Must See

MUST SEE: Nacktbilder und Krim-Krise

11. März 2014,6 Comments

Es ist wieder Zeit für ein MUST SEE – und zwar diesmal ein zweigeteiltes.

Das erste Thema ist ein Artikel der SZ, den ich gestern zufällig sah. Dabei geht es um ein Mädchen, die Bilder von sich oben ohne auf dem Rechner hatte (nur gespeichert), gehackt wurde und diese Bilder dann im Internet wiederfand.
Ihre Mutter, eine scheinbar sehr konsequente und kluge Frau, begann zu handeln, denn solche Fotos können in den falschen Händen (was im Internet ja irgendwie immer der Fall ist) viel Schaden anrichen. Und so begann der Kampf gegen einen ziemlich miesen Kerl, der ziemlich miese Websiten hat(te). Und gewann.
Ich finde die Geschichte bewundernswert, denn viele Leute trauen sich gar nicht darüber zu sprechen, geschweigedenn zu kämpfen.
Was ich dagegen schockierend fand, waren einige Facebook Kommentare dazu. Nach dem Motto „Wer solche Bilder macht, muss auch mit den Konsequenzen rechnen.“
Ich verstehe nicht, wie solche Menschen denken. Sind das die gleichen Leute die argumentieren „Sie hatte einen kurzen Rock an, deshalb ist sie selbst Schuld an der Vergewaltigung.“ ?!?
Nur weil man etwas anzieht oder ein Bild macht bedeutet das noch lange nicht, dass der gewünschte Effekt der ist, den ein anderer da hinein interpretiert. Wenn man so ein Foto freiwillig hochläd ist das eine Sache. Wenn aber der Computer gehackt wird eine andere. Dürfen wir Frauen uns, wenn es nach den Kommentatoren ginge, jetzt nur noch in Ganzkörper-Rollkragenpullover durch die Welt bewegen? Ich bezweifle, dass das ihr Ziel ist, aber es wäre die einzig logische Konsequenz – das scheint ihnen nur nicht bewusst zu sein.

Ich könnte mich jetzt noch ewig darüber aufregen, aber mich interessiert eure Meinung:

Was sagt ihr dazu?

Das zweite Thema ist die Krim Krise. Ich persönlich bin immer zu faul mich in solche komplexen politischen und historischen Ereignisse einzuarbeiten und bevor ich das nicht getan hätte, könnte ich keine ehrliche Meinung fällen.
Natürlich sind solche Dinge wichtig, bestimmen im schlimmsten Fall mein zukünftiges Leben, aber irgendwie… bin ich selten gewillt mich durch all die vergangenen Ereignisse und aktuellen Vorkommnisse durchzuarbeiten, wenn vor allem letzteres stark durch die Medien geprägt ist und man nie genau weiß, was davon nun stimmt oder was davon einfach ein verzerrtes Bild vermittelt.
Und nachdem ich nicht genügend Wissen habe, kann ich mich auch nicht weiter dazu äußern.
Für alle, denen es genauso geht wie mir und die zumindest den Konflikt verstehen wollen und alle, denen mein letztes Must See gefallen hat, gibt es hier ein kurzes Backround-Wissen-Video von John Green. :)
(auch wenn ich natürlich nicht für die Objektivität und Richtigkeit seiner Worte garantieren kann)

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6 Kommentare

  • Antworten Melanie 11. März 2014 um 10:05

    Das mit den Nacktbildern habe ich auch erst gelesen. Wirklich Wahnsinn was diese Frau geschafft hat. Und die andere Seite ist wirklich erschreckend. Ich verstehe so etwas nicht. Wie kann man nur so viel Hass zu Menschen haben und solches verrichten? Hoffentlich bekommt er seine gerechte Strafe!

    Beim zweiten Thema stimme ich dir zu. Ich bin leider auch oftmals zu faul dass ich mich über politische Themen näher beschäftige, einfach weil sie so breit sind und es niemals reicht sich nur ein bisschen darüber zu Informieren oder eine Seite anzuschauen. Vielleicht können wir uns ja zusammen tun und uns gemeinsam schlau machen :D

    • Antworten travellertatzi 11. März 2014 um 21:35

      Ja, das können wir gerne tun :)

  • Antworten Anterior 11. März 2014 um 23:02

    Ich finde es etwas merkwürdig, die Krim Krise zu thematisieren, nur um dann darüber zu schrieben, dass du eigentlich zu faul bist, dich in sowas einzulesen. Nimm doch dann lieber bezug auf ein damit zusammenhängendes Thema, mit dem du dich zum Beispiel besser auskennst. Bestes Beispiel wäre hier doch die Nominierung von Putin für den Friedensnobelpreis. Und noch zu der Nacktbildersache: Das hat erstmal nichts mit Menschenhass zu tun. Es geht immer nur ums Geld. Dinge wie Identitätsklau, Datenklau und Hacken werden immer einfacher. Man muss längst kein Computergeek mehr sein, um sowas hinzukriegen. Und glaub mir, es gibt noch weitaus schlimmeres, was abseits des für den normalen Internetuser sichtbaren Internets passiert. Das ein Bild von einem Mädchen so ins Internet kommt ist natürlich tragisch, dabei geht es meistens aber nicht um gezielten Rufmord, sondern einfach um das verkaufen von Datensätzen. Jedoch muss man selbst auch einige Regeln der Computernutzung missachtet haben, damit es zu sowas kommt. Von daher: Prävention durch jemanden, der sich damit auskennt und noch viel einfacher, wenn man sich mit Computern nicht auskennt: Keine Nacktbilder auf dem Computer speichern.

    • Antworten travellertatzi 11. März 2014 um 23:34

      Ich habe ja keinerlei Meinung zur Krim-Krise abgegeben, genau weil ich mich nicht auskenne. Ich wollte nur das Video teilen, da ich es persönlich sehr gut fand, gerade für Leute die sich, so wie ich, nicht so auskennen. :)

      Und natürlich sollte man seine Daten und seinen Computer entsprechend schützen, aber trotzdem finde ich solche Websites moralisch nicht korrekt und es deshalb toll, was diese Frau erreicht hat.

    • Antworten Sedd 12. März 2014 um 0:43

      Hallo Anterior,

      ich würde gerne etwas bezüglich der Nacktbildsache und vor allem bezüglich deiner Ansicht zu der ganzen Sache in den Raum werfen.

      Du schreibst, dass das erstmal nichts mit Menschenhass zu tun hat – hier muss man definitiv zwei Seiten unterscheiden. Einmal denjenigen, der das Bild auf eine solche Plattform hochlädt – über die Art und Weise wie der- oder diejenige an das entsprechende Bildmaterial kommt werde ich mich gleich noch äußern. Die zweite Seite stellt derjenige dar, der die Bilder dann letztendlich in den Umlauf bringt, sprich der Betreiber der Internetseite(n).

      Bitte beachte auch, dass es hier explizit um Portale geht, die als Pranger für Exfreunde und (vor allem) Exfreundinnen dienen sollen, wo abwertende, teils sogar beleidigende Kommentare und Meinungen schon fast erwünscht sind.

      Erster „Partei“ geht es zu einem großen Teil um den Menschenhass, bzw. um das „an den Pranger stellen“ der abgebildeten Person. Diese sind an einer Verbreitung der Datensätze als solches nicht interessiert.
      Die zweite „Partei“, die Betreiber der Portale, freuen sich natürlich über eine Bereitstellung der Inhalte, die Werbeeinnahmen, die sie durch die Seitenbesuche generieren und ggf. auch die Datensätze zur Analyse von Nutzerverhalten etc.

      Soweit nur mal ein kleiner Anriss zu meiner Sicht auf das Ganze.

      Nun zur Beschaffung der Bilder.

      Du schreibst, dass man „selbst auch einige Regeln der Computernutzung missachtet haben“ muss, um überhaupt in diese Situation zu kommen, und man Nacktaufnahmen nicht digital vorhalten sollte.

      Will man zu 100% verhindern, dass sich Nacktbilder verbreiten, sollte man keine anfertigen, anfertigen lassen und keinem die Gelegenheit geben, welche anzufertigen. Eine digitale Speicherung vereinfacht die Verbreitung zwar, aber auch eine analoge Aufbewahrung beschützt (gerade im „Zeitalter der Smartphones“) nicht vor einer Weitergabe der Bilder.

      Sollte es nun doch mal entsprechende Aufnahmen von sich geben sind diese mMn. meistens dafür da, sie dem aktuellen Partner / der aktuellen Parterin zukommen zu lassen. Dies beruht zu dem Moment auf einer Vertrauensbasis zwischen den Beziehungspartnern und ist je nach verwendeter Plattform etc. noch okay. Eine gewisse Gefahr besteht natürlich immer.
      Die Seiten, um die es in dem Artikel geht werden aber erst interessant, wenn diese Vertrauensbasis nicht mehr existent ist und sich derjenige, der sich von dem Ex-Partner/der Ex-Partnerin betrogen oder hintergangen fühlt einen Weg sucht, sich bei eben diesem zu rächen.

      Natürlich kann man in einer Beziehung von Anfang bis Ende so restriktiv mit seinem Partner, solchen Bildern und der Verwendung des persönlichen Rechners sein, dass zu keiner Zeit die Möglichkeit besteht „kompromittierendes Material“ anzufertigen zu können. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, wie das über lange Zeit gut gehen soll.

      Wie gehst du da in Beziehungen vor? Die Frage ist natürlich auch an alle gerichtet, die diesen Kommentar gelesen haben.

      Viele Grüße

      Sedd

      • Antworten Anterior 12. März 2014 um 1:23

        Das mit der Krim Krise war auch nur als konstruktive Kritik gedacht ;)
        Ich hab grad extra nochmal in dem Artikel nachgeschaut um mir auch ganz sicher zu sein: Aber handelt es sich bei dem im umlauf gekommenen Bild von dem Mädchen um eines, welches nicht durch ihren Exfreund auf die Seite gelangt ist. Ihr Computer wurde gehackt und ihre Daten wahrscheinlich auf einer gewissen Handelsbörse für solche Datensätze verhökert. Ich kann dir jetzt natürlich keine genauen Prozentzahlen nennen, aber ich denke auch, dass auf ein gewisser Anteil der Frauen, die man auf solchen Seiten findet, in wirklichkeit keine „gehasste Exfreundin“ ist. Derjenige, der also das Bild von ihr an die Seite weitergeleitet hat, war also auch nicht auf persönliche Rache aus, sondern auch einfach nur auf Geld. Genauso wie der Betreiber dieser Seite sich über so ein Foto wahrscheinlich nur insofern freut, weil er dadurch mehr Klicks für seine Seite generiert, was wiederum auch mehr Geld bedeutet. Aber das hast du ja bereits erwähnt.
        Folglich wäre ihre Situation vermeidbar gewesen, sie war einfach nur unvorsichtig im Umgang mit ihrem Computer. Das ist wiederum „einfach“ vermeidbar. Benutzung von Linux, verschlüsselte Festplatte, lange Passwörter, die nicht durch Brute Force oder Dictionary Attacken geknackt werden können. Und wenn man auf solche bilder dennoch nicht verzichten möchte, legt man sich mit Truecrypt (http://www.truecrypt.org/) einen verschlüsselten Ordner an, in dem dann sowas bedenkenlos abgespeichert werden kann, genauso wie die langen Passwörter, die man sich dann eh nicht mehr wirklich merken kann :D
        Jetzt zum anderen Fall, was tun, wenn der/die Ex sowas hochlädt: Das zu verhindern wird etwas schwieriger. Entweder ist man einfach so ehrlich und macht sowas nicht, einfach schon weil es die Moral verbietet. Beim verschicken mit Smartphones gibt es inzwischen auch schon Programme, die das Abspeichern dieser Bilder verhindert. Hat der Expartner die Fotos auf seinem PC hilft dann am Ende eigentlich nur noch die Klage, vor der man auf keinen Fall zurückschrecken sollte. Oder man hat auch selber Fotos von ihm/ihr, was dann auf ne Art patt rausläuft, weil keiner von beiden möchte, dass die Bilder veröffentlicht werden. Ich denke, dass sowas aber eher bei Paaren vorkommt, die nur kurz zusammen sind, weil man da einfach noch nicht die Art von Gefühlen hat, wie wenn man schon sehr lange zusammen ist. Natürlich gibt es da aber auch wieder Ausnahmen…

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