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Ich und die Menschen | Rezension

18. April 2014,6 Comments
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Das Leben, besonders das menschliche, war eine Art Trotzreaktion. Es hatte nie sein sollen, und doch existierte es an einer Unzahl von Orten in fast unendlich vielen Sonnensystemen.

So etwas wie das Unmögliche gab es nicht.

Ich und die Menschen

Matt Haig

Übersetzt von: Sophie Zeitz

Verlag: dtv

Seiten: 352 | Ausgabe: 2014

ISBN: 978-3-423-26014-5

Zu kaufen bei Amazon* oder im Buchladen nebenan :)

Der Autor:

Matt Haig, 1975 geboren, begann 2004 seine Autorenkarriere mit dem Buch The Last Family in England, das sogleich auf den britischen Bestsellerlisten landete. Zuvor studierte er Englisch und Geschichte an der Hull University.
Er liebt den Blick aufs Meer, Norwegen und Rom, den Geruch alter Bücher und noch so einiges mehr. Er hat bereits mehrere Bücher geschrieben, darunter auch Kinderbücher, und wurde mittlerweile in 29 Sprachen übersetzt.
Er lebt mit seiner Frau Andrea Semple (ebenfalls Autorin) zusammen, mit der er auch zwei Kinder hat: Lucas and Pearl.

Die Story:

Wie fühlt es sich an, plötzlich ein Mensch zu sein? Plötzlich auf einem Planeten zu leben, auf dem alles so anders ist als auf dem eigenen? Schmerzen und Zuneigung zu spüren und ein Leben zu leben, das sowohl sterblich, als auch nicht das eigene ist?
Andrew Martin, oder vielmehr die Person in seinem Körper, erfährt all das. Denn er wurde ausgesandt um Informationen zu zerstören und zu sammeln und zwar in Andrew Martins Körper. Für ihn ist die Erde allerdings ziemlich fremd, genauso wie diese unvollkommenen und abstoßenden Menschen die darauf leben und all diese „alltäglichen“ Dinge, die sie tun oder lassen.
Doch desto länger er dort lebt, desto mehr verändert sich selbst.

Meine Meinung:

Wer mit hohen Erwartungen an ein Buch heran geht, wird meistens enttäuscht. Nicht so in diesem Fall. Ich LIEBE dieses Buch. Und das obwohl Mathematik darin vorkommt.
Es ist nicht nur gut gelayoutet, sondern auch gut geschrieben, die Idee dahinter wurde perfekt umgesetzt.
Durch mein Ethnologie Studium las es sich vermutlich noch einmal etwas anders, mir kamen vor allem am Anfang viele Elemente sehr vertraut vor und hatte deshalb viel Grund zu lachen.
Generell kann man bei diesem Buch schon mal laut lachen, aber es gibt auch viele Dinge, bei denen man stockt und sich denkt: „Mmmh, stimmt eigentlich.“
„Andrew“s Charakterentwicklung ist auch wunderbar gelungen: Vom völlig Fremden, der weder die Sprache noch die für uns alltäglichen Abläufe und Gegebenheiten kennt, zu jemandem, der uns vermutlich besser – oder zumindestens aus einer ganz anderen Perspektive – kennenlernt und versteht, als wir es selbst tun. Und der auf einmal begreift: Auch er kann Gefühle entwickeln. Und sie spüren.
Nach diesem Buch sieht man sich selbst und die eigene Welt mit einem ganz anderen Blick. Und das ist etwas, das nur wenige Bücher (und Autoren) schaffen. Gratulation und großes Lob an Matt Haig und vielen Dank für so ein wundervolles Buch. Emotionalität, Sachlichkeit, Witz und auch noch Mathematik in so einen gut zu lesenden und tollen Roman zu packen ist eine wahre Meisterleistung.
Es blieben zwar einige Fragen offen, aus denen man rein theoretisch noch eine Fortsetzung machen könnte (über die ich mich übrigens auf jeden Fall freuen würde), aber ich kann wirklich rein gar nichts bemängeln.
Ich und die Menschen gehört ab jetzt meinen absoluten Lieblingsbüchern. :)
Es fiel mir übrigens sehr sehr schwer das Zitat oben auszuwählen, denn es gibt so viele gute Stellen, die alle zitierwürdig wären. Auf Lovelybooks habe ich noch deutlich mehr zusammengetragen. ;)

Ganz unbedingt lesen! Ein brilliantes und witziges Portrait unserer eigenen Kultur
Vor allem alle Ethnologen sollten es sich einmal ansehen. :)

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PS: Das Buch ist ein Rezensionsexemplar von LovelyBooks und dem dtv Verlag. Vielen vielen Dank dafür!

Nächstes Buch: Die Brücke der Gezeiten – David Hair

 

5 Stars

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