zuschauern. Und als Elternteil möchte ich meinem Kind nach so einem Abend weder erklären müssen wie der Schwan gestorben ist, noch wie Heroin funktioniert.

Wenn man die Vergewaltigung ausklammert war es jedoch eine sehr gelungene Aufführung. Ich liebe solche Shows und Streetdance sowieso und sie haben es wunderbar mit dieser Geschichte und mit Balettelementen kombiniert. Großes Kompliment an die Darsteller und das Team, jedoch würde ich euch ans Herz legen die Tickets erst ab 16/18 Jahren freizugeben.

Leider sind die Vorführungen in München schon vorbei, das Stück ist aktuell weiter nach Linz gezogen.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=0uwAm08iQJY%5D

Alle Bilder von www.semmel.de

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2 Kommentare

  • Antworten Celina J 29. August 2014 um 15:15

    Klingt ja echt abgedreht- ich kenne die Originalgeschichte leider auch nicht wirklich (nur den Barbie-Film dazu, haha), aber ich hab mal die Jungfrau von Orleans mit meiner Deutschklasse gesehen und da haben sie die Frauen auch wie Prostituierte dargestellt und das hat mir auch eher weniger gefallen. Ich mein, sie können es ja modernisieren, aber irgendwie ist es oft too much..

    • Antworten travellertatzi 29. August 2014 um 15:44

      Ja so sehe ich das auch… außerdem finde ich nicht das Prostitution und Drogenkonsum für eine moderne Welt sprechen :/

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