Book Reviews

Bangkok Noir | Rezension

2. März 2014,4 Comments
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Bangkok Noir

Roger Willemsen

Verlag: Fischer Verlage

Seiten: 240 | Ausgabe: 2012

ISBN: 359618147X

Zu kaufen bei Amazon* oder im Buchladen nebenan :)

Der Autor:

Roger Willemsen, in Bonn geboren, ist bereits gut rumgekommen in seinem Leben. Er hat allein in 4 Städten studiert, war schon häufig in Südostasien und hat auch einige Zeit in London gelebt. Gearbeitet hat er als Essayist, Herausgeber, Kolumnist, Übersetzer, Regisseur, Schauspieler und Moderator – er hatte sogar seine eigene Show. Nebenbei war er auch immer freier Autor, 2002 gab er vorerst alle seine anderen Aktivitäten für sein Autorenleben auf.

Eigentlich hat er noch viel mehr gemacht, ist auch in verschiedenen Organisationen aktiv und wenn man die Kurzfassung seiner Biographie (die bereits verdammt lang ist) liest, kann man gar nicht anders als zu ihm aufzusehen. Dieser Mensch hat unglaublich viel erlebt und erreicht (und damit meine ich nicht nur seine 8 Auszeichnungen).
Und doch war er immer Autor. Er hat sehr viele Bücher veröffentlicht, allein 5 Stück seit das hier besprochene Buch „Bangkok Noir“ 2009 erstmals erschien, für das er übrigens drei Monate in Bangkok gelebt hat.

Story:

Es gibt keine durchgehende Geschichte, es geht um die vielen kleinen Geschichten im Nachtleben von Bangkok. Viele denken dabei sofort an Sex und Prostitution, doch Thailands Hauptstadt ist groß und hat mehr als das zu bieten. Roger Willemsen beschreibt seine Erlebnisse in dieser Stadt, in der er allabendlich um 18 Uhr sein Hotel verlassen und daraufhin die Nacht in seinen tausend Gesichtern und Farben gesehen, gespürt, gerochen, erlebt hat.
Es gibt auch einen dazugehörigen Bildband von seinem Begleiter Ralf Tooten.

Meine Meinung:

Eigentlich mag ich kryptische Sätze. Sätze, die nur Konturen zeichnen und den eigentlichen Inhalt offen lassen. Die so viel weglassen, dass sie alles heißen könnten nur nicht eine konkrete Situation. Ich verstehe solche Sätze und liebe sie. Aber nicht wenn die kompletten ersten 20 Seiten eines Buches ausschließlich daraus bestehen.
Ich bin sehr froh, dass ich dem Drang das Buch nach 15 Seiten aufzugeben widerstanden und weitergelesen habe. Denn es wurde noch richtig gut. Zwar wechselt er manchmal ohne Vorwarnung die Szenerarie und bis man mal erraten hat wo und wann sich der Autor gerade aufhält, ist er auch schon wieder vorbei.
Aber die Geschichten die er erzählt, das Bild das seine Worte von dieser Stadt malen und vor allem seine Ausdrucksweise beeindrucken mich.
Auch aus ethnologischer Sicht ist es interessant, aber das werde ich jetzt hier nicht weiter ausführen. Aber ich denke dieses Buch beleuchtet sehr gut die kleinen, stillen Details in einer unglaublich riesigen und lauten Stadt. Und man lernt sogar ein wenig über die thailändische Geschichte, sogar die Anfänge der Demonstrationen finden sich in Willemsens Erlebnissen.

Lesenswert, aber nur wenn man sich mit seinem Schreibstil anfreunden kann.

Habt ihr das Buch gelesen? Wart ihr schonmal in Bangkok? Was sind die ersten Gedanken, die euch bei dem Wort „Bangkok“ in den Sinn kommen?

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PS: Ich habe ein Mängelexemplar, dem beim Auspacken der Buchrücken aufgeschlitzt wurde. Sowas freut zwar meinen Geldbeutel, tut meinem Bücherwurm-Herz aber ziemlich weh. Behandelt eure Bücher gut!

Nächstes Buch: Träume Jenseits Des Meeres – Tamara McKinley

3 Stars

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4 Kommentare

  • Antworten Der Hobbit | Tasmetu 2. März 2014 um 11:27

    […] Nächstes Buch: Bangkok Noir, Roger Willemsen […]

  • Antworten Daniel 4. März 2014 um 13:19

    Ich fand Bangkok Noir noch relativ harmlos für Willemsen – wer Momentum gelesen hat, weiß, was kryptisch, zumindest im Sinne eines tieferen zusammenhängenden Sinnes, wirklich heißt.

    • Antworten travellertatzi 4. März 2014 um 13:37

      Es war mein erstes Willemsen Buch, drum konnte ich es nicht vergleichen. Aber danke schonmal für die Warnung ;)

  • Antworten TOP 10 | Books of 2014 - Tasmetu 14. Januar 2015 um 13:22

    […] Hobbit – J.R.R. Tolkien Bangkok Noir – Roger Williamsen Träume jenseits des Meeres – Tamara MicKinley Das Salz der Drei Meere – Anita Nair […]

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